Wachenheim
Wechsel an der Spitze der Verbandsgemeinde-Feuerwehr
Der Chemielaborant Marco Haag, dessen Verdienste bei der Übergabe gewürdigt wurden, arbeitet als Anwendungstechniker im Außendienst eines Unternehmens, das Reinigungs- und Desinfektionsmittel herstellt. Der 50-Jährige, der in Gönnheim wohnt und zwei erwachsene Söhne hat, war insgesamt 23 Jahre bei der Feuerwehr. Durch einen Berufskollegen war Haag zur Feuerwehr gekommen. Der hatte am Polterabend von Haag für Stimmung gesorgt und Marco Haag beschloss kurzerhand, der Feuerwehr in Gönnheim beizutreten.
Als 2007 die Feuerwehren von Friedelsheim und Gönnheim zusammengelegt wurden, wurde Haag stellvertretender Wehrführer. 2009 wurde er stellvertretender Wehrleiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde. 2011 wurde er in das Amt des Wehrleiters gewählt.
Berufliche und private Gründe
„Wehrleiter kann man bis zum 63. Lebensjahr sein“, erläutert Haag. Doch seien in den vergangenen Jahren immer mehr Aufgaben auf die Feuerwehr übertragen worden. Die zunehmenden Aufgaben als Wehrleiter habe er nicht mehr mit seinem Beruf und seinem Privatleben vereinbaren können. Er blicke sehr gern auf die vergangenen Jahre zurück. „Wenn man da nicht mehr 100 Prozent geben und seinen eigenen Maßstäben nicht mehr gerecht werden kann, sollte die Reißleine gezogen werden, dafür ist das Amt des Wehrleiters viel zu wichtig“, sagt der Gönnheimer.
Haag lobt die Kameradschaft der „tollen Truppe“ bei der Feuerwehr. Das gute Miteinander sei auch privat gepflegt worden. Beeindruckend sei die Verbesserung der Gebäude und die bessere Ausstattung der Wehren der Verbandsgemeinde mit Fahrzeugen in den vergangenen Jahren. Daran habe er maßgeblich mitgewirkt. „Es war immer schön, wenn bei einem Brand keine Menschen verletzt wurden und es keine Toten gab“, sagt der ehemalige Wehrleiter.
Bomben-Entschärfung in besonderer Erinnerung
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vor zwei Jahren in Gönnheim. „Das war ein beeindruckendes Erlebnis und ich bin stolz darauf, dass wir die Evakuierung mit Unterstützung von anderen Feuerwehren aus dem Landkreis Bad Dürkheim so reibungslos hinbekommen haben“, sagt Haag.
Er freue sich, dass Christian Schmidt zu seinem Nachfolger gewählt wurde, sagt Haag. Er sei sich sehr sicher ist, dass Schmidt den Posten hervorragend ausüben werde. Entzugserscheinungen von der Feuerwehr hat Haag noch nicht. „Ich genieße es, dass ich jetzt etwas Ruhe habe und nachts nicht mehr damit rechnen muss, dass der Melder losgeht“, gesteht er. Er sei froh, dass er nun jede Nacht bis zum Morgen durchschlafen kann.
Schon in der Jugendfeuerwehr aktiv
Der 46-jährige Christian Schmidt, der neue Mann an der Spitze der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde, war schon in der Jugendfeuerwehr aktiv und blickt mittlerweile auf 30 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr zurück. Der gelernte Kraftfahrzeug-Mechaniker arbeitet beim TÜV-Rheinland als Kraftfahrzeug-Techniker. Er wohnt in Ellerstadt, ist liiert, hat einen achtjährigen Sohn und ist nebenher im Weinbau und in der Landwirtschaft tätig.
Schmidt, der 2011 zum stellvertretenden Leiter der Feuerwehren der Verbandsgemeinde gewählt wurde, sagt, dass er konstruktiv, vertrauensvoll und harmonisch mit Marco Haag zusammengearbeitet habe. Jeder sei für festgelegte Aufgabenbereiche zuständig gewesen, das habe gut funktioniert.
„Die Arbeit des Wehrleiters besteht zu einem großen Teil aus administrativen Tätigkeiten, er hat viel mit der Verwaltung zu tun und kümmert sich auch viel um das Budget, also viel Papierkram“, berichtet Schmidt. Als Feuerwehrmann müsse man die Bereitschaft zum Helfen mitbringen, den Umgang mit Technik mögen und die gegenseitige Kameradschaft pflegen.
„Marco ist ein super Typ, ein Wahnsinnsmensch, ich werde versuchen, die Arbeit in seinem Sinne fortzuführen und weiter die gute Zusammenarbeit mit den Leitern der Feuerwehren der Ortsgemeinden pflegen“, verspricht der neue Wehrleiter.