Bad Dürkheim Virtuoses Vater-Sohn-Duo

Meisterhaft an ihren Instrumenten: Akkordeonist Marcel Loeffler (rechts) und sein Sohn Cédric.
Meisterhaft an ihren Instrumenten: Akkordeonist Marcel Loeffler (rechts) und sein Sohn Cédric.

Als absoluter Glücksgriff erwies sich dabei die Verpflichtung von Akkordeonist Marcel Loeffler zusammen mit seinem Sohn, dem Gitarristen Cédric Loeffler. Wie der Kulturvereinsvorsitzende Martin Pfeiffer erzählt, war Marcel Loeffler vor zwei Jahren schon einmal in Wachenheim zu Gast, als er bei der Vernissage der Ausstellung von Klaus Stöber spielte und das Publikum erfreute. Dieser Verbindung ist es zu verdanken, dass er jetzt für das erste Open-Air-Konzert auf dem neu gestalteten Platz verpflichtet werden konnte. Marcel Loeffler ist einer der gefragtesten Jazz-Akkordeonisten Frankreichs und konzertierte bereits mit den bedeutendsten Jazz-Musikern bei Festivals in Europa und den USA. Seine Wurzeln liegen ganz im Manouche Jazz, wie der Gypsy-Jazz in Frankreich genannt wird. „Ich bin inspiriert von Weltmusik. Ich liebe Musik aus Europa, Nord-Afrika, amerikanischen Jazz und gute alte französische Songs“, sagt er. Der Reichtum in seiner Musik stammt aus dieser Mischung, den vielen Farben der Palette aus seiner Sensibilität. Marcel Loefflers Kompositionen „Swing Suspens“ und „Ma Référence“ verdeutlichen seine ganz persönliche Vorstellung von Gypsy-Jazz. Zu seinem Repertoire gehören neben Swing Musettes auch Stücke von Django Reinhardt wie der Jazz-Standard Nuages, das Lied von den Wolken als Bild für die eigentliche Heimat der Sinti. Sanft und träumerisch schweben die Töne dahin, virtuos interpretiert Marcel Loeffler. Er spielt auf einem chromatischen Knopfakkordeon, das von einer französischen Firma speziell für seine Spielweise entworfen wurde. Begleitet wird er von seinem Sohn Cédric, der ebenfalls auf einer für den Jazz-Manouche typischen akustischen Gitarre mit einem Schallloch in D-Form spielt. Nur so entsteht ein authentischer Eindruck von dem besonderen Charme dieses Musikstils. Manches Mal meint man, den Song zu kennen, wie bei dem russischen Volkslied „Schwarze Augen“, doch immer wieder überrascht bei dem Konzert, auf welch vielfältige Art Marcel Loeffler die Melodie variiert, mit seinem unvergleichlichen Stil besondere Akzente setzt, mal lässig swingend, mal zart lyrisch. Er versteht es einzigartig, zu improvisieren, Melodien wandern zu lassen und dabei bisweilen unerwartet heftige Akkorde einzubringen. Für ihn ist Musik vor allem Ausdruck von nuancierten Gefühlen. Für die Zugabe hat sich das Duo mit „Sous Les Ponts De Paris“ einen französischen Musette-Klassiker und Edith Piafs Chanson „La Vie En Rose“ aufgehoben. Der Jazz-Standard „Sweet Georgia Brown“ setzt noch einmal einen herausragenden Schlusspunkt für das restlos begeisterte Publikum.

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