Wachenheim
Wachenheimer Kulturverein feiert 40. Geburtstag
Am 14. Mai 1980 war der Heimat- und Kulturverein Wachenheim von 16 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben geworden. Seit 1986 heißt er Kulturverein, weil sich die Mitglieder mehr in Richtung Kunst und Kultur ausrichten wollten. Am Sonntagvormittag wurde der 40. Vereinsgeburtstag im Hof der Sektkellerei in Wachenheim gefeiert. Im Anschluss wurde die Skulptur „Zugeneigt“ des Dürkheimer Bildhauers Mathias Nikolaus auf dem alten Kirchhof enthüllt, eine Schenkung des Ehepaares Ursula und Heinz-Ulrich Werther.
Dass das Jubiläum ausgerechnet in die Corona-Pandemie fällt, mache schmerzlich bewusst, was es bedeutet, wenn man Kultur nicht mehr „erlebbar machen“ könne, sagte der Vorsitzende Martin Pfeiffer. Jetzt, da der „Schleier“ über Corona wieder vorsichtig gelüftet werde, müsse neu definiert werden, ob es Kunst und Kultur „an den Kragen gehen“ soll. Ob das Geld womöglich für andere Dinge ausgegeben werde, so Pfeiffer. „Wir bleiben neugierig auf Neues und wollen Kunst und Kultur für alle“, sagte der Vorsitzende. 40 Jahre Kulturverein heiße 700 Veranstaltungen mit Tausenden von Besuchern.
Fragen zur Vereinsgeschichte wurden durch Interviews beleuchtet. Erster Interviewpartner war Gerhard Rist, ein Gründungsmitglied. Der damalige Verbandsbürgermeister Roland Hummel – von 1980 bis 1988 Vorsitzender des Kulturvereins – habe auf derartige Einrichtungen in anderen Orten verwiesen. Auf einen entsprechenden Aufruf hätten sich spontan genug Leute gemeldet, beantwortete Gerhard Rist die Frage Pfeiffers, was sie „damals geritten“ habe, einen Kulturverein aus der Taufe zu heben.
Pan, Pietà und mehr
Hummels Nachfolger als Vorsitzender war Werner Dietrich (1988 bis 1991). Die am längsten amtierende Vorsitzende des Kulturvereins war Ursula Rist (1991 bis 2002). In ihrer Amtszeit verdoppelte sich der Mitgliederstand von 140 auf 280, aktuell sind es 243. Es habe mit ihrer Herkunft aus dem Osten Deutschlands zu tun, dass 1991 die erste Reise des Kulturvereins in die neuen Bundesländer ging. Für die umfangreiche Arbeit habe es ein gutes Team gebraucht, sagte Rist in dem Interview, ihres habe von Anfang an mitgezogen und für sie sei es eine Art Familie gewesen. Nach Ursula Rist war Heinz-Ulrich Werther (2002 bis 2009) der Kopf des Kulturvereins. In Werthers Amtszeit fiel die Restaurierung und Verlegung der barocken Wachenheimer Pietà von der Waldstraße an die St. Georgskirche. 2013 fand sie mit Altar ihren heutigen Platz an der Chorwand der St. Georgskirche.
Nach Heinz-Ulrich Werther kam Dr. Wolf-Rüdiger Bias (2009 bis 2014). Weil ihm das politische Umfeld damals „zu kurz“ kam, sei das für ihn Anlass gewesen, Vortragsreihen zu aktuellen Themen anzubieten, erzählte Bias. Zwischen 50 und 150 Leuten seien zu den politischen Diskussionen gekommen, blickte Bias zurück. Dienstälteste im Vereinsvorstand ist mit 14 Jahren Isabel Lübke. Sie bezeichnete sich selbst als die „Frau im Hintergrund fürs Praktische.“ In 2017 ließ der Verein den „Pan mit Flöte und Weinschlauch“ von Thomas Duttenhoefer beim Diebsturm aufstellen. Stadt und Kulturverein seien sich „sehr zugeneigt“, versicherte Bürgermeister Torsten Bechtel.
Eine Herausforderung sei es, den Verein auch für jüngeres Publikum attraktiver zu machen, so Pfeiffer. Der Verein könne aber durchaus optimistisch in die Zukunft schauen.
Monika Höfling-Grote, Querflöte, und Klaus Schindelbeck, Akkordeon, untermalten den Festakt musikalisch.
Der Vorstand