Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Was Patienten an den Feiertagen beachten müssen

Die Bereitschaftspraxis in Bad Dürkheim ist zwischen den Jahren und an Feiertagen offen.
Die Bereitschaftspraxis in Bad Dürkheim ist zwischen den Jahren und an Feiertagen offen.

Zwischen den Jahren sind viele Arztpraxen in der Region geschlossen. Wer krank ist, für den ist der ärztliche Bereitschaftsdienst in Bad Dürkheim und Grünstadt da.

„In Bad Dürkheim sind alle Hausarztpraxen zwischen den Jahren zu“, informiert Sabine Rahmann, Moderatorin des ärztlichen Qualitätszirkels in der Kurstadt. Die Bereitschaftspraxen in Bad Dürkheim und Grünstadt hätten bereits vor einigen Monaten signalisiert, in dieser Zeit die Patientenversorgung zu übernehmen. Für die Arztpraxen seien solche Schließzeiten nicht nur wichtig, weil die Angestellten Urlaub nehmen oder die Ärzte selbst einmal durchatmen können. „Wie sollen wir sonst junge Ärztinnen und Ärzte rekrutieren, wenn sie nicht einmal drei Tage zwischen den Jahren Urlaub nehmen können?“, nennt Rahmann einen weiteren wichtigen Punkt. Über eine Umlage tragen die Mediziner zur Finanzierung der Bereitschaftspraxen bei, die in der Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) liegen. Allerdings sind nicht alle Praxen in der Region zwischen den Jahren zu: Beispielsweise hat die Hausarztpraxis Wessel/Himpele in Freinsheim am 28. Dezember vormittags geöffnet – behandelt werden allerdings ausschließlich Notfälle.

Ob beim Bereitschaftsdienst, in der Praxis oder im Krankenhaus: Die Mediziner gehen in den kommenden Tagen von mehr Patienten aus als sonst. Aus seiner 20-jährigen Erfahrung im Bereitschaftsdienst wisse er, dass es zwischen den Jahren immer zu einem enormen Patienten-Andrang komme, sagt etwa der ärztliche Leiter der Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) in Bad Dürkheim, Volker Gaus. In dieser Zeit sei die BDZ auf jeden Fall doppelt besetzt. „Wir werden uns bemühen, allen Patienten gerecht zu werden, aber längere Wartezeiten können wir leider nicht ausschließen“, sagt der promovierte Mediziner.

Rahmann: Nur wer wirklich krank ist, soll kommen

Ende 2022 kam es besonders in Grünstadt zu langen Wartezeiten – nicht zuletzt, weil viele Patienten eine Krankschreibung zwischen den Jahren wollten. Das sei aber nicht Sinn einer Bereitschaftspraxis, erklärt Sabine Rahmann. Diese sollten nur Menschen aufsuchen, die wirklich krank sind – etwa bei Fieber über 39 Grad, Verlust der Gehfähigkeit, Thorax-Schmerzen, Blutdruckproblemen oder anderen Anzeichen für eine schwere Erkrankung, so die promovierte Ärztin. Sie habe bei ihren Diensten in der Grünstadter Bereitschaftspraxis schon Patienten erlebt, die wegen einer Impfung oder eines Check-Ups kämen. Dafür sei der Bereitschaftsdienst nicht da, betont Rahmann, die ihre eigene Praxis in der Bad Dürkheimer Wasserhohl am 2. Januar wieder öffnen wird.

Wie Volker Gaus berichtet, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst in Bad Dürkheim und Grünstadt an den Feiertagen und zwischen den Jahren bis einschließlich Silvester von 9 bis 23 Uhr besetzt, an Neujahr nur noch von 9 bis 17 Uhr. Gaus fügt hinzu, dass die eingeteilten Ärzte alles tun werden, um den Patienten gerecht zu werden. Wer krank sei, müsse sich über die Notfallnummer 116117 zunächst anmelden. In einem ersten Gespräch würden Angaben über die aktuellen Beschwerden eingeholt, damit die Erkrankung eingeordnet werden könne, erklärt der Mediziner. Im Laufe des Gesprächs könne erkannt werden, welche weiteren Maßnahmen nötig seien. „Das kann im Extremfall bedeuten, dass sofort ein Notarzt gerufen werden muss oder auf der anderen Seite, dass der Patient zu Hause bleiben kann, um in der nächsten Woche den Hausarzt aufzusuchen. Selbstverständlich kann auch zu einem Besuch beim Bereitschaftsdienst geraten oder der Hausbesuchsdienst angekündigt werden“, beschreibt Gaus die möglichen Vorgehensweisen. Er empfiehlt, sich über die Feiertage einen ausreichenden Vorrat der üblicherweise benötigten Medikamente zuzulegen.

Im Zweifel schon vor den Feiertagen zum Hausarzt

Die BDZ für die telefonische Krankschreibung zu nutzen, ist aus seiner Sicht keine gute Idee. Dies liege vor allem daran, dass die diensthabenden Ärzte die Patienten in der Regel nicht kennen würden und sich deshalb kein genaues Bild über die Art und Schwere der Krankheit machen könnten.

Auch in den Krankenhäusern in Bad Dürkheim und Grünstadt rechnet man in den nächsten Tagen mit mehr Patienten in der Notaufnahme als sonst. Das sei an Feiertagen üblich. Aber: „Eine hausärztliche Versorgung kann nicht von unserer Zentralen Notaufnahme übernommen werden“, betont Diakonissen-Pressesprecherin Susanne Liebold.

„Um die Notaufnahmen und die Bereitschaftsdienstzentralen nicht zu überlasten, ist es wichtig, dass Patientinnen und Patienten möglichst noch vor den Feiertagen Kontakt mit den Hausärzten aufnehmen, wenn sich erste Krankheitssymptome zeigen oder Arzneimittel zu Neige gehen“, rät Liebold. Bei kleineren Problemen sollten Patienten immer erst den Weg über die BDZ nehmen. Ins Krankenhaus gehen sollten Patienten nur bei schwerwiegenden Verletzungen und Erkrankungen, bei denen ein stationärer Klinikaufenthalt zu vermuten ist, ergänzt Markus Kieser, Verwaltungsdirektor des Kreiskrankenhauses in Grünstadt.

Im Notfall gilt weiter: Rettungsdienst alarmieren

„Bei echten Notfällen gilt: Alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 oder kommen Sie in die Notaufnahme des Krankenhauses! Wir sind rund um die Uhr für Notfälle da“, betont Krankenhaussprecherin Liebold. Die Notfallversorgung und die weitere medizinische Versorgung in sämtlichen Abteilungen sei rund um die Uhr gesichert. Planbare Eingriffe würden an den Feiertagen in der Regel aber nicht vorgenommen. „Dies deckt sich auch mit dem Wunsch der allermeisten Patientinnen und Patienten“, so Liebold.

Vor der Ärztlichen Bereitschaftspraxis vor dem Kreiskrankenhaus in Grünstadt bildete sich 2022 eine lange Warteschlange. Auch ko
Vor der Ärztlichen Bereitschaftspraxis vor dem Kreiskrankenhaus in Grünstadt bildete sich 2022 eine lange Warteschlange. Auch kommende Woche rechnen Mediziner wieder mit vielen Patienten – und können längere Wartezeiten nicht ausschließen.
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