Bad Dürkheim
Wachenheim: Roadtrip mit Once im Badehaisel
Einen zweistündigen Roadtrip in den US-amerikanischen Südwesten spendierte das Duo „Once unplugged“ den Zuschauern im rappelvollen Wachenheimer Badehaisel. Mal selbstironisch, mal melancholisch, mal politisch, mal biografisch pendelten Michael Schmid und Jens Riehle am Mittwochabend zwischen Folk, Rock und Blues.
Die beiden Musiker kennen sich schon ewig und treten seit fünf Jahren gemeinsam auf. Michael Schmid als Lead-Sänger und an der Gitarre, Jens Riehle als Background-Sänger und an Gitarre, Bass oder Blues Harp nahmen das Publikum von den ersten Akkorden an mit in die Welt ihrer selbstgeschriebenen englischsprachigen Songs. Waren beide an der Gitarre zu hören, übernahm Schmid den Rhythmus-Part, während Riehle mit Einwürfen und aufgelösten Akkorden für einen breitgefächerten, volumenstarken Sound sorgte.
„Kleine Momentaufnahmen unseres Alltags, Kommentare zum Weltgeschehen und Geschichten über Begegnungen“, hatten die beiden Künstler versprochen – und sie hielten Wort. Wie beim „Hanksville Blues“, für den ein Besuch Schmids in einem Supermarkt in dem Wüstennest mitten im Nirgendwo Utahs Pate stand. Das Lied erzählt die fiktive Geschichte einer jungen Verkäuferin in dem Markt, die der Kleinstadtenge entfliehen will. Das Zusammenspiel von Gitarre und Blues Harp, dazu die traurige Geschichte und Schmids raue Stimme entführten die Zuhörer nach Hanksville – wirklich dort bleiben möchte aber niemand in „this goddamn town“.
Song mit Trump-Zitaten
Fröhlicher und freundlicher geht es in „Old friends“ zu, einem Song über die Freundschaft. Alte Freunde – das trifft auf Schmid und Riehle zu, die sich aus Studententagen kennen und beim Konzert ein ums andere Mal in Erinnerungen schwelgen. „Wir alle können etwas dafür tun, dass die Welt ein Stückchen besser wird“, kündigte Schmid den Song „Change the world“ an, in dem es um die täglichen Horrornachrichten in den Fernsehnachrichten geht. Nicht zuletzt ist der Titel eine Hommage an John Lennon’s „Imagine“: „You may say I’m a dreamer - but I’m not the only one. John Lennon was right, the world must be as one – unite“, singt Schmid.
Geht’s um Weltpolitik, dann darf Donald Trump nicht fehlen. In „Fire and Fury“, dessen Text zum Teil aus Originalzitaten des ungeliebten US-Präsidenten besteht, macht das Duo aus der Pfalz keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Politik des mächtigen Manns mit Kallstadter Vorfahren. Und das Publikum? Dem gefiel, was es hörte – und es ließ die Musiker, die viele Titel ihrer selbst produzierten CD „First“ präsentierten, erst nach zwei Zugaben von der Bühne.