Bad Dürkheim Vom Fluch der Künstlichen Intelligenz

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Bevor wir auf die Bestseller der beiden Dürkheimer Buchhandlungen eingehen, sei an dieser Stelle an die kürzlich verstorbene Inhaberin der Buchhandlung Buchmarkt, Lilo Krüger, erinnert. Nach ihrem plötzlichen Tod führt ihr Mitarbeiter Werner Libor jetzt den Buchladen weiter.

Im Mai dominierten erneut Sachbücher die Listen, darunter Arun Gandhis „Wut ist ein Geschenk“, Lilo Krügers letzte Buchempfehlung. Belletristik war eine Randerscheinung, doch mit Frank Schätzings soeben erschienenem Thriller „Die Tyrannei des Schmetterlings“, Top-Seller bei „Frank“, eroberte sich ein literarischer Hit die Listen. Segen und Fluch der Künstlichen Intelligenz ist im Science-Fiction-Genre ein höchst beliebtes Thema. Mit Sachkenntnis, Fantasie und großer Rasanz steigt Schätzing in diese Thematik ein. Elmar Nordvisk, Protagonist des Romans, ist ein Computerfreak, der den genialen Plan hat, eine lernfähige Künstliche Intelligenz zu erfinden, die der Menschheit Frieden und Glück bringen soll. Doch seine neue Konstruktion ist „ein Schmetterling mit schwarzen Flügeln“, der außer Kontrolle gerät und zum Tyrannen wird. Als in der kalifornischen Sierra Nevada eine Frau unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht stürzt, führen die Ermittlungen des Sheriffs Luther Opoku zu der mächtigen Firma Nordvisk Incorporated. Der zunächst unkompliziert erscheinende Fall wird zu einer wilden Jagd durch Zeit und Raum. Dabei spielt Schätzing unter anderem mit der Vorstellung einer „Globokultur“, in der „Algorithen“ die Menschen besser kennen als sie sich selbst. Vieles, was der Autor schildert, ist bereits in Ansätzen vorhanden. Dabei wirft er die Fragen nach ethischen Gesetzen, Gut und Böse und menschlicher Selbstüberschätzung auf. Unüberhörbar ist seine Warnung vor naiver Fortschrittsgläubigkeit. Schätzing, 1957 in Köln geboren, studierte Kommunikationswissenschaft und war lange in internationalen Agenturen-Networks tätig. Seit Beginn der 1990er-Jahre veröffentlichte er Novellen und Satiren. 1995 erschien sein historischer Roman „Tod und Teufel“, 2000 der Politthriller „Lautlos“. Nach Köln-Krimis folgte 2005 mit „Der Schwarm“ sein größter Erfolg: Eine unbekannte intelligente Lebensform aus der Tiefsee bedroht hier die Lebensgrundlagen der Menschheit. Weitere Romane: „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ (2006). „Limit“ (2009), „Breaking News“ (2014). Schätzing erhielt ein knappes Dutzend Auszeichnungen, darunter den Köln-Literatur-Preis, 2005 die Goldene Feder und den Deutschen Krimi-Preis für „Der Schwarm“, 2009 den Elisabeth-Mann-Borghese-Meerespreis und 2011 den Deutschen Meerespreis. Eine völlig konträre Thematik rückt Wolfram Eilenberger in seinem Sachbuch „Zeit der Zauberer“ in den Fokus. Für ihn sind die Philosophen Zauberer. Der Chefredakteur des „Philosophie Magazins“ erweckt die Philosophie der 1920er-Jahre am Beispiel der großen Denker Ludwig Wittgenstein, Walter Benjamin, Ernst Cassirer und Martin Heidegger zu neuem Leben. Anhand dieser philosophischen Positionen stellt er eindrücklich das Dilemma der Weimarer Republik dar, der Epoche zwischen Nachkrieg, Wirtschaftskrise und dem aufkommenden Nationalsozialismus. Die BESTSELLER Buchmarkt 1. Arun Gandhi: Wut ist ein Geschenk – Das Vermächtnis meines Großvaters Mahatma Gandhi, 2. Bodo Janssen / Anselm Grün: Stark in stürmischen Zeiten – Die Kunst, sich selbst und andere zu führen, 3. Katja Bode: Abenteuer Grundlos Glücklich Frank 1. Frank Schätzing: Die Tyrannei des Schmetterlings, 2. Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer – Das große Jahrzehnt der Philosophen 1919-1929, 3. Rosie Walsh: Ohne ein einziges Wort BUCHTIPP

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