Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der Saison: Viel Arbeit für Trainer Michael Acker beim B-Klassisten TuS Wachenheim

Findet Trainer Michael Acker den richtigen Weg für den TuS Wachenheim in der neuen Saison in der Fußball-B-Klasse?
Findet Trainer Michael Acker den richtigen Weg für den TuS Wachenheim in der neuen Saison in der Fußball-B-Klasse?

Der TuS Wachenheim, der lange eine gute Rolle in der Fußball-B-Klasse Rhein-Mittelhaardt West spielte, 2018 Aufstiegsspiele bestritt, muss in der kommenden Saison wohl kleinere Brötchen backen. Trainer Michael Acker will erst einmal „Punkte gegen den Abstieg sammeln“.

Michael Acker ist ein Mann mit trockenem Humor, gewürzt mit einer Prise Sarkasmus und einem Schuss Ironie. Einer, der nie um einen Spaß oder ein Bonmot verlegen ist. Doch zuletzt war der Coach etwas nachdenklicher geworden. Der Fan des Hamburger Sportvereins (HSV) betrauert den Tod von Idol Uwe Seeler. „Uwe war ein ganz Großer. Sportlich wie menschlich, bescheiden, sympathisch und ein Vorbild an Fairness“, sagt der 53-Jährige, der Seeler altersbedingt nie live hat spielen sehen. Als die Rede auf die 0:1-Heimpleite des HSV gegen Rostock kommt, blitzt sein Sarkasmus auf. „Sie werden es wieder verhindern, aufzusteigen. Ich musste nach dem 0:1 Hohn und Spott ertragen“, berichtet der Übungsleiter, dessen prinzipielle Zuversicht mit Blick auf den Hamburger Sportverein den ersten Dämpfer erhielt.

Trainer fordert Mut

Den Bogen zum TuS Wachenheim zu schlagen, fällt nicht ganz leicht. Acker war in seiner aktiven Zeit ein hervorragender Torjäger beim damaligen Bezirksligisten TuS Mechtersheim. Den Ehrgeiz, den man da mitbringen muss, hat er sich bewahrt. Damit einher geht das ständige Streben nach Erfolg. Umso mehr trifft es ihn, als er über die 0:5-Niederlage im Testspiel gegen Limburgerhof reden muss. „Das war ein ernüchternder Auftritt, weil fast alles gefehlt hat. Der Wille war zwar da, aber fußballerisch hat es gehapert. Auf vielen Positionen fehlt uns die Klasse“, zieht Acker ein Fazit, das für die Zukunft nicht viel erwarten lässt. Er habe das Team aufgefordert, mutig aufzutreten, sich etwas zuzutrauen und den Ball laufen zu lassen. Das habe so jedoch nicht funktioniert.

Spielerische Mängel

Der enttäuschte Trainer musste feststellen, dass der Ball zu schnell verloren wurde, weder die Abwehrkette geschlossen noch Druck nach vorne entfacht wurde. Auch eine Führung auf dem Platz sei nicht zu erkennen gewesen. „Wir waren spielerisch limitiert und sind hinterhergelaufen“, schloss Acker. Er sehe sich jetzt als Trainer gefordert und viel Arbeit auf sich zukommen. Wobei er Grundkenntnisse wie Ballverarbeitung und Passspiel über kurze Distanzen keineswegs ausklammern will. Mit anderen Worten: zurück zum Einmaleins des Fußballs. Taktische Feinheiten seien erst einmal zweitrangig.

Systemänderung geplant

Ein erster Schritt soll eine Systemänderung sein. Acker will testen, ob eine Ausrichtung mit Libero, der Marco Deutsch heißen könnte, und zwei Manndeckern erfolgversprechend ist. Das bisher praktizierte 4-2-3-1 hat wohl ausgedient. „Dazu fehlen uns flinke Spieler, wir haben eher Tempodefizite. Stattdessen wird es fünf Mittelfeldspieler geben, die in diesem Mannschaftsteil für ein Übergewicht sorgen sollen. Klingt gut, doch benötigt man dazu zwei sogenannte Schienenspieler, die eine anspruchsvolle Rolle ausfüllen müssen. Daniel Ribeiro könnte einer davon sein und in Kombination mit Simon Schubert die Angriffe initiieren. Vorne sind zwei Angreifer vorgesehen, von denen einer Marcel Münch heißen dürfte, der seine Stärken im Strafraum hat.

Doch es bleiben Fragen offen. Zum Beispiel die, wie sich die beiden Manndecker verhalten, wenn der Gegner nur mit einer zentralen Spitze kommt? „Es wird wohl auf eine Tüftelei von Sonntag zu Sonntag hinauslaufen“, sagt Acker, der die Liga qualitativ schwächer einschätzt als in der Runde zuvor.

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