Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wanderwege: Warum es schon wieder ein Konzept gibt

Die Stadt Bad Dürkheim hat ihr Wanderwegenetz 2021 neu beschildert – und muss jetzt erneut ran.
Die Stadt Bad Dürkheim hat ihr Wanderwegenetz 2021 neu beschildert – und muss jetzt erneut ran.

Der Pfälzerwald-Verein will sein Wegenetz verschlanken. Das hat auch Auswirkungen auf Dürkheimer Gemarkung. Doch welche? Fragen und Antworten im Überblick.

Wie ist es um die Wanderwege rund um Bad Dürkheim bestellt?
Die Wanderwege rund um die Kurstadt attraktiver machen – das war die Idee der Stadt vor einigen Jahren. Bis 2021 wurden die Strecken rund um Bad Dürkheim inspiziert, katalogisiert, beschildert und gestrafft. Das Ergebnis: Das Wegenetz von 499 Kilometern – um Doppelführungen bereinigt waren es 308 Kilometer – wurde um 20 Prozent reduziert. Gekostet hatte das, so Sachgebietsleiter Gerrit Altes, etwa 100.000 Euro. Damals waren vor allem die Strecken rund um die Wanderparkplätze ausgedünnt worden. Die Strecken des Pfälzerwald-Vereins hingegen – etwa 192 Kilometer Wegenetz – blieben überwiegend bestehen. Die „Fernverbindungen“ über Gemarkungsgrenzen hinweg hätten die Dürkheimer nicht einfach kappen können, so Altes.

Was passiert jetzt?
Inzwischen steht fest, dass gewisse Wege des Pfälzerwald-Vereins wegfallen werden. Die Initiative für die Neukonzeption des Grundwanderwegenetzes geht vom Pfälzerwald-Verein selbst und der Pfalz Touristik aus. Erstellt hat das Konzept der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats. 3500 Kilometer Wegenetz sollen auf 1950 Kilometer reduziert werden. Neben dem Rückbau gehe es auch um die Qualitätssicherung der Wege und Möglichkeiten der Vermarktung.

Was bedeutet das für Bad Dürkheim?
Geht es nach dem neuen Konzept, bleiben auf Dürkheimer Gemarkung noch rund 90 Kilometer tatsächliche Wegstrecke des Pfälzerwald-Netzes enthalten. Jeweils eine Strecke oder zwei Strecken liegen auf diesen Wegen. Deswegen könne man die Zahlen (vorher: 192 Kilometer, nachher: 90) nicht direkt vergleichen, so Altes. Er geht von einer Verschlankung des Netzes von etwa 40 Prozent aus.

Was kostet das Ganze?
Das Projekt kostet rund zwei Millionen Euro. 1,5 Millionen trägt das Land. Den Restbetrag teilen sich laut Altes 25 Kommunen. Auf Bad Dürkheim würden erst einmal Einmalkosten in Höhe von 18.000 Euro zukommen. Dazu kommen laufende jährliche Kosten: ab 2029 jeweils 3800 Euro. Mit diesem Geld werden Wartung, Markierungsmaterial, aber auch eine halbe Koordinierungsstelle finanziert.

Warum geht Bad Dürkheim schon wieder ein Streckenkonzept an?
Bad Dürkheim ist eine von vier Gemeinden, die bereits die Ausschilderung des kompletten Wegenetzes, inklusive des PWV-Netzes, modernisiert haben. Diese Gemeinden haben also eine andere Ausgangslage als Kommunen, die das noch nicht gemacht haben. Altes sagt, er habe deswegen auf eine spitze Abrechnung bestanden und sich gegen einen Pauschalbetrag gewehrt. Er geht davon aus, dass Bad Dürkheim am Ende weniger als die geplanten 18.000 Euro zahlen muss. In Kaiserslautern, wo das Netz noch nicht entsprechend vorbereitet sei, seien es etwa 26.000 Euro.

Altes betont, dass die Stadt die Strecken des PWV zwar bereits beschildert habe, aber nicht wesentlich straffen konnte. Für ihn ist das neue Konzept daher eine „Veredelung“.

Was ist der nächste Schritt?
Der Wirtschaftsausschuss hat Anfang Juni das Konzept mit zwei Enthaltungen zur Verabschiedung empfohlen. Auf der Tagesordnung des Stadtrats steht der Punkt aber erst in der zweiten Jahreshälfte. Der Bezirksverband hätte gerne eine Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung im Herbst. Das sei wohl noch nicht möglich, so Altes, der davon ausgeht, dass die Stadt vorbehaltlich der Haushaltsbeschlüsse zusagt.

Wie ist die Stimmungslage?
Claudius Güther (CDU), Erster Beigeordneter der Stadt, sagte in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, er sei zunächst gegen das neue Konzept gewesen, weil die Stadt erst jüngst eine Infrastruktur geschaffen habe. Er stimme jedoch nach Beschäftigung mit der Thematik aus voller Überzeugung zu. Die Unterstützung des Konzepts sei auch eine Unterstützung der Wegewarte des Pfälzerwald-Vereins und deren jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Altes betonte in der Sitzung, die rückgebauten Stecken könnten für Mountainbiketouren genutzt werden, um Trailsharing zu vermeiden.

Ralf Lang (SPD) sagte, die Dürkheimer Haushaltslage sei derzeit nicht so, dass man das durchwinken könne. „Die Idee ist nicht verkehrt, aber Bad Dürkheim hat bereits seine Hausaufgaben gemacht“, so Lang, der die Frage nach dem Mehrwert für die Stadt stellte.

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