Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verkehr, Parken, Müll: Mit dem Anliegen zur Bürgermeisterin

Was haben die Bürgerinnen und Bürger in Grethen-Hausen auf dem Herzen? Natalie Bauernschmitt nutzt die warme Jahreszeit für eine
Was haben die Bürgerinnen und Bürger in Grethen-Hausen auf dem Herzen? Natalie Bauernschmitt nutzt die warme Jahreszeit für eine Tour durch die Ortsteile.

Wenn Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt zur Dialog-Initiative in den Ortsteilen einlädt, kommen Klassiker der Lokalpolitik zur Sprache. So in Grethen-Hausen.

Der Angelverein am Herzogweiher ist mit seiner Position gegenüber dem Netto-Markt zentral im Ortsteil Grethen-Hausen. Am Mittwochnachmittag ist hier am Eingang einiges los: Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt (CDU) macht mit ihrer Dialog-Initiative Station. Und wird von Beginn an von Menschen umringt.

Michael Hoffmann kommt aus dem Kleinen Eppental. Ihm geht es in seinem Gespräch mit der Bürgermeisterin um den Weg zu seinem Anwesen dort. Das sei ein besserer Waldweg, wie er sagt. Für ein Wochenendgebiet sei das auch in Ordnung. Verbesserungsideen hat er trotzdem. Sein Wunsch: ein Verkehrsspiegel, ein Schild, das zum Schritttempo mahnt, und eine Rüttelplatte als Leihgabe vom Bauhof. Eine Rüttelplatte? Bei jedem stärkeren Regen besserten die Anwohner die Straße aus, erklärt Hoffmann den Wunsch. Mit einer Rüttelplatte sei das einfacher.

Bauernschmitt: Es gibt Gesprächsbedarf

Die Bürgermeisterin im lilafarbenen Shirt der Stadt hat schnell jede Menge Zettel in der Hand: Notizen, Fotos, Kontaktdaten. Ihre Tour durch die Ortsteile und die Möglichkeit, mit ihr sprechen zu können, findet Hoffmann „klasse“. Das Angebot kommt auch bei anderen an: Rund 50 Menschen sind am Mittwoch dabei.

Sie werde häufig in der Stadt angesprochen, etwa im Supermarkt, sagt die Bürgermeisterin. „Wenn ich Sie gerade mal sehe“, sagen die Leute dann. Es gebe also einen gewissen Gesprächsbedarf, dem sie nun niedrigschwellig begegnen will, erklärt Bauernschmitt ihre Motivation für ihre sommerliche Tour durch die Stadt. Zudem suchten die Leute die Gemeinschaft, beobachtet sie. Bei einem ersten Termin Hardenburg, zu dem etwa 30 Menschen gekommen seien, habe sogar jemand Getränke in einer Kühlbox vorbeigebracht.

Ein konkretes Anliegen haben am Mittwoch Anwohner der Bürgermeister-Gropp-Straße. Dort wachsen Bäume bis in Dachrinnen und sorgen so für Ärger, beschreibt Thomas Brunner das Problem. Die Bäume stünden auf städtischem Gelände, darauf habe er die Bürgermeisterin aufmerksam machen wollen. Die zückt Block und Zettel und notiert sich das. Müll, Verkehr und Grünpflege sind die Themen, die bei ihr immer wieder ankommen. Auch solche Fragen, für die sie gar nicht zuständig ist.

Nicht jedes Thema ist eines für die Stadt

Wie die Probleme mit dem geförderten Glasfaserausbau. Kurz gesagt, eine „Vollkatastrophe“, wie Andreas Ott findet. Eigentlich eine Thematik für den Landkreis. Aber er hat noch ein weiteres Thema: die Sorge um die Standfestigkeit von Bäumen im Ortsteil. Aber was passiert nun mit den Anliegen der Bürger? „Einige Themen doppeln sich“, sagt Bauernschmitt. Die Grünpflege ist da ein gutes Beispiel. Oder die schnellen Autos auf der Kaiserslauterer Straße und die lärmenden Motorräder. „Ich mache eine Auswertung für mich“, sagt die 34-Jährige. Und sie gebe Themen weiter.

Gut, dass sie das macht, findet Ott nach seinem Gespräch, er hätte sich allerdings gewünscht, dass die Unterhaltung so gestaltet gewesen wäre, dass er auch die Probleme der anderen mitbekommen hätte. Es müsse ja nicht alles von jedem vorgetragen werden, findet er.

Taschenaschenbecher gegen Kippenproblematik

Eine Hausenerin hat die Kippenproblematik als Thema mitgebracht. Diese lägen überall herum. Ihr Vorschlag: Taschenaschenbecher mit dem städtischen Logo verteilen, um für mehr Ordnung zu sorgen.

Auch Mitglieder des Ortsbeirats rund um Ortsvorsteher Dieter Walther sind gekommen, um zu hören, was die Bewohner von Grethen und Hausen zu sagen haben. Es sind Themen, die immer wieder vorkommen, beobachtet Walther: „Autoverkehr, Parken, Schnellfahrer.“ Bald solle es zum Thema Verkehr im Stadtteil eine Bürgerversammlung geben.

Die Bürgermeisterin war am Donnerstag in Seebach unterwegs und steht am Freitag in Leistadt, 15 Uhr, vor dem Rathaus, bereit. Inzwischen habe sie noch einen Pop-up-Tresen. Um den Block ablegen zu können – und weitere Anliegen zu notieren.

x