Bad Dürkheim Vorgeschmack auf Herbstfreuden
Die dritte RHEINPFALZ-Sommertour des Jahres gab 20 Lesern gestern Einblicke in die Wachenheimer Historie und einen Ausblick auf zwei Veranstaltungen im Rahmen des Stadtjubiläums. Sigrid Zimmermann-Oster, Dr. Burkhard Ort und Michael Wendel, allesamt Mitglieder des Festkomitees, stimmten die Teilnehmer auf das Holzviertelfest am 2. Oktober und auf die „Unterwelten“ am 12. November ein.
Passend zu den Unterwelten gab ein knallender Sektkorken im Gewölbekeller des Rieslinghofs den Startschuss zur Sommertour. Der Keller wird, wie Sigrid Zimmermann-Oster ausführt, nur einer von mehreren sein, die am 12. November zugänglich sein werden. Bereits bestätigt, werden auch Bürklin-Wolf, die Winzergenossenschaft und die Winebank ihre Keller öffnen. „Es dürfen sich auch gerne Privatleute beteiligen, wirbt Dr. Burkhard Ort für die Veranstaltung (siehe Abspann). Beschwingt vom Begrüßungssekt ging es nach ein paar einleitenden Worten auf die Runde um und durchs Holzviertel. Nachdem Wachenheim 1341 die Stadtrechte erhielt, machte man sich sogleich an den Bau einer Stadtmauer. Dahinter, zwischen Mühlgasse, Weinstraße und Mauer lag das Holzviertel, eines der vier alten Stadtviertel. Seinen Namen bekam es, wie Wendel ausführt, weil über das Holztor oder die Holzpforte, ein 1830 abgerissenes Stadttor, das Holz zur weiteren Bearbeitung in die Stadt kam. Hier, vor der Mauer und im ganzen Holzviertel wird dann am 2. Oktober das Holzviertelfest seine Premiere feiern. An diesem Tag wird auch die Holztür in der Stadtmauer geöffnet. Über den Stadtmauerpfad geht es weiter zur nächsten Station der Runde, dem gerade entstehenden historischen Garten. Pierre Amblard von der Stadtmauerinitiative erinnerte daran, dass die Franzosen 1689 die Stadt zerstört haben. „Ich wohne jetzt hier, um das wieder gutzumachen“, sagt der selbsternannte Ehrenbürger und eloquente Stadtführer. Der Garten ist sein „Baby“. Ein alter Stich zeigt, dass hier schon im 14. Jahrhundert geackert wurde. Ende August soll der ehemalige Wingert von Bürklin-Wolf mit Kräutern und Gemüsen bepflanzt sein, die auch schon im Mittelalter hier angebaut wurden. Es werden Bänke aufgestellt, die den Garten zu einem Treffpunkt für die Wachenheimer und ihre Gäste machen sollen. Zum Holzviertelfest soll es dann Kürbissuppe aus dem Garten geben. In der Burgstraße weist Wendel auf den Stadtmauerdurchbruch hinter der Kirche hin, der 1830 den Durchgang an dieser Stelle ermöglichte. Nach einem Abstecher zum Amalie-Helfrich-Pfad, der den Verlauf des alten Mühlbachs nachzeichnet und einem Schlenker durch die engen Gassen des Viertels war der Luisenbrunnen der nächste Stopp. Er wurde 1911 zu Ehren von Luise Wolf, der späteren Gattin von Dr. Bürklin, erbaut und ist alljährlich Schauplatz des wohl intimsten Weinfests der Pfalz. Über den Kolb’schen Hof, ehemals größter Adelshof, heute Sitz der Bürklin’schen Vinothek geht es zurück zum Ausgangspunkt, in den Rieslinghof, wo die Teilnehmer die Tour bei einem Glas Zimmermann-Riesling ausklingen lassen. Für Sigrun und Norbert Klamt aus Herxheim am Berg hat sich das Kommen gelohnt: „Für uns war es sehr interessant. Wir kennen Wachenheim ja sonst nur vom Durchfahren über die Weinstraße.“ Unterwelten-Info Wer seinen Keller am 12. November für die Öffentlichkeit öffnen möchte, kann sich beim Festkomitee melden unter www.2016wachenheim- erleben.de/kontakt/ |awg