Bad Dürkheim Weiter Trend zum Gymnasium

129 Schüler fangen im kommenden Schuljahr als Fünftklässler im Werner-Heisenberg-Gymnasium an.
129 Schüler fangen im kommenden Schuljahr als Fünftklässler im Werner-Heisenberg-Gymnasium an.

Mit 129 Schülern nimmt das Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) ab dem kommenden Schuljahr die meisten Fünfklässler im Raum Bad Dürkheim auf. Mehr Anmeldungen als Plätze hat weiterhin die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Wachenheim/Deidesheim. Überraschend: Die Realschule plus in Weisenheim am Berg hat mehr Zulauf aus sonst.

Der Trend zum Gymnasium hält ungebrochen an – wenn es auch im kommenden Schuljahr wieder fünf statt wie im Vorjahr sechs Klassen am WHG geben wird. „Wir haben mit 129 Schülern wieder unser normales Soll erreicht“, ist der stellvertretende Schulleiter Armin Rebholz zufrieden. Bei nochmals sechs Klassen (145 Schüler waren es 2017/18) wäre man an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. „Wir haben das im vergangenen Jahr auch nur bewältigen können, weil es ein Jahr zuvor nur vier Klassen gab“, erläuterte er. Eine „Punktlandung“ gab es bei den Anmeldungen für die flexible Nachmittagsbetreuung, die neu am WHG angeboten wird. Diese war auf etwa 25 Kinder ausgelegt und exakt so viele haben sich auch angemeldet. Hinzu kommen fünf Kinder, die aus der jetzigen Eingangsklasse angemeldet sind. Die meisten werden an zwei Tagen in der Woche betreut. Für die Kinder würde sich das WHG noch über Spiele oder Bastelsachen freuen, so der Schulleiter. Gleichbleibend wird laut Rebholz der bilinguale Unterricht nachgefragt: 55 Schüler sind dafür angemeldet. Französisch als erste Fremdsprache haben 18 Schüler gewählt – damit hätten sich hier die Zahlen nach einer kleinen Delle wieder stabilisiert. Für die IGS in Wachenheim haben sich 171 angemeldet – einer mehr als im letzten Jahr. Da nur 112 Kinder aufgenommen werden können, musste wieder das Losverfahren entscheiden. Die Kinder werden auf vier Klassen verteilt. „Mehr Klassen dürfen wir auch gar nicht aufmachen“, erläutert Schulleiter Georg Dumont. Das Interesse an der Ganztagsbetreuung an der IGS nehme leicht zu. „Spätestens ab der 7. Klasse beginnt das aber zu bröckeln.“ Eine Trendwende weg von der IGS sei nicht zu erkennen. „Wir sind eigentlich seit zehn Jahren relativ stabil“, freut sich Dumont. Bei einem großen Zulauf am WHG und an der IGS hat die Dürkheimer Carl-Orff-Realschule plus das Nachsehen. „Wir werden mit 53 Kindern schwach dreizügig bleiben“, erklärte Schulleiter Achim Walk. Ab der neunten Klasse wende sich das Blatt: „Da bekommen wir viele, die das Gymnasium nicht schaffen, und wir werden fünfzügig.“ Ändern könnte sich das nur, wenn die Realschule eine Oberstufe bekommen könnte. Jedoch sei dies vom Kreis nicht gewollt. Auch noch nicht durchsetzen konnte sich Walk mit seinem Vorschlag, eine gemeinsame Orientierungsstufe (5. und 6. Klasse) mit dem WHG anzubieten. „Die Kinder könnten länger gemeinsam lernen und da wir ein gemeinsames Schulzentrum haben, wäre das ideal“, so Walk und ergänzt: „Dann bräuchten wir hier auch die Oberstufe nicht.“ Zurückhaltend äußert sich der stellvertretende WHG-Schulleiter zu dem Vorschlag: „Das ist von Seiten der Eltern nicht gewünscht“, so Rebholz. Doch es gibt auch Realschulen mit steigenden Schülerzahlen: So hat die Realschule plus in Weisenheim am Berg eine positive Trendwende geschafft: „Wir haben mit 42 Kindern eine Steigerung von fast 30 Prozent“, freut sich Schulleiterin Petra Guth. Sie erklärt sich das gestiegene Interesse damit, dass man an den umliegenden Grundschulen mit Schnuppertagen und Sportfesten kräftig die Werbetrommel für Weisenheim am Berg gerührt habe. „Dass wir klein und überschaubar sind, kam sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern gut an“, führt die Schulleiter ein wichtiges Entscheidungskriterium an. „Für viele waren wir auch die erste Wahl und nicht nur die Alternative nach einem negativen Bescheid der IGS“, erläutert Guth. Die Realschule arbeite aber eng mit der IGS in Grünstadt zusammen: „Der Schulleiter empfiehlt uns, wenn er Kinder nicht aufnehmen kann.“ Schüler der Weisenheimer Realschule, die das Abitur ablegen wollen, wechseln ab der 11. Klasse meist an die IGS nach Grünstadt. „Wir passen auch schon in der 10. Klasse die Lehrpläne an, damit das reibungslos funktioniert“, erläutert Guth. Deshalb sei die Anmeldung an einer Realschule plus nicht gleichbedeutend damit, später kein Abi ablegen zu können.

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