BLICKPUNKT RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn die Feuerwehr blockiert wird

Behinderung eines Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr in der Bahnhofstraße in Wachenheim
Behinderung eines Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr in der Bahnhofstraße in Wachenheim

Parkraum ist in vielen Orten ein zunehmend rares Gut. Manches Auto wird so abgestellt, dass große Feuerwehrfahrzeuge nicht vorbeikommen. Das behindert die Wehrleute bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit und kann im Ernstfall wertvolle Zeit kosten.

Wer die Feuerwehr braucht, der ist froh, wenn sie schnell kommt und ungehindert arbeiten kann. Doch werden die Feuerwehrleute immer wieder durch behindernd parkende Autos bei der Ausführung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit gehindert.

Der Wachenheimer Wehrführer, Thomas Münch, berichtet, dass Fahrzeuge öfter widerrechtlich geparkt und dabei manchmal auch Hydranten blockiert werden. „Wenn Gefahr im Verzug ist, können wir das Fahrzeug abschleppen lassen, das dauert aber meistens recht lang. Wenn es gar nicht anders geht, wird das Fahrzeug ,weggejuckelt’, ohne es dabei zu beschädigen“, berichtet Münch. Oder man suche nach einem anderen Hydranten, das sei aber nicht überall möglich.

Feuerwehrleute zu Kontrollen unterwegs

Münch macht darauf aufmerksam, dass laut Straßenverkehrsordnung zwischen den auf beiden Seiten einer Straße parkenden Autos ein drei Meter breiter Abstand eingehalten werden muss. Denn nur dann könnten die großen Einsatzfahrzeuge, die etwa 2,50 Meter breit sind, die Straßen passieren. Die Wachenheimer Feuerwehr hatte kürzlich mit einem Posting im Netzwerk Facebook auf das Problem hingewiesen und war damit auf große Resonanz gestoßen. „Mein Appell an die Leute ist, dass sie sich an die Verkehrsregeln halten und sich nicht in das Parkverbot oder auf schraffierte Linien stellen“, sagt Münch. Er beobachte, dass Autos häufig auch ungünstig in Kurven geparkt werden.

Gegen die Fahrer von regelwidrig abgestellten Fahrzeugen, die einen Einsatz behindern, werde Anzeige erstattet, berichtet Münch. Feuerwehrleute würden außerhalb von Einsätzen kontrollieren, wo so geparkt werde, dass Feuerwehrfahrzeuge nicht durchfahren können. Diese Kontrollen seien vor allem an Wochenenden. Dabei habe man festgestellt, dass in Wachenheim Schlossgasse, Bleichstraße, Am Anger, Hintergasse, Bahnhofstraße, Roter Turmweg und Odinstalweg besonders neuralgische Punkte seien.

Christian Schmidt, Wehrleiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Wachenheim, sagt, dass es auch in den drei anderen zur Verbandsgemeinde gehörenden Orten das gleiche Problem gebe. Autofahrer sollten sich beim Parken Gedanken darüber machen, ob im Ernstfall ein Einsatzfahrzeug die Möglichkeit hat zu passieren. Die Behinderungen nehmen nach seiner Beobachtung zu. Doch würden verstärkte Kontrollen des ruhenden Verkehrs durch das Ordnungsamt ihre Wirkung zeigen.

Zum Parken Garagen und Hofeinfahrten nutzen

Bodo Wenngatz, Pressesprecher der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Freinsheim, kann die Aussagen der Wachenheimer Kollegen bestätigen. Er sieht eine Ursache für die zunehmenden Probleme mit parkenden Fahrzeugen darin, dass Garagen und Hofeinfahrten immer weniger zum Abstellen von Autos genutzt würden.

„Gerade in Freinsheim haben wir ein permanentes Parkproblem, was auch dazu führt, dass die Hydranten häufig zugestellt sind und wir teilweise 50 bis 80 Meter laufen müssen, um an Wasser zu kommen“, berichtet Wenngatz. Er rät den Verkehrsteilnehmern, außerhalb des Ortes zu parken, um zu Fuß in die Innenstadt zu laufen. „Zu Fuß kann man die Altstadt in Freinsheim viel besser genießen. Das ist besser als mit dem Auto hineinzufahren und dann lange einen Parkplatz zu suchen“, sagt Wenngatz.

Karlheinz Bayer, Leiter der Dürkheimer Feuerwehr, berichtet ebenfalls von Einsatzfahrten, die durch parkende Fahrzeuge behindert werden, dies gehöre in Bad Dürkheim jedoch nicht zur Tagesordnung. „Teilweise machen sich die Leute keine Gedanken, wenn sie ihre Autos in engen Gassen abstellen“, sagt der Wehrleiter. Er bittet darum, ein paar Meter weiter entfernt vom Geschäft oder der Wohnung zu parken, wenn ansonsten der Verkehr behindert würde.

Die Feuerwehr bei einer Testfahrt in der Ungsteiner Waldgasse.
Die Feuerwehr bei einer Testfahrt in der Ungsteiner Waldgasse.
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