Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Unterwelten: Attraktives Ausgefallenes in den Katakomben

Wein und Kunst gab es für die Besucher am Samstag im Gewölbekeller der Villa Wolf.
Wein und Kunst gab es für die Besucher am Samstag im Gewölbekeller der Villa Wolf.

Die Veranstaltung „Wachenheimer Unterwelten“ hat am Samstag bereits zum fünften Mal Besucher in die Gewölbekeller einiger Winzer gelockt. Dort gab es neben guten Tropfen auch Kunst. Das Sektschloss beteiligte sich mit einem stimmungsvollen Lichterfest. Auf dem Marktplatz gab es Disco-Klänge.

Das außergewöhnliche Angebot stieß auf großes Interesse: Neben der Besichtigung der beleuchten Keller wurden den etwa 1600 Besuchern, die sich bei der Tourist-Info und dem Sektschloss für den Abend angemeldet hatten oder spontan teilnahmen, ein Programm mit musikalischen und kulinarischen Schmankerln geboten. Für den Besuch der Unterwelten galt die 2G-Regelung, für das Lichterfest die 2G-Plus-Regelung, die den Zugang geimpften, genesenen und getesteten Personen ermöglichte.

„Man kann sich die kunstvoll beleuchteten Keller mal genauer ansehen und dort auch einen leckeren Wein genießen“, sagte Rolf Geibel aus Wachenheim, der alle Keller „abarbeiten“ wollte. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Keller zwar nicht so frequentiert wie in den Jahren zuvor, aber das änderte nichts an der guten Stimmung in der „Oberwelt“.

Selbst „Nordlichter“ sind am Start

„Die Veranstaltung war ein Traum. Wir hatten so viele Gäste, die sich bei uns bedankt haben für ein Stück Stimmung, ein Stück Glück und Zufriedenheit“, berichtete Heike Kuhly vom Sektschloss. Leute aus Hamburg und Lübeck seien dabei gewesen, die extra für die Unterwelten und das Lichterfest nach Wachenheim gekommen seien. Die Veranstaltung mit den Jagdhornbläsern und der Band S’Blech, die Blasmusik vom Feinsten, gewürzt mit Jazz- und Dixieland-Einlagen, zu Gehör brachte, sei ein echter Stimmungs-Booster gewesen.

Eine nicht ganz so lange Anreise hatte Markus Sommer zu bewältigen. Der Landauer hatte schon die Keller der Villa Wolf und des Sektschlosses besichtigt. Bevor es zur Weinprobe der Wachtenburg Winzer weitergehen sollte, gönnte er sich bei der Besichtigung der Kunstausstellung des „Atelierblau“ aus Worms mit dem Titel „Jeder Mensch ist ein Künstler“ in der Ludwigskapelle ein bisschen Ruhe. „Die Bilder und Skulpturen gefallen mir. Interessant ist auch, dass die Werke von Menschen mit Handicap gestaltet wurden“, berichtete der Landauer.

Dozent und Studenten treffen sich erstmals persönlich

26 Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg aus Mannheim warteten mit ihrem Dozenten Helmut Geduldig darauf, an einer Kellereiführung teilzunehmen. „Wir wollen uns heute mal schlau machen, wie Sekt hergestellt wird“, sagte Student Hendrik Baier. Danach wolle man noch die tolle Atmosphäre im Schlosshof und auf dem Marktplatz genießen. „Ich habe heute die Gelegenheit ergriffen, meinen Studenten etwas Abwechslung zu bieten, sie einmal hinaus ins Leben zu begleiten, denn viele kennen sich bisher nur aus den Online-Veranstaltungen der Uni“, sagte Geduldig, dessen Name nach Aussage seiner Studierenden „Programm“ sein soll. Während der Pandemie seien alle sehr traurig und einsam gewesen, da komme so eine ausgelassene Veranstaltung gerade recht.

Philipp Hack aus Dürkheim traf sich gern mit Kumpel Steffen Meiers aus Neustadt, um einen spannenden Abend zu verbringen. „Die Unterwelten in Wachenheim sind cool, echt klasse. Hier wird einem einiges geboten“, sagte der Dürkheimer. Meiers pflichtete ihm bei und lobte vor allem die leckere Schorle, die er im Weingut Zimmermann genossen hatte. „Die Schorle schmeckt hier aber überall“, ergänzte er mit einem Augenzwinkern. Für beide sollte es später auf den Marktplatz gehen, um sich zu den Disco House Beats von DJ Otoshi bei einem Glühwein der Weinmanufaktur Pfalzweiße aufzuwärmen.

Lichter leuchteten in der Sektkellerei.
Lichter leuchteten in der Sektkellerei.
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