Bad Dürkheim Voll zur Sache: Quartett mit vier Jokern

Ein interkommunales Orgateam für die Trump-Visite – wie kam das denn? Nun, für die Bürgermeister in Bad Dürkheim, Freinsheim und Wachenheim ist es das erste Gemeinschaftsprojekt, seit sie neulich nach dem 1969er-Klassentreffen bei der RHEINPFALZ beschlossen hatten, wieder mehr Spaß miteinander zu haben. Und den Kollegen Jaworek, immerhin Jahrgang 68, wollten sie der Fairness halber nicht außen vor lassen, wenn der US-Präsident das Dorf seiner Vorfahren besucht. Jeder der drei 69er machte indes auch individuelle Ansprüche geltend, im Trump-Komitee mitzuwirken. Christoph Glogger brauchte als unschlagbares Argument nur das Exklusivinterview von „Bild“ zu zitieren, in dem der US-Präsident gesagt hatte: „Bad Dürkheim, ja? Ja, das ist das wahre Deutschland!“ Jürgen Oberholz hätte nicht gereicht, allein auf die Trump-Schnittchen zu verweisen, die Uschi Trump in ihrer Freinsheimer Bäckerei anbietet. Als VG-Bürgermeister weiß er, dass die Wahl des US-Immobilienmoguls auch den hiesigen Markt gewaltig befeuert hat. So schossen die Spekulationen höher als der Trump Tower, den die RHEINPFALZ vor exakt einem Jahr hier an gleicher Stelle über Kallstadt hat aufragen lassen. Ein Makler in Bremen bot ohne Kenntnis der Besitzer und Bewohner das Kallstadter Häuschen der Familie Trump zwischenzeitlich mal eben für 800.000 Euro im Internet an – wahlweise als Liebhaberobjekt oder künftigen Touristen-Magneten. Und ein Privatmann aus Berlin lag Oberholz in den Ohren, im verwaisten Freinsheimer Bahnhof doch ein Trump-Museum einzurichten. Wieso denn in Freinsheim?, fragte sich die Redaktion. Und kam der Berliner Schnauze auf die Schliche: Ist er doch Mitbesitzer des Bahnhofs, den er auf Kosten der VG versilbern wollte. Und Torsten Bechtel? Der ist nicht nur gebürtiger Kallstadter, sondern weiß seine Mutter auch als Vorsitzende des dortigen Verkehrsvereins aktiv. Außerdem ist er der einzige, der sich Trump-Versteher nennen darf. So teilt halb Wachenheim seine Kommentare auf Facebook, nicht immer aber seine Ansichten. „Man kann über Trump sagen, was man will: Er umgibt sich nicht mit Ja-Sagern und Schwächlingen.“ Oder: „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die größte Angst vor Trump darin besteht, dass er Erfolg haben könnte.“ Logisch: Insider Bechtel musste dabeisein!