Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wachenheim: Helmut Panzel über politisches Engagement und das Segeln

Die Steigerung der Attraktivität des Campingplatzes war ein Anliegen von Helmut Panzel.
Die Steigerung der Attraktivität des Campingplatzes war ein Anliegen von Helmut Panzel. Foto: Franck

Im Sommer hat Helmut Panzel den Posten als Beigeordneter der Stadt Wachenheim geräumt. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ blickt der promovierte Chemiker auf seine politische Laufbahn zurück und erklärt, warum er oft mit Fotoapparat unterwegs ist.

Von Jens Lepthien

„Ich habe es damals als meine Aufgabe betrachtet, der Verwaltung ein wenig auf die Finger zu schauen“, berichtet Helmut Panzel schmunzelnd. Als Nachrücker des verstorbenen Ratsmitgliedes Karlheinz Hafner begann Anfang der 1990er-Jahre Panzels Mitgliedschaft im Wachenheimer Stadtrat. Schon Anfang der 1980er-Jahre hatte es Panzel in die Kommunalpolitik gezogen, als er von Dorothea Fischer, „der Seele der FDP in Wachenheim“ im Schwimmbad dazu ermutigt wurde, im Bau- und Umweltausschuss aktiv zu werden. Vorbild für die eigene politische Karriere war der Großvater, der während des Zweiten Weltkriegs als stellvertretender Bürgermeister in St. Goar in Amt und Würden war.

Panzel stammt aus einer liberalen Schiffer- und Lotsenfamilie und wurde 1941 in St. Goar am Rhein geboren. Seit 1977 wohnt er in Wachenheim. Nach dem Studium der Chemie in Mainz zog es ihn nach Ulm, um dort zu promovieren, und nach Ludwigshafen zur BASF, wo er als Diplom-Chemiker und Analytiker arbeitete. Das Domizil im Rieslingweg war eines der letzten von 160 Häusern, die im damaligen „Neubaugebiet“ errichtet wurden. „Der Name Rieslingweg trifft meine Lieblingssorte, da habe ich dann noch schnell zugegriffen“, erinnert sich der Politiker, der seine ersten politischen Gehversuche 1968 entwickelt hat, als er ins Studentenparlament in Mainz gewählt wurde.

Leidenschaftlicher Segler

Der leidenschaftliche Segler, der später auch Mitglied der FDP wurde und sich auf seinen Reisen „kein Museum durch die Lappen gehen lässt“, hat seit 40 Jahren einen Liegeplatz am Silbersee in Bobenheim-Roxheim, ist aber auch auf der Ostsee, der Adria oder dem Bodensee maritim unterwegs gewesen. Gern erinnert er sich dabei an einen Törn auf dem Großsegler „Alexander von Humbold II.“ zwischen den Kanarischen Inseln. Als Hobby-Botaniker hält er den heimischen Garten in Schuss, wobei es ihm „die duftenden Winterblüher“ ganz besonders angetan haben.

„Ich habe mein Amt durchaus dazu verwendet, den damals noch frischen Amtsinhaber im Bürgermeisteramt, Torsten Bechtel (CDU), so zu unterstützen, dass wir Wachenheim und er als Amtsleiter die Verbandsgemeinde voranbringen konnten.“ Die Förderung des Breitband- und Glasfaserausbaus und von Regenrückhaltemaßnahmen in der Verbandsgemeinde und die Verbesserung der Attraktivität des Campingplatzes, wozu auch die Installation eines funktionsfähigen WLan-Netzwerkes gehört, zählt er ebenso zu seinen politischen Erfolgen wie die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Licht, die nach und nach in Wachenheim vorgenommen werden soll. Auch die Einführung eines Tempolimits von 30 Stundenkilometern in der Weinstraße und den anderen Durchgangsstraßen verbucht er als Erfolg. Gerne blickt der FDP-Mann auf die Kooperation mit den Partnerstädten zurück und freut sich dabei insbesondere über die Beziehung zu Schwetzingen, die zunächst aus einer 65-Jährigen Spargel- und Weinpartnerschaft bestand und 2018 in eine echte Städtepartnerschaft übergegangen ist.

Die Unterstützung und Förderung des „Badehaisels“ als kulturellem Versammlungsort sei dem Jazzliebhaber immer eine Herzensangelegenheit gewesen und werde es auch immer bleiben.

„Etwas zurückgeben“

„Wenn man so viel hat bewegen dürfen hier am Ort und dann feststellt, dass man 78 Jahre alt ist, dann muss man nicht die 88 anstreben, sondern jungen Leuten eine Chance geben“, begründet der Vater dreier Töchter und eines dreijährigen Enkels den Rückzug aus dem Geschäft des Beigeordneten im Sommer des vergangenen Jahres. Als Mitglied des Bauausschusses der Verbandsgemeinde will er aber weiterhin sein „Knowhow“ einbringen und dabei aus seiner Sicht vernünftige Projekte vorantreiben. „In meinem Elternhaus wurde mir der Begriff des lebenslangen Lernens beigebracht und Wert darauf gelegt, dass Schule und Studium beendet werden müssen“, berichtet der Diplom-Chemiker und erinnert daran, dass die Ausbildung gänzlich kostenlos war und vom Staat finanziert wurde. „Ich möchte der Gemeinschaft etwas zurückgeben, was mir durch sie ermöglicht wurde. Das ist mein Engagement in der Kommune.“

Wer in Wachenheim unterwegs ist, sollte sich nicht wundern, wenn er Helmut Panzel mit Fotoapparat bewaffnet durch die Gassen streifen sieht, denn ein weiteres großes Anliegen des 78-Jährigen ist es, der Nachwelt wichtige Momente und Ereignisse seiner Wahlheimat als Fotografien festzuhalten, um sie dann dem Stadtarchiv zu Verfügung zu stellen.

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