Bad Dürkheim Wachenheim: Unterschriftenaktion für Radwegbeleuchtung
Der Wachenheimer Stefan Rath hat Unterschriften für eine Beleuchtung des Fahrradwegs zwischen Wachenheim und Bad Dürkheim gesammelt und am Dienstag an Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) übergeben. Dieser will die Kosten kalkulieren lassen.
14 Jahre auf dem Radweg - im Winter ist es duster
Seit 14 Jahren fährt Stefan Rath (48) fast täglich mit dem Fahrrad von Wachenheim nach Bad Dürkheim zur Arbeit und ärgert sich vor allem in den Wintermonaten darüber, dass der Rad- und Fußweg entlang der Weinstraße (L 516) nicht beleuchtet ist. Der gelernte Industriekaufmann, der in einem Unternehmen der Telekommunikationsbranche arbeitet, hatte sich deswegen beim Wachenheimer Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) erkundigt, welche Möglichkeiten er habe. Bechtel wies ihn darauf hin, dass er einen Bürgerantrag stellen könne, wenn zwei Prozent der Wachenheimer Bürger den Antrag unterschrieben hätten. Dies sieht die Gemeindeordnung (GemO) in Rheinland-Pfalz so vor. Bei etwa 4750 Einwohnern lag die Messlatte bei 95 Unterschriften. Fleißig war er mehrere Wochen unterwegs, um die erforderlichen Unterschriften einzusammeln. Gestern war es dann soweit: „Ich habe dem Bürgermeister einen Umschlag mit dem Antrag und den Unterschriften übergeben“, berichtet Stefan Rath. „Ich finde es immer gut, wenn unsere Bürger aktiv werden und sich wie Herr Rath zum Wohle der Stadt engagieren“, bewertet der Bürgermeister die Aktion. Das bürgerschaftliche Engagement sei eine große Stärke Wachenheims.
Im Januar: Kalkulation im Haupt- und Finanzauschuss
Er werde das Projekt im Haupt- und Finanzausschuss vorstellen und kalkulieren lassen, damit den Ratsmitgliedern bei der nächsten Sitzung im Januar die ungefähren Kosten präsentiert werden können. Wenn der Doppelhaushalt 2019/2020 verabschiedet werde, könne man diese Position mit aufnehmen. Wie der Rat entscheidet, wisse er natürlich nicht, so Bechtel. Es gebe zudem noch weitere unbeleuchtete Radwege wie die Strecken nach Friedelsheim und Forst oder auch den von Schulkindern genutzten Radweg, der durch die Wingerte in Richtung Dürkheimer Fronhof führt. Außerdem wolle man auch noch mit Vertretern der Stadt Bad Dürkheim über eine Kostenbeteiligung sprechen und mögliche Synergieeffekte diskutieren.
Im Interesse der Dürkheimer
Der etwa 800 Meter lange Radweg, der vom Kreisel in Wachenheim bis zum Kreisel in Bad Dürkheim führt, liegt zwar fast ausschließlich auf Wachenheimer Gemarkung, aber eine Beleuchtung sei schließlich auch im Interesse der Dürkheimer, sagt Bechtel. „Wenn wir es machen, machen wir es vernünftig mit LED-Lampen nach den derzeit erforderlichen modernsten Standards“, erläutert er weiter.
Kein mulmiges Gefühl mehr beim Befahren
Dies wäre bestimmt auch im Sinne von Claus Bischoff, der seit 30 Jahren in Wachenheim wohnt und sehr oft aus beruflichen Gründen mit dem Rad nach Bad Dürkheim unterwegs ist. „Abends ist es schon gefährlich, dort zu fahren, da einige Radler ohne Licht unterwegs sind und auch plötzlich Fußgänger aus den Wirtschaftswegen auftauchen“, berichtet er. Außerdem würden die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos die Radfahrer und Fußgänger blenden, was bei einer vernünftigen Beleuchtung des Weges kein Problem mehr wäre, vermutet er. Er hätte dann auch nicht mehr so ein mulmiges Gefühl, an den auf dem Parkplatz in Höhe des Weinstraßenfensters abgestellten Autos vorbeizufahren. „Ich unterstütze den Antrag von Herrn Rath und finde es toll, dass er sich so engagiert.“ Vielleicht gibt es bald einen beleuchteten Radweg zwischen Wachenheim und Bad Dürkheim, den man nach dem Initiator eigentlich „Rath“-Weg nennen könnte …