Fussball
Vor der Saison: FV Freinsheim nach Trainingslager optimistisch
„Wir waren im Parkhotel Schillerhain in Kirchheimbolanden, wo wir ideale Bedingungen vorgefunden haben“, berichtet FVF-Coach Christian Schäfer. Drei Tage lang trainierten und schwitzten die Freinsheimer, deren Reisegruppe inklusive des Trainerteams 25 Personen umfasste. Im Hotel standen Wellness-Einrichtungen und Sauna zur Verfügung, und der Weg zum Sportplatz war kurz. „In 40 Stunden haben wir vier Trainingseinheiten abgewickelt, auch für das Teambuilding war der Aufenthalt in der Nordpfalz ideal“, freute sich Schäfer über eine rundum gelungene Zeit.
Das Programm hatte es in sich. Nach dem Aufwärmen folgten Passübungen, Abschlüsse und Spielformen. Am nächsten Tag gab es morgens Tempoläufe, das Aufbauspiel wurde verfeinert und das Anlaufverhalten wurde einstudiert. Nach dem Mittagessen standen Stabilisierungsübungen an, dann wurde auf engem Raum Sechs gegen Sechs gespielt, wobei der Mannschaft in Ballbesitz vier Außenspieler als zusätzliche Anspielstationen zur Verfügung standen. Ging der Ball verloren, ergänzten die Vier den Gegner. „Da kann man lernen, in Über- und Unterzahl zu agieren. Außerdem gibt es viele Zweikämpfe, kurze Sprints, und es ist Handlungsschnelligkeit erforderlich“, erläutert Schäfer.
Wenige Kontakte, schnelle Passfolgen
An Tag drei war der Ballbesitz das beherrschende Thema. Dabei wurden die Anzahl der Kontakte beschränkt und auf schnelle Passfolgen Wert gelegt. „Die Mannschaft hat super mitgezogen, war eifrig, fleißig und hochkonzentriert. Trotzdem ist der Spaß nicht zu kurz gekommen“, resümiert der Coach. Schäfer ist dankbar, dass der Verein ihm und dem Team diese Form des Trainings ermöglicht hat. Der 44 Jahre alte Übungsleiter ist sicher, dass seine Mannschaft im Laufe der Saison von den drei Tagen in Kirchheimbolanden profitieren wird.
Von den neuverpflichteten Akteuren fällt Benjamin Baumann, der von der DJK Eppstein kam, eine Schlüsselfunktion zu. „Ich habe ihn schon in Horchheim trainiert. Er ist zweikampf- und kopfballstark, hat Spielverständnis, eine gute Statur und setzt seinen Körper prima ein“, beschreibt der Trainer den erfahrenen Allrounder. Baumann ist als Innenverteidiger vorgesehen und soll die Lücke schließen, die Lukas Pfaffmann hinterlassen hat. Der junge Verteidiger hat sich derzeit ebenso vom Fußball abgewendet wie Torhüter Savo Schulz. Der aus Oppau gekommene offensive Außenbahnspieler Marcel König will nach Auskunft des Trainers ambitionierter und erfolgsorientierter spielen und habe im FVF dafür den richtigen Verein gesehen.
Raffel braucht noch Zeit
Bock auf Fußball habe auch Baran Tunc, ein junger Defensivspieler, den sich der Coach auf Empfehlung anschaute und für gut befand. Noch etwas Zeit wird Mario Raffel benötigen, den Schäfer schon in der Jugend trainierte. Er muss sich erst auf die Erfordernisse der Bezirksliga umstellen. Adrian Lyska, der von Wiesbaden nach Freinsheim gezogen ist, zuletzt pausierte und nachgefragt hatte, ob er mal mittrainieren könne, müsse noch Rückstände aufarbeiten. In Hessen spielte er in der Bezirks- und Landesliga.
Einen Lernprozess durchlaufen die beiden aus dem Jugendbereich aufgerückten Jannik Schultz (JSG Freinsheim/Weisenheim) und der Sausenheimer Noel Fischer. „Sie müssen sich erst die notwendige Sicherheit erarbeiten“, fordert der Trainer. Der junge Torwart Lukas Seeger wurde vom Reserveteam befördert und ist die Nummer zwei hinter Florian Schatz.
Kapitän: Boller löst Haferstroh ab
Eine Veränderung gibt es auf der Position des Kapitäns. Eigengewächs Thorsten Boller (25) löst den langjährigen Spielführer Alexander Haferstroh (41) ab. „Im Trainerteam haben wir uns unterhalten und sind zu dem Schluss gekommen, einen neuen Impuls zu setzen“, erklärt Schäfer den Schritt. Dann wurde Haferstroh über die Idee informiert, bevor Boller die Entscheidung mitgeteilt wurde. „Alex hat es akzeptiert, ist Stellvertreter und wird weiter eine treibende Kraft bleiben“, betont der 44-Jährige. Boller sei nach langer Verletzungspause beschwerdefrei und ein gefühlter Neuzugang. Er sei ein Akteur, der nie aufgebe und alles aus seinem Körper heraushole.
Der FVF strebt einen Platz im oberen Drittel der Tabelle an. Allerdings verweist Schäfer auf das gesunkene Durchschnittsalter von 22,9 Jahren und das üppige Programm von 20 Punktspielen, die bis zur Winterpause zu absolvieren sind. „Wir müssen stabiler, robuster werden und müssen schneller aus Fehlern lernen, sollten sie nicht zwei- und dreimal machen“, fordert der Coach.