Blickpunkt
Wie sich die Schulen auf den Alltag nach den Ferien vorbereiten
Regelbetrieb zum Start des Schuljahres 2020/21: Das ist das erklärte Ziel des Bildungsministeriums. „Wir planen trotzdem für drei Szenarien“, sagt Armin Rebholz, Schulleiter des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG). Es gebe einen Plan für Regelbetrieb – der sei allerdings nur ohne Abstandsregelungen möglich. Das zweite Szenario ist „wie jetzt“, also Präsenzunterricht und Homeschooling im Wechsel. Das dritte Szenario: Totaler Lockdown, „siehe Gütersloh“, erklärt Rebholz. „Wenn alle aus dem Urlaub zurückkommen und das Virus mitbringen… Das entscheidet dann aber sowieso das Gesundheitsamt.“
Ähnlich hatte sich auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) geäußert und den Schulen geraten, sich auf drei Szenarien vorzubereiten: auf einen weitgehenden Regelunterricht, auf den Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht sowie auf zeitweise Schulschließungen, wenn die Gesundheitsämter das für nötig halten.
Spender für Desinfektionsmittel bleiben stehen
Ideal wäre aus der Sicht von Armin Rebholz, wenn die Schule wieder normal geöffnet hätte. „Die Zahlen sind ja derzeit gut.“ Auch wenn es mit dem Regelbetrieb weitergeht, möchte er einige Hygieneregeln beibehalten: Die Handdesinfektionsspender am Eingang zum Beispiel. Bei der Maskenpflicht warte er auf weitere Vorgaben der Regierung. Auch Petra Guth von der Von Carlowitz Realschule plus in Weisenheim am Berg hält Regelbetrieb – ohne Abstandsregelung – für realistisch. Auch Hygieneregeln wolle sie beibehalten, gründliches Händewaschen und Hustenetikette zum Beispiel. „Wir sind optimistisch und hoffen, dass es endlich wieder einen Regelbetrieb gibt. Und wir sind vorbereitet“, sagt Stefan Wieloch, stellvertretender Schulleiter der IGS Deidesheim-Wachenheim (IGS). Wenn es wieder losgeht, wolle sich seine Schule auf den Pflichtunterricht konzentrieren. Das Ziel: Die Lücken aus der Corona-Zeit schließen. Zusätzliche Angebote, wie Arbeitsgemeinschaften sollen daher nicht stattfinden, aber „in den Pflichtunterricht integriert werden“.
Achim Walk, Schulleiter der Carl-Orff-Realschule plus in Bad Dürkheim (COR), ist optimistisch: „Ich denke, der Regelbetrieb ist realistisch. Die Sportvereine sind ja auch wieder in Betrieb. Und hier lief es gut.“ Wenn das Infektionsgeschehen so weiter gehe, sehe er keine Probleme. Unabhängig davon, wie es weitergeht, die Desinfektionsspender wolle er unbedingt behalten: „Wir haben solche Spender seit etwa fünf Jahren auf den Toiletten verteilt.“ Das helfe ja auch gegen andere Krankheiten, wie Magen-Darm-Grippe. Die Maskenpflicht werde er nicht beibehalten, wenn es nicht sein muss. „Ich will ja auch sehen, wenn die Schüler lachen“, sagt Walk. Er sei positiv überrascht, wie gut alles gelaufen ist. Mit dieser Erfahrung sei er „nicht skeptisch“.
Zumal es nach Vorstellung von Bildungsministerin Hubig im neuen Schuljahr auch für Lehrer aus der sogenannten Risikogruppe in der Regel wieder eine Präsenzpflicht geben soll. Der Ausfall von Lehrkräften hatte nach Auskunft von Stefan Wieloch beispielsweise die Leitung der IGS Deidesheim-Wachenheim vor Herausforderungen gestellt.
Corona-Warn-App und Handyverbot
Eigentlich gebe es ein Handyverbot am WHG, erklärt Schulleiter Rebholz. „Die Corona-Warn-App ist an der Schule ja nicht unbedingt nötig. Wir wissen ja, wer mit wem in der Gruppe ist.“ Wenn jemand sich infiziert habe, sei nachvollziehbar, mit wem er Kontakt hatte. Das mache die App obsolet. Schwieriger sei es, wenn jemand mit Bus oder Bahn in die Schule komme – aber da dürften die Schüler ihre Handys ja benutzen. Wie die Corona-App an der Von Carlowitz Realschule plus gehandhabt wird, sei noch nicht klar. Das wolle Schulleiterin Petra Guth „zeitnah mit unserer Elternvertretung erörtern“. An der IGS gebe es Regeln für die Handynutzung. Aber abgeben müssten die Schüler ihre Handys nicht. Deshalb gebe es mit der App kein Problem: Denn dafür muss das Handy nur in der Tasche sein. Dem stimmt Achim Walk von der COR zu: „Man kann ja nicht verbieten, das Handy mitzubringen. Dann kann die App ja in der Tasche mitlaufen“.