Bad Dürkheim
Winterdienst: Weniger Luxus in Wachenheim
Schneeglatte Straßen hatte der Winter bisher noch nicht zu bieten. Die Räumfahrzeuge stehen trotzdem schon bereit. Aber welche Straßen werden eigentlich bedient? Und wer räumt die Strecken, die außen vor bleiben?
Wenn das weiße Nass vom Himmel fällt, ist das für die einen ein Grund zur Freude. Andere denken eher an schneeglatte Straßen. Und haben eine Frage: Wer macht die Straße frei?
Die Antwort: eigentlich die Anwohner. Diese sind in Bad Dürkheim sowie in den Verbandsgemeinden Wachenheim und Freinsheim dazu verpflichtet, nicht nur den Gehweg, sondern auch die Fahrbahn vor ihrem Haus zu räumen. Denn alle Gemeinden haben den Winterdienst in der Straßenreinigungssatzung auf die Anlieger übertragen.
Die Kommunen fahren dennoch mit ihren Räumfahrzeugen nach gewissen Kriterien, um gerade auf den Hauptverkehrsstraßen für freie Fahrt zu sorgen. Und zwar in erster Linie dort, wo es den Anwohnern nicht zuzumuten ist, selbst tätig zu werden. Die Anlieger sollen also nicht im Halbdunkel auf vielbefahrenen Straßen mit der Schneeschippe hantieren müssen.
In Wachenheim wird nicht mehr überall geräumt
In der Stadt Wachenheim hatten die Bürger bisher den Luxus, dass alle Straßen geräumt wurden, nicht nur die Hauptverkehrsstraßen. Das ist künftig anders, im Amtsblatt wurde eine Liste der Straßen veröffentlicht, die noch berücksichtigt werden. Grund sind laut Verwaltung wirtschaftliche und personelle Überlegungen. Die Straßen, die als Gefahrenstellen eingestuft werden, weil sie stark befahren werden, in stark befahrene Straßen einmünden oder ein starkes Gefälle aufweisen, werden ihrer Dringlichkeitsstufe entsprechend nacheinander von Mitarbeitern des Bauhofes geräumt, informiert die Verwaltung auf Nachfrage.
„Zunächst werden die Gefahrenstellen geräumt, wenn es dann noch zeitliche und personelle Kapazitäten gibt, geht es auch noch in andere Straßen“, versichert Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Die Gefahrenstellen wurden vom Bauhofleiter Daniel Dobrodinsky bei Erkundungsfahrten durch Wachenheim ermittelt. Zusätzlich werden sowohl der Schülerradweg und der Radweg entlang der L 516 nach Bad Dürkheim von Schnee und Eis befreit. „Zu 90 Prozent haben wir die zu räumenden Straßen erfasst, natürlich kann es sein, dass die eine oder andere Straße nicht so in den Blickpunkt geraten ist, die dann aber noch auf die Liste gesetzt werden kann“, berichtet der Bauhofleiter, der schon mit einigen Bürgern gesprochen hat und nun beispielsweise doch die Eselweide mit in die Räumung einbeziehen wird.
Für die Räumung stehen in Wachenheim ein Unimog als großes Fahrzeug und ein kleinerer Traktor zur Verfügung, der von einem Pritschenwagen begleitet wird. Dieser sorgt für den nötigen Nachschub an Streusalz. Dobrodinsky rechnet eher damit, dass zukünftig die Glatteisbekämpfung und nicht die Schneeräumung im Vordergrund stehen wird, hat aber seine Personaleinsätze so geplant, dass drei Mitarbeiter für einen permanenten Winterdienst auch in den Abendstunden und am Wochenende bereit stehen. Für die Winter-Saison 2019/2020 hat der Wachenheimer Bauhofchef etwa 40 Tonnen Streusalz zur Verfügung.
Ein Tag Winterdienst kostet in Bad Dürkheim etwa 6000 Euro
In der Stadt Bad Dürkheim stehen bis zum 30. März 2020 an allen Tagen drei Winterdienstfahrzeuge bereit, informiert Pressesprecherin Petra Wurm. „Aktuell halten wir circa 100 Tonnen Streusalz vor.“ Ein Streutag, an dem drei Fahrzeuge im Einsatz sind, kostet laut Verwaltung bei einer Dauer von rund sechs Stunden etwa 1800 Euro. „Kommen zusätzlich zu den drei Fahrzeugen noch die 16 Handstreuer zum Einsatz, erhöhen sich die Kosten auf circa 6000 Euro“, so Wurm.
Gestreut werden in Bad Dürkheim laut Aussage der Verwaltung die klassifizierten Straßen, also die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, die Haupterschließungsstraßen und Busstrecken, die steilen Straßen mit Verkehrsbedeutung, die Radwege, Fußwege wie im Kurpark und die repräsentativen Bereiche der Innenstadt. „Außerdem streuen wir natürlich als Eigentümer vor den städtischen Liegenschaften“, so Wurm.
In Bad Dürkheim ist seit einigen Jahren eine neue Reinigungssatz im Gespräch. Diese soll in diesem Jahr beschlossen werden. Hierfür werde die Kategorisierung der Straßen noch einmal überprüft und gegebenenfalls ergänzt.
Die VG Freinsheim beschäftigt teils Dienstleister
„Nur dort, wo es dem Bürger nicht zuzumuten ist, den Winterdienst selbst durchzuführen, wird der Winterdienst von den Ortsgemeinden erledigt“, informiert Jörg Heidemann, Büroleiter der VG-Verwaltung in Freinsheim. Die Ortsgemeinden Bobenheim am Berg, Freinsheim, Weisenheim am Berg und Weisenheim am Sand leisten ihren Winterdienst laut Verwaltung mit eigenem Personal. Die Ortsgemeinden Dackenheim, Erpolzheim und Herxheim am Berg haben einen Dienstleister. Die Stadt Freinsheim nutze sowohl eigenes Personal als auch den Dienstleister, so Heidemann.
Für die einzelnen Ortschaften gibt es Straßen, die bevorzugt angefahren werden. So haben Zugänge zu Feuerwehren oder Kreuzungsbereiche Priorität.