Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Waldstraße: Anwohner fordern mehr Maßnahmen gegen Raser

Anwohner beklagen, dass sich in der Wachenheimer Waldstraße viele Auto- und Motorradfahrer nicht an Tempo 30 halten.
Anwohner beklagen, dass sich in der Wachenheimer Waldstraße viele Auto- und Motorradfahrer nicht an Tempo 30 halten.

Obwohl die Auto- und Motorradfahrer in der Waldstraße in Wachenheim nur mit Tempo 30 fahren dürfen, klagen viele Anwohner über rücksichtslose Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Was sagen Behörden und Polizei dazu?

Viele Anwohner der Waldstraße (K16) klagen über Auto- und Motorradfahrer, die in beiden Richtungen durch ihre Straße rasen, was neben der Lärmbelästigung auch zu gefährlichen Situationen für die Fußgänger führt. Die Bürgersteige in der Waldstraße sind eng, teils nur 30 Zentimeter breit. Bei Kai Hensel sind es 70 Zentimeter. Trotzdem fühle es sich „fast wie ein Angriff an“, wenn ein Auto mit 50 Kilometern pro Stunde vorbeifahre. Man müsse extrem vorsichtig sein, sagt Hensel, der schon vom Außenspiegel eines Autos gestreift wurde. Bei Gegenverkehr gebe es bis zum Bürgersteig kaum Platz, sodass die Autos unmittelbar neben den Passanten vorbeifahren.

Und das oft zu schnell, wie auch Wolfgang Jaehnnichen beklagt, „nicht mit Tempo 30, sondern mit 40, 50 oder sogar 60 Sachen“. Seiner Meinung nach sollten Pendler den Umweg über Neustadt in Kauf nehmen, um die Waldstraße nicht noch mehr zu belasten. Außerdem sei die K16, die in Richtung Kurpfalzpark führt, wegen ihrer engen Bauweise sehr unfallträchtig.

Lichthupe, dichtes Auffahren und Beleidigungen

Alexandra Mayer hat in knapp 20 Jahren eine enorme Zunahme des Durchgangsverkehrs beobachtet. „Wir haben oft Schwierigkeiten, aus unserer Garage, die zwischen zwei Parkbuchten liegt, herauszukommen“, sagt sie. Zudem werde der gegenüberliegende Fußweg immer häufiger als Fahrbahn mitbenutzt, wodurch Fußgänger, Radfahrer und spielende Kinder gefährdet seien. Ein kleiner Teil des Gehsteigs sei Ende 2020 mit Baken gesichert worden. Als weiteres Mittel gegen die Geschwindigkeitsübertretungen könne sie sich Schwellen auf der Fahrbahn vorstellen.

Christian Faller spricht sich für schärfere Kontrollen seitens der Polizei aus. „Wenn das höchste Verkehrsaufkommen ist, machen die nichts“, sagt der Vater einer vierjährigen Tochter. Er wünscht sich Kontrollen zwischen 6 und 8 sowie nach 16 Uhr. Bei seinem Anwesen werde „voll auf das Gaspedal getreten, obwohl noch Tempo 30 gilt. Die 50er-Zone, die bis zum Campingplatz geht, wird schon gar nicht mehr beachtet“, sagt Faller, der am Ende der Waldstraße wohnt. Er berichtet, er halte sich selbst immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit und ernte dafür Lichthupen, dichtes Auffahren und Beleidigungen. Wie andere Anwohner, die kleine Kinder haben, sorgt auch er dafür, dass seine Tochter nicht vor ihm das Haus verlässt, um sie vor gefährlichen Situationen zu schützen.

LBM: Große Fahrzeuge müssen durchpassen

Hensel sagt, zur Problemlösung könne alles beitragen, „was bei den motorisierten Verkehrsteilnehmern mehr Bewusstsein schafft“. Die installierten 30er-Schilder seien zu klein und teils zugewachsen, die Markierungen auf der Straße bringen nichts. Darum hält Hensel bauliche Maßnahmen für nötig, die Autofahrer zwingen, langsam zu fahren. Auch das Thema „Rechts vor Links“ solle man diskutieren.

Ein Sprecher des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer teilte auf Anfrage mit, dass die Waldstraße mit den vorhandenen Parkmöglichkeiten auf der Fahrbahn relativ schmal sei und es daher eher unwahrscheinlich sei, dass dort ein größerer Teil der Verkehrsteilnehmer tatsächlich mit überhöhter Geschwindigkeit fahre. Grundsätzlich müsse die Waldstraße als Kreis- und Durchgangsstraße für sperrige Fahrzeuge wie Bus, Müllabfuhr, Feuerwehr und Räumfahrzeuge befahrbar sein. Beim Ausweisen weiterer Parkmöglichkeiten müsse beachtet werden, dass die großen Fahrzeuge auch einen großen Wendekreis hätten. Schwellen, die auch Lärm verursachen, dürften in einer Kreisstraße nicht aufgebracht werden. „Rechts vor links“ sei in einer Durchgangsstraße, die immer eine Vorfahrtsstraße sei, nicht möglich. Der LBM sehe keine Veranlassung für bauliche Maßnahmen.

Ordnungsamt: Prüfen weitere Verbesserungen

Ein Sprecher der Dürkheimer Polizei teilte mit, im vergangenen Jahr habe es aufgrund von Anwohnerbeschwerden mehrfach Tempokontrollen in der Waldstraße gegeben. Dabei seien keine schwerwiegenden Geschwindigkeitsübertretungen aufgefallen. Das schnellste Fahrzeug sei mit 45 Kilometern pro Stunde gefahren. Man nehme die Hinweise aus der Bevölkerung aber ernst und werde weitere Messungen zu Stoßzeiten veranlassen.

Matthias Metzner vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Wachenheim kennt die Problematik. Er verweist aber auch auf die begrenzten Möglichkeiten der VG bei einer Kreisstraße. Mit Parkflächen und Pollern auf dem Gehweg habe man versucht, die Situation zu entschärfen. Im oberen Teil der Straße soll „noch im April“ eine mobile Tempomesstafel installiert werden, verspricht Metzner. In der Verkehrsschau im Frühsommer wolle er die Waldstraße mit allen Beteiligten in Augenschein nehmen, um Verbesserungen zu diskutieren.

Laut Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) habe die VG als Straßenverkehrsbehörde schon einiges getan. Neben den angesprochenen baulichen Maßnahmen habe man erreicht, dass aus Lärmschutzgründen Tempo 30 vorgeschrieben sei, und so zum Schutz der Anwohner beigetragen. „Wenn Anwohner uns informieren, dass sie beobachtet hätten, dass Autofahrer über den Gehweg fahren, können wir in Absprache mit dem LBM zusätzliche Poller aufstellen, wenn noch genügend Platz für Kinderwagen oder auch Rollatoren bleibt“, versichert Bechtel.

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