Friedelsheim / Gönnheim / Ellerstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wie es mit der verbundenen Grundschule weitergehen soll

Schulstandort Friedelsheim-Gönnheim.
Schulstandort Friedelsheim-Gönnheim.

In den kommenden Schuljahren wird sich an der Schulstruktur an der verbundenen Grundschule Friedelsheim-Gönnheim-Ellerstadt nichts ändern. Alle Kinder werden weiter an ihrem Wohnort beschult. Ein Runder Tisch soll nun klären, wie sich die Schule künftig organisiert.

Ellerstadter Kinder besuchen die Grundschule in Ellerstadt. Kinder aus Friedelsheim und Gönnheim gehen in die Grundschule Friedelsheim-Gönnheim. So sind es Kinder und Eltern gewohnt. Vor einigen Wochen stand diese Regelung jedoch auf der Kippe. Die Schulbehörde wollte nicht mehr die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen, um diese Praxis an der verbundenen Schule mit zwei Standorten fortzuführen. Die Schulleitung kündigte an, künftig die Klassenstufen 1 und 2 in Friedelsheim-Gönnheim und die Stufen 3 und 4 in Ellerstadt zu unterrichten. Auf diese Weise hätten künftig weniger Klassen gebildet werden müssen, was Mittel gespart hätte.

Diese Entscheidung sei „sehr emotional diskutiert“ worden, sagte Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) bei einer Sitzung des Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde Wachenheim am Montag. Vor zwei Wochen sei die Schulleitung mit dem Elternbrief an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem Versuche, die wohnortnahe Beschulung für die Zukunft zu gewährleisten, gescheitert waren.

Nach dem Elternbrief kam die Wende: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), bei der auch die Schulbehörde angesiedelt ist, hatte zunächst erklärt, dass sich angesichts des Elternprotests und der Corona-Lage im kommenden Schuljahr 2021/22 noch nichts ändern müsse. Am Montag stellte die Behörde noch mehr in Aussicht.

Bechtel zitierte aus einem aktuell eingegangenen Brief der ADD. Ein Ergebnis: Die Schule könne zunächst verfahren wie bisher, und zwar die „kommenden Schuljahre“. Außerdem werde ein runder Tisch angeregt mit Schulleitung, Schulträger und Schulbehörde, um eine Änderung der Organisationsverfügung vor dem Hintergrund des aktuellen Schulentwicklungsplanes besprechen. Die Organisationsverfügung der Schule stammt aus dem Jahr 1972, die Entscheidungen der Behörde gründen auf ihr. Für die Eltern entspricht sie nicht der aktuellen Situation.

Der Verfasser des Briefs, Thomas Brill von der Schulaufsicht, nahm an der Videokonferenz teil und erklärte seine Sicht der Dinge. Er habe „großes Verständnis“ für den Einsatz aller Beteiligten. Die aktuelle Entwicklung sei nun ein Anlass, das weitere Verfahren zu besprechen.

Eine Trennung der beiden Grundschulen sei eine von vielen Möglichkeiten, so Brill. Es sei auch möglich eine Schule zu bleiben, aber zwei Schulbezirke zu schaffen, oder die Klassenmesszahl am Standort zu orientieren. Er werde die Organisation des Runden Tisches selbst in die Hand nehmen, sagte er auf Nachfrage von Elternvertreter Thorsten Leich, der anregte, auch die Eltern zu diesen Gesprächen einzuladen.

Marcus Scholz wollte mit einem CDU-Antrag das „Momentum nutzen“, die Landesregierung aufzufordern, die Schule mit den entsprechenden Stunden auszustatten. „Nie liegen die Nerven in einer Legislaturperiode so blank wie vier Wochen vor der Wahl“, sagte Scholz. Er sah den idealen Zeitpunkt gekommen, das Anliegen der Verbandsgemeinde zu unterstreichen. Deplatziert, fand diesen Vorstoß Margaret Kierney (Grüne). Brill sei entgegenkommend gewesen. „Sie haben den Wahlkampf angesprochen, ich lass’ das einfach im Raum stehen“, so Kierney. Der CDU-Antrag konnte sich schließlich nicht durchsetzen. Leich sagte, man wolle den Runden Tisch nicht in Frage stellen. Petra Tischbein, Konrektorin der Schule Friedelsheim-Gönnheim-Ellerstadt, fand, nur Lehrerwochenstunden reichten nicht aus. Wichtig sei, die Organisationsverfügung neu zu fassen, um sicher mit Stunden versorgt zu werden.

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