Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wasser wird teurer: Bad Dürkheim, Wachenheim und VG Freinsheim erhöhen Preise

Ein Durchschnittshaushalt zahlt künftig zwischen 22 und 54 Euro mehr im Jahr fürs Wasser.
Ein Durchschnittshaushalt zahlt künftig zwischen 22 und 54 Euro mehr im Jahr fürs Wasser.

Ob in Bad Dürkheim oder in den umliegenden Verbandsgemeinden – überall steigt der Wasserpreis. Woran liegt das?

Gut vier Euro brutto mehr im Monat zahlt ein Dürkheimer Durchschnittshaushalt im kommenden Jahr fürs Wasser. Zu dem Ergebnis kommt Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Kistenmacher unter Berücksichtigung der neuen Preise der Dürkheimer Stadtwerke im Jahr 2026.

Er geht bei seiner Rechnung von einem typischen Haushaltsverbrauch von zehn Kubikmetern Wasser, also 10.000 Litern im Monat, aus. Da sich der Verbrauchspreis von 2,65 Euro auf 2,78 Euro pro Kubikmeter erhöht, werden pro Kubikmeter 13 Cent mehr fällig. Das sind in Summe 1,30 Euro im Monat.

Gestiegen sind aber nicht nur die Wasserpreise in Bad Dürkheim, sondern auch die Grundpreise. Diese seien über 20 Jahre unverändert geblieben, betont Kistenmacher. Ab dem kommenden Jahr stellen sie sich allerdings so dar: Bei der Standard-Zählergröße bis fünf Kubikmeter pro Stunde sind statt wie bisher 3,21 Euro 6 Euro brutto im Monat fällig, teilt Kistenmacher über die Erhöhung von 2,79 Euro mit. Insgesamt sind das also gut vier Euro mehr.

Die Erhöhung ist aus Sicht von Kistenmacher nötig, weil insbesondere die Kosten für Bauarbeiten erheblich angestiegen seien. Zusätzlich müssten die Wasserwerke mit der Aufbereitung und die Hochbehälter instand gehalten werden. Hinzu komme die komplexe Struktur des Wassernetzes in Bad Dürkheim durch die verschiedenen Höhenlagen der Wohngebiete, nennt Kistenmacher weitere Gründe. Insgesamt gebe es in Bad Dürkheim sieben Hochbehälter, die jeweils die Funktion eines Wasserturms übernehmen.

54 Euro mehr im Jahr

Auch in Wachenheim ist es vor allem die Kosten- und Investitionsentwicklung, die als Grund für die Erhöhung des Wasserpreises angeführt wird. „In den vergangenen zwei Jahren sind die Betriebs- und Energiekosten für die Förderung, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers weiter angestiegen“, heißt es in der Begründung der Wachenheimer Stadtwerke durch Werkleiter Dieter Panzer. Auch die Aufwendungen für Reparaturen, Unterhalt und technische Wartung hätten zugenommen, da insbesondere Leitungsnetz, Tiefbrunnen und Pumpentechnik einen höheren Erhaltungsaufwand erfordern.

Praktisch bedeutet die Erhöhung für einen Wachenheimer Durchschnittshaushalt eine Mehrbelastung von 54 Euro brutto im Jahr, also etwas mehr als in Bad Dürkheim. Wobei die Wachenheimer bei ihrer Rechnung von einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern ausgehen. Der Arbeitspreis steigt 2026 von 2,20 Euro (netto: 2,06 Euro) auf 2,56 Euro brutto (netto: 2,39 Euro) pro Kubikmeter. Das entspricht einer Erhöhung von rund 16 Prozent.

Bei der Kalkulation des neuen Wasserpreises hatte der Werkausschuss der Stadt Wachenheim verschiedene Varianten diskutiert. Letztlich entschieden sich die Mitglieder des Ausschusses für die Variante, bei der kein Mindestgewinn für das Werk angestrebt wird. Die andere Variante hätte einen Mindestgewinn erwirtschaftet. Das wäre besser fürs Wasserwerk, die Haushalte hätte es mit 96 Euro im Jahr aber deutlich mehr belastet als die andere Variante. Eine Sichtweise, der sich auch der Wachenheimer Stadtrat anschloss.

In Wachenheim gibt es noch eine Besonderheit: Für das Versorgungsgebiet Mundhardter Hof werden die Stadtwerke Wachenheim weiterhin durch die Stadtwerke Bad Dürkheim beliefert. Das Wasser beziehen die Wachenheimer Werke für 2,78 Euro brutto von den Dürkheimern. Die Wachenheimer berechnen für ihren Aufwand allerdings einen Aufschlag. Daraus ergibt sich für die Kunden im Mundhardter Hof ein Weitergabe-Preis von 2,89 Euro brutto.

Erhöhung um vier Cent

In der Verbandsgemeinde Freinsheim steigt der Wasserpreis im kommenden Jahr um zehn Cent von 1,42 Euro (brutto: 1,52 Euro) auf 1,52 Euro netto (brutto: 1,62 Euro) pro Kubikmeter. Außerdem erhöht sich der wiederkehrende Betrag je Nutzungseinheit von 22 auf 30 Euro. Dadurch können die VG-Werke ein leichtes Plus in Höhe von 35.000 Euro im nächsten Jahr erwirtschaften. Bereits 2025 gab es eine Erhöhung um vier Cent pro Kubikmeter. Der wiederkehrende Beitrag war von 20 auf 22 Euro geklettert. Durch die Erhöhung 2026 kommt auf einen Dreipersonenhaushalt eine Mehrbelastung von 22 Euro zu.

„Wir haben darüber im Werkausschuss zweimal beraten“, erklärt der für die Werke zuständige Beigeordnete Fred Krebs (CDU). Um vernünftig zu wirtschaften, sei die Erhöhung jedoch notwendig gewesen. Außerdem würden solche Preise überall in der Pfalz aufgerufen. In der VG Freinsheim komme erschwerend hinzu, dass man demnächst in die Erschließung eines neuen Brunnens einsteige und auch in die dafür erforderliche Wasseraufbereitung investieren müsse. „In dem Moment können wir nicht ohne Handlungsoption dastehen“, erklärte Krebs. Was den Brunnen auf Herxheimer Gemarkung betrifft, warte man noch auf Ergebnisse des Karlsruher Technologiezentrums.

Friedelsheimer Gruppe erhöht Grundgebühr

Bei der Friedelsheimer Gruppe, die die Orte Friedelsheim, Ellerstadt und Gönnheim mit Wasser versorgt, wird die Grundgebühr im nächsten Jahr um einen Euro erhöht – sie liege damit relativ hoch, wie Werkleiter Winfried Weber einräumte. Momentan beträgt die Gebühr für den Wasserzähler 8,56 Euro brutto (netto: 8 Euro) im Monat. Die Erhöhung sei notwendig, um die hohen Fixkosten zu decken.

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