Bad Dürkheim Wachenheim: Initiative weiht ihren neuen Garten ein
Der Wachenheimer Stadtmauergarten, der seit Ende 2015 zu den Projekten der Initiative Stadtmauer gehört, ist gestern Vormittag eingeweiht worden.
Im November 2015 hatte sich die Initiative eines neuen Projekts angenommen. Ein Grundstück, das damals noch ausschließlich für Weinanbau genutzt wurde, konnte gepachtet werden, um einer besonderen Idee nachzugehen. Im Zuge des Doppeljubiläums der Stadt 2016 hatte Pierre Amblard, der stellvertretende Vorsitzende der Initiative, sich überlegt, hier einen Stadtmauergarten nach mittelalterlichem Vorbild entstehen zu lassen. Ziel war es von Beginn an, ausschließlich Pflanzen anzubauen, die man schon im Mittelalter gepflanzt hatte. Diesem Ziel ist die Initiative mittlerweile um einiges näher gekommen. Aus dem ehemaligen Wingert hat sich ein historischer Garten entwickelt, in dem der Anbau von 250 verschiedenen Pflanzenarten geplant ist. Außerdem werden noch in diesem Jahr verschiedene besondere Veranstaltungen stattfinden. Einige davon stellte Pierre Amblard gestern Vormittag vor: So ist für 6. Mai eine Stadtmauer- und Gartenführung geplant, die schließlich im Garten mit kleinem Imbiss abgerundet werden soll. Eine weitere Idee hatte Christiane Rosenberg, Vorsitzende der Initiative: „Ich hatte mir es schön vorgestellt, wenn dieser Garten einmal Austragungsort für eine Yogastunde wäre, und daraufhin einige Lehrerinnen in Wachenheim kontaktiert.“ Die Reaktion sei durchweg positiv gewesen – und so ist für Juni die Premiere geplant. Rosenberg „träumt“ aber schon weiter: „Ein Mitternachts-Yoga wäre doch optimal, hier alles beleuchtet, bei Mitternacht in einer warmen Sommernacht, das wäre sicher ein tolles Ambiente.“ Auch ein Freiluftschachturnier und ein mittelalterliches Abendessen im nahen „Café Kulturey“ sind angedacht. Amblard selbst berichtete freudig, dass ihm in Zukunft helfende Hände zur Verfügung stehen werden: Drei aus Afghanistan stammende Asylbewerber, die auch im städtischen Bauhof tätig sind, werden ihm unter die Arme greifen. Amblard ist erfreut: „Ich selbst schaffe das einfach ohne regelmäßige Hilfe nicht mehr. Es gab immer wieder Samstagseinsätze, bei denen ich von verschiedenen Helfern unterstützt wurde. Aber zu wissen, dass ich mich zukünftig über regelmäßige Mitarbeiten freuen kann, ist sehr beruhigend.“ Allgemein habe das Projekt in der Bevölkerung immer mehr Anklang gefunden, so dass Amblard hofft, dass bis Juni täglicher Hege inklusive Gießen, Jäten und Hacken, was er als die „drei Grundsäulen der Gartenpflege“ bezeichnet, nichts im Wege steht. Beigeordneter Helmut Panzel pflichtete Amblard bei, dass die „Umwandlung eines Wingerts in einen Kulturgarten“ keineswegs einfach sei. Zumal der Kampf gegen die Unkräuter allein gar nicht zu bewältigen sei: „Selbst bei ständigem Jäten werden die Unkräuter immer wieder sprießen, da deren Samen mindestens zehn bis zwölf Jahre im Erdreich überdauern“, sagt Panzel, der eigenen Angaben nach mehrere Semester Biologie studiert hat. Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass dank ausreichender Helferschar hier ein Schmuckstück für Wachenheim entsteht. Im Internet Informationen über Veranstaltungen sowie zur Vielseitigkeit der angebauten Kräuter, Pflanzen, Bäume und Gemüsesorten findet man auf der Homepage der Initiative unter www.stadtmauer-wachenheim.de