Bad Dürkheim Wiederbegegnung in Wachenheim

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Am Sonntag wird in der Wachenheimer Ludwigskapelle eine vom Kulturverein Wachenheim organisierte Einzelausstellung der Malerin Claudia Tebben eröffnet. Eigentlich müsste man die in Gelsenkirchen lebende Künstlerin nicht mehr vorstellen; sie bestens eingeführt in der Region. Seit 2001 sind ihre Arbeiten in schöner Regelmäßigkeit in Einzel- oder Gruppenausstellungen der Galerie Zulauf in Freinsheim zu sehen.

Zum letzten Mal war das im April dieses Jahres, passgenau zum fünfzigsten Geburtstag, den Claudia Tebben dann auch in der Pfalz feierte. Vier Kataloge stehen inzwischen im Haben, und dass Günther Zulauf seine Lieblingsmalerin auf die Art Karlsruhe mitnimmt, versteht sich fast schon von selbst. Nun also eine weitere Wiederbegegnung in Wachenheim, mit frischen Bildern. Es wird auch diesmal nicht schwer sein, dem herben Charme ihrer temperamentvoll sich auslebenden Kunst zu erliegen, die sich über ganze Wände erstrecken kann. „Zwischen Abbild und Wirklichkeit“ hieß die letzte Ausstellung (zusammen mit dem Fotografen Oliver Mark) und das ist eine bei aller Zurückhaltung passende Formel für eine Kunstpraxis, die sich in der informellen Malerei heimisch gemacht hat, freilich nicht nachahmend, sondern eine historisch gewordene Position lebendig und immer wieder neu fortschreibend. Claudia Tebben malt wie Claudia Tebben – und damit basta. Aber wie sie das tut! Wie sie die Farben dynamisch verwirbelt, sie kommen und gehen lässt, wie sie Gesten und Farbbatzen auf die Leinwand schleudert, nervöse Skripturen zulässt und tiefe Schrunden zieht: Das ließe schon an Chaos denken und großzügiges Ausrasten, wäre da nicht diese seltsame Anmutung von Natur und Landschaft, die einen daran hindert, hier bloß eine sich virtuos auslebende Dynamik zu sehen. Das Gegenteil ist der Fall. Ob großes oder zimmertauglich zurückgenommenes Bildformat, inwendig geordnet sind diese von einem hoch individuellen Ethos imprägnierten Malereien allemal. Und das mit der „Landschaft“ ist sowieso nicht schlecht, Landschaft als Landschaft der Seele, Landschaft als Resonanzboden für Erinnerungen und Stimmungen, die geordnet werden müssen, um standzuhalten, Landschaft auch als Folie für das hohe Spiel der Assoziationen, ohne das diese Malerei nicht das wäre, was sie ist. Für den, der sich vorurteilsfrei darauf einlässt (man sollte es tun) öffnen Claudia Tebbens Bilder einen mal mehr und mal weniger ekstatisch illuminierten Erfahrungshorizont, in dem sich das Eigene und das Können der Malerin treffen können, ohne dass es zum Eklat kommt. Der Betrachter wird (sozusagen) an die Hand genommen, ohne dass er je hinter die Ateliergeheimnisse der Claudia Tebben kommt. Große Formate gibt es übrigens dann in Mannheim, in einer Ausstellung, die am 2. November um 18 Uhr im Rektoratsflügel der Universität eröffnet wird; die Künstlerin ist anwesend. Claudia Tebben überall: wenn das kein gutes Zeichen ist. Infos Die Vernissage ist am Sonntag, 30. Oktober um 11.15 Uhr in der Ludwigskapelle Wachenheim. Peter Gängel gibt eine Einführung in das Werk. Die musikalische Umrahmung gestaltet Percussionist Erwin Ditzner. Die Ausstellung hat bis zum 20. November samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags 11 bis 18 Uhr sowie mittwochs und freitags jeweils 17 bis 19 Uhr.

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