Wie war Ihr Jahr
Wie die Pfälzische Weinkönigin Lea Baßler das Jahr 2022 erlebt hat
Frau Baßler, wie war Ihr Jahr?
Es war aufregend, eine Gefühlsachterbahn und sehr erfüllend. 2022 war rückblickend in den letzten fünf Jahren das Schönste.
Was war denn so schön?
Ich durfte wieder Live-Events wahrnehmen, was mich sehr gefreut hat. Die Wahl zur Pfälzischen Weinkönigin war eine sehr positive Emotion, die mich sehr mitgerissen hat. Sehr emotional war auch, dass ich meine Krone als Dürkheimer Weinprinzessin abgeben musste. Neben dem Amtswechsel war auch der Wechsel von meiner Ausbildung in das richtige Berufsleben ein einschneidendes Ereignis.
Sind Sie in Ihrem Ausbildungsbetrieb geblieben?
Nein. Ich habe in einer Baufirma gelernt und das Bauwesen ist einfach nicht mein Themengebiet. Es war zwar interessant, aber da habe ich nicht meine Zukunft gesehen. Ich habe mich gefragt: „Was willst du eigentlich machen?“ Das ganze Thema Weinbau und der Wein an sich sind für mich nicht mehr nur Hobby, sondern Leidenschaft und auch eine Berufung geworden. Da habe ich mir gedacht, in den Weinbau zu gehen. Allerdings nicht als Winzerin oder Kellermeisterin. Das ist zwar sehr interessant, aber da bin ich nicht der Typ für.
Wo sind Sie denn jetzt gelandet?
Der Wein muss ja auch vermarktet werden und ich wollte schon immer in die „Vermarktungsschiene“. Außerdem möchte ich nicht nur am PC sitzen. Naheliegend war da ein Weingut mit der Arbeit in einer Vinothek und einem guten Mix aus Büroarbeit und Kundenkontakt. Ich arbeite seit Juli im Weingut Jürgen Zimmermann in Wachenheim und bin dabei für das Büro zuständig, die Vinothek und auch den Vertrieb.
Vielleicht reicht ja auch ein Kellermeister in der Familie?
Im vergangenen Jahr hat vieles gepasst, oder?
Das stimmt. Es war für mich ein prägendes Jahr, das meine persönliche Entwicklung sehr stark beeinflusst hat und in dem ich mich auch sehr stark selbst mehrfach bewiesen habe. Ich habe Sachen, die ich unbedingt wollte, auch erreicht. Ich habe viel gewagt und hätte mich auch damit abfinden müssen, wenn es nicht so gut gelaufen wäre. Ich habe ein paar Meilensteine, die ich schon länger im Kopf hatte, erreicht.
An welche Meilensteine denken Sie?
Der erste Meilenstein war das Ende meiner Amtszeit als Dürkheimer Weinprinzessin auf dem Wurstmarkt. Eine lange schöne Zeit ging vorbei und jemand anderes bekam eine Möglichkeit. Der zweite Meilenstein war der erfolgreiche Einstieg in das Berufsleben. Jetzt stehe ich voll im Leben und das auch noch in einem Bereich, der mir sehr viel Freude bereitet. Der dritte Meilenstein war die Wahl zur Pfälzischen Weinkönigin. Außerdem habe ich trotz der stressigen Zeit wieder einmal gemerkt, dass meine Familie und der Freundeskreis etwas fürs Leben sind.
Welche Glanzlichter im Jahr 2022 können Sie hervorheben?
Das sind die Aktionen, die meine Person und meine Leistung wertgeschätzt haben. Dazu gehört, dass einige Dürkheimer Winzer zu meinen Ehren ein Weinpaket zusammengestellt haben. Weiterhin der Empfang der Stadt Bad Dürkheim und der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. Außerdem habe ich mit Edsel und Jochen von den Anonyme Giddarischden eine ganz tolle Verbindung aufbauen können. Nie vergessen werde ich den Literarischen Frühschoppen, als ich zusammen mit Edsel auf der Bühne ein mir gewidmetes Lied singen durfte. Das allerschönste war aber, dass ich Papa auf der Bühne im Saalbau vor großem Publikum als Weinkönigin den Staatsehrenpreis übergeben konnte.
Sind Sie ein Familienmensch?
Definitiv. Ich liebe es, wenn wir mittags oder abends mit der Familie zusammensitzen, Spieleabende machen oder zu Familienfeiern zusammenkommen. Mit den Freunden wird oft über das Thema Wein gefachsimpelt.
Wie war das Gefühl am 7. Oktober im Saalbau in Neustadt, als Sie erfahren haben, dass Sie die neue Pfälzische Weinkönigin geworden sind?
Ich glaube, ich habe es in dem ganzen Saal als Letzte festgestellt, dass ich es geworden bin. Ich war so im Tunnel und habe nach dem Vornamen immer auf den Nachnamen gewartet. Wenn der Name Lea fällt wollte ich mich nicht zu früh freuen, denn da war ja noch Lea Lechner. Als dann verkündet wurde, dass die neue Weinkönigin aus Bad Dürkheim kommt, war klar, dass ich es bin. Trotzdem habe ich noch so lange gewartet, bis der Name Baßler fiel. Das war dann wie ein emotionaler Schlag, aber im positiven Sinne. Ich habe danach eine halbe Stunde nur geheult. Ich wusste nicht, wie ich die Freude sonst rauslassen sollte. Das waren alles Freudentränen. Der schönste Moment war dann, als ich nach einer gefühlten Ewigkeit auf Papa und die Familie getroffen bin.
Wird es für Sie „royal“ weitergehen?
Zunächst werde ich das Amt der Pfälzischen Weinkönigin genießen und so viele Termine wie möglich wahrnehmen. Dann schaue ich, ob die deutsche Ebene für mich bereit ist.
Zur Person
Lea Baßler absolvierte das Abitur auf dem Leibniz-Gymnasium in Neustadt und begann danach eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei einer Baufirma, die sie im Sommer 2022 erfolgreich beendete. Seit Juli arbeitet die 22-Jährige, die von 2019 bis 2022 Dürkheimer Weinprinzessin war, im Weingut Zimmermann in Wachenheim. Wenn es ihre Zeit zulässt, entspannt sie gern auf dem Sofa mit einem guten Buch oder bei Streifzügen durch den Pfälzerwald. Neben dem Sauvignon blanc gehören mittlerweile auch opulente Rotweine, Muskateller oder auch Scheurebe, jeweils trocken ausgebaut, zu ihren Lieblingsweinen.