FREINSHEIM / WACHENHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Unwetter: Feuerwehren im Dauereinsatz

Neben Kellern liefen in Ellerstadt auch Garagen voll so wie hier.
Neben Kellern liefen in Ellerstadt auch Garagen voll so wie hier.

Schwere Gewitter mit Starkregen halten die Feuerwehren in Bad Dürkheim und den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim seit dem frühen Donnerstagmorgen in Atem. Unterstützung erfahren sie von ihren Deidesheimer Kameraden. Eine erste Bilanz.

Einige Gemeinden im Kreis waren besonders schwer von dem Unwetter betroffen. „In der vergangenen Nacht gab es ein Starkregenereignis, das etwa um 3.30 Uhr angefangen hat“, berichtet Christian Schmidt, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Wachenheim. In Wachenheim habe es keinen Einsatz gegeben, in Friedelsheim-Gönnheim sei die Wehr zu einer Einsatzstelle gerufen worden. Der Schwerpunkt des Unwetters müsse über Ellerstadt gelegen haben, denn dort hätte es bis zur Mittagszeit über 100 Einsätze gegeben.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

In Ellerstadt seien innerhalb von drei Stunden fast 110 Liter Regen pro Quadratmeter runtergekommen. „Wir waren überwiegend damit beschäftigt, vollgelaufene Keller auszupumpen. Und im Ortsteil Akaziensiedlung, der sich unterhalb des Niveaus der Kläranlage befindet, ist dann zum Teil die Hebeanlage ausgefallen, da mussten wir mit unseren Pumpen auch noch ran“, sagt Schmidt.

Geflutete Gerätehauser

Die Situation in Ellerstadt sei für die Einsatzkräfte schon sehr extrem gewesen, die Straßen seien teilweise so stark überflutet gewesen, dass das Gerätehaus nicht mehr angefahren werden konnte. In Ellerstadt habe „Land unter“ geherrscht. Wehrführer Kurt Rathgeber aus Ellerstadt hat ein Naturereignis in der Größenordnung in seiner aktiven Zeit noch nicht erlebt. „Ich weiß, dass es 1989 ein großes Hochwasserereignis gab, wo das Regenrückhaltebecken an der Erpolzheimer Straße schon einmal randvoll war, aber das es jetzt einen fast Meter übergelaufen ist, das gab es in Ellerstadt noch nicht“, berichtet Rathgeber. Das Wasser sei dann in die Neubaugebiete gelaufen und hätte dort viele Keller geflutet. Er sei sehr dankbar gewesen, dass sehr schnell Unterstützung von den Nachbarwehren der Verbandsgemeinde aus Wachenheim und Friedelsheim-Gönnheim gekommen sei. Auch gilt sein Dank den Kameraden aus der VG Deidesheim.

Der Einsatz, an dem 50 Einsatzkräfte der VG-Wehren beteiligt waren, die von 20 Kräften der Deidesheimer Wehr unterstützt wurden, war nach Auskunft des Wehrführers gegen 13.30 Uhr zum größten Teil beendet.

Die Feuerwehr pumpte die braune Brühe ab.
Die Feuerwehr pumpte die braune Brühe ab.
Die Garage und alles darin wurden sichtlich in Mitleidenschaft gezogen.
Die Garage und alles darin wurden sichtlich in Mitleidenschaft gezogen.
Der Bach hinter dem Gerätehaus Freinsheim: normal ein Rinnsal mit 5 Zentimeter, nun 50 bis 70 Zentimeter Wasserstand.
Der Bach hinter dem Gerätehaus Freinsheim: normal ein Rinnsal mit 5 Zentimeter, nun 50 bis 70 Zentimeter Wasserstand.
Eingestürtzte Efeumauer auf dem Anwesen des Winzers Kurt Walter in Gönheim.
Eingestürtzte Efeumauer auf dem Anwesen des Winzers Kurt Walter in Gönheim.
Einsatzbild aus der Sickinger Straße in Ellerstadt von ca. 4.30 Uhr.
Einsatzbild aus der Sickinger Straße in Ellerstadt von ca. 4.30 Uhr.
Eine geflutete Industriehalle
Eine geflutete Industriehalle

Foto 1 von 6

Hilfe für die Dürkheimer Kameraden

Nach Auskunft von Bodo Wenngatz, Pressesprecher der Freinsheimer Feuerwehr, ging kurz nach 4 Uhr der erste Alarm wegen eines vollgelaufenen Kellers ein. „42 Einsatzkräfte der VG Freinsheim sind zur überörtlichen Hilfe im Dürkheimer Stadtteil Ungstein entsandt worden, nachdem bei uns die Einsätze weniger wurden“, berichtet Wenngatz, weitere 15 Kräfte seien in allen Gemeinden der VG unterwegs, um die Unwetterschäden zu beseitigen.

„Ich bin 27 Jahre bei der Feuerwehr und habe noch kein geflutetes Gerätehaus gehabt“, berichtet Wenngatz, der dort in der Nacht durch 20 Zentimeter hohes Wasser waten musste. Neben dem Leerpumpen vollgelaufener Keller, führte die Feuerwehrleute auch ein Einsatz zum Forsthaus an der Weilach, um einen Sturmschaden in Form eines heruntergebrochenen Astes zu beseitigen. Vorsorglich sei das Wehr in der Isenach vor Erpolzheim geöffnet worden, damit der Ort nicht von den aus Bad Dürkheim kommenden Wassermassen überflutet werde.

Insgesamt konnte Torben Bappert, Leiter der Feuerwehreinsatzzentrale bis zum Mittag etwa 80 Einsatzstellen notieren und die Einsätze koordinieren. Da sich immer noch Haushalte, die einen vollgelaufenen Keller hätten, bei ihm melden würden, rechne er mit einer Fortdauer der Einsätze bis in die frühen Abendstunden.

Hundert Sandsäcke sichern Kita

Insgesamt konnte Torben Bappert, Leiter der Feuerwehreinsatzzentrale , bis zum Mittag etwa 80 Einsatzstellen notieren und die Einsätze koordinieren. Da sich immer noch Haushalte, die einen vollgelaufenen Keller hätten, bei ihm melden würden, rechnete er mit einer Fortdauer der Einsätze bis in die frühen Abendstunden.

Aber auch dann konnten die Wehren in Freinsheim keinen Feierabend machen: Einen weiteren Einsatz hatte die Feuerwehr am späten Donnerstagnachmittag in Weisenheim am Sand. Wie der Pressesprecher der Feuerwehr der VG Freinsheim, Bodo Wenngatz, gegen 17.15 Uhr mitteilte, drohte die Kindertagesstätte „An der Bleiche“ überflutet zu werden.

„Wir sichern sie mit Sandsäcken, um die Überflutung zu verhindern. Der Energieversorger hat dort teilweise den Strom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet“, informierte Wenngatz.

Mit etwa 100 Sandsäcken gelang es den etwa 15 Einsatzkräften im Laufe des Abends, die Kita zu sichern. Der Kindergarten bleibt am Freitag geschlossen, informierte Bürgermeister Jürgen Oberholz (FWG). Die Überflutung drohte, weil laut Feuerwehr der ohnehin gut gefüllte Freinsheimer Bach in der Nähe der Kita am Nachmittag durch noch mehr Regen immer weiter volllief.

x