Bad Dürkheim Wenn sich der Lindwurm in den Schwanz beißt

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Aufwendig ist sie gestaltet, liebe Leserinnen und Leser: die Wachenheimer Jubiläumsbroschüre. Und auf diese Seriosität ausstrahlende Aufmachung hatten wir vertraut. Statt noch einmal beim Organisationsteam nachzufragen, ob die Strecke des Wachenheimer Festumzugs tatsächlich so verläuft, wie dort aufgeführt. Am Donnerstag ist uns das um die Ohren gehauen worden. Die Strecke war nämlich nicht mehr aktuell. Dass die alte Route bereits veröffentlicht war, hatten wiederum die Veranstalter nicht auf dem Schirm. Das war deren Versäumnis. Denn das Wachenheimer Amtsblatt liest man außerhalb der Verbandsgemeinde nicht. Die in der Jubiläumsbroschüre beschriebene Route – Freibad, Waldstraße, Burgstraße, Weinstraße, Schwimmbad – hatte ja auch plausibel geklungen. Zumal der Festumzug vor 25 Jahren den gleichen Weg genommen hat, wie auch die Strecke bei den Fasnachtern jahrelang beliebt war. Die neue, rund drei Kilometer lange Strecke sieht anders aus. Gestartet und geendet wird immer noch am Freibad, zwischenzeitlich geht es aber erst auf die Weinstraße, dann in die Burgstraße, den Roten-Turm-Weg entlang bis am Luginsland wieder auf die Weinstraße. Warum? Zugorganisator Rainer Bergner klärt auf Nachfrage auf: Die Kreisverwaltung hatte sich gegen die ursprüngliche Strecke ausgesprochen. Schon im April hatte ein Treffen der Zuständigen stattgefunden. Die Waldstraße als Zufahrt zu K16 über zwei Stunden zu sperren, das gehe nicht, so das Ergebnis. 900 Autos in zwei Stunden kommen an einem Sonntag in der Pfalz schon mal zusammen, das bestätigt auf Nachfrage auch Kreispressesprecher Arno Fi-ckus. Vor 25 Jahren zum Festumzug sei an der Weinstraße eben weniger los gewesen. Heute sollte der Verkehr zum Kurpfalzpark gewährleistet sein und kann dank der neuen Streckenführung und der leicht versetzten Kreuzung nun Richtung Waldstraße auch am Sonntag weitgehend ungestört fließen. Bei Dürkheims großem Wurstmarktumzug im September sollten derartige Überlegungen eine wenigere große Rolle spielen, so Fickus auf Nachfrage. In Bad Dürkheim, wo immerhin die B 37 gesperrt werden muss, gebe es ja mehr Umleitungsmöglichkeiten als in Wachenheim. Jetzt ist zwar die Verkehrsgefahr in Wachenheim gebannt, es besteht nun allerdings die Möglichkeit, dass der Lindwurm sich in den Schwanz beißt. Denn: Wer sich die neue Strecke vor Augen führt, dem wird auffallen, dass sich nun eine relativ enge Schleife bildet. Auf gerade einmal 750 Metern im Roten-Turm-Weg soll sich ein Umzug mit 60 Nummern zurechtfinden, der sich zuvor schon in der Weinstraße zerfasert haben dürfte. Das sind gerade mal schmale 12,50 Meter pro Nummer. Ein kleiner Stau hier, eine kleine Verzögerung da und schon ist ein Zusammenstoß der Ersten mit den Letzten am Marktplatz zumindest nicht unwahrscheinlich. Die Bedenken hatte er kurzzeitig auch, gibt Bürgermeister Torsten Bechtel zu. Allerdings findet er die neue Strecke reizvoll. Zweimal führt der Zug am Marktplatz vorbei, das ergebe doch ein schönes Bild. Orgachef Bergner ist maximal entspannt. Seine Rechnung sieht so aus: Etwa 600 Meter sei der Zug lang. Und das sei schon eine außerordentlich großzügige Kalkulation. 150 Meter Puffer sollten seiner Ansicht nach reichen. Zumal der Umzug „netto“ gerade mal auf 450 Meter käme. Was, nebenbei bemerkt, gerade mal 7,50 Meter pro Nummer bedeuten würde ... „Wir sind positiv“, sagt Bergner abschließend. Ebenfalls positiv: Auf diese Weise haben wir die Hintergründe erfahren und niemand, der sich auf die schöne Festschrift verlassen hätte, muss nun in der Waldstraße vergeblich auf den Umzug warten. Viel Spaß beim Jubiläumsfestzug wünscht

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