Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Gönnheim meldet ab

Vorerst ist Schluss mit Fußball beim TV Gönnheim, der sein Team von der C-Klasse abgemeldet hat.
Vorerst ist Schluss mit Fußball beim TV Gönnheim, der sein Team von der C-Klasse abgemeldet hat.

Fußball-C-Ligist TV Gönnheim wird in der kommenden Runde nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Wie Klaus Karl, Vorsitzender des Fußball-Kreises Rhein-Mittelhaardt, erklärt hat, habe ihm TVG-Spielleiter Michael Schier fristgerecht schriftlich mitgeteilt, dass Gönnheim keine Mannschaft melden wird.

Dass der TV Gönnheim, der in der abgebrochenen Saison 2019/20 in der Fußball-C-Klasse Rhein-Mittelhaardt Mitte gespielt und zum Zeitpunkt des durch Corona bedingten Abbruchs den sechsten Tabellenplatz belegt hat, seine Mannschaft aus dem Wettbewerb zurückzieht, kommt nicht überraschend. Schon im vergangenen Sommer stand es lange auf der Kippe, ob der TVG ein Team wird melden können.

Fast der komplette Kader der Serie 2018/19 hatte Gönnheim verlassen, der Neuaufbau gestaltete sich schwierig, was sich an den ersten Ergebnissen ablesen ließ. Mit „ein bunter Haufen“ beschrieb Trainer Jens Andrä die Ansammlung diverser Spieler und unterschiedlicher Charaktere. Mit viel Engagement und Herzblut stellten Andrä und Spielleiter Schier bis Ende August eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine, die sich mehr als ordentlich schlug.

Die Entwicklung im Jahr 2020 war allerdings weniger erfreulich, weil vieles zusammenkam, was die Gönnheimer letztlich zur Aufgabe zwang. Ein Problem lag in der Struktur des Teams. „Es ist keine gewachsene Einheit. Außerdem fehlt die Verbindung zum Verein“, sagt Schier. „Eine zusammengewürfelte Mannschaft“, ergänzt Vorsitzende Christine Kirsch. Und Andrä beklagte eine nachlassende Trainingsteilnahme. Der Kader schrumpfte. Die Corona-Pandemie, die ab Mitte März Spiele und Training nicht mehr möglich machte, beschleunigte den Zerfall.

Wegen Renovierung kein Geld mehr für Fußballer

„Außerdem war die finanzielle Ausstattung nicht mehr gegeben“, erklärt Schier. Die Vereinschefin erklärt warum. „Wir hatten vor der Runde den Fußballern ein kleines Budget versprochen, mit dem die laufenden Kosten bestritten werden sollten. Zum Beispiel Schiedsrichterspesen, Ablösesummen oder das Mineralwasser für die Spiele“, verdeutlicht Kirsch. Diese Zusage habe man aber Ende 2019 zurückziehen müssen, weil die Kosten für die überfällige Renovierung der Vereinsgaststätte samt Küche höher waren als zunächst geplant.

„Die Kreisverwaltung hatte einige Dinge bemängelt und Vorgaben gemacht. Die haben wir erfüllt“, sagt die Vorsitzende mit Blick auf das Entfernen der Holzdecke in der Küche und die Beseitigung offener Regale. Hinzu kam das Streichen der Gaststube sowie das Anbringen neuer Lampen. Laut Kirsch hat die Sanierung 21.000 Euro verschlungen, die der Klub aus seinen Rücklagen bezahlt hat. Zudem sei der TV Gönnheim ein Mehrspartenverein, bei dem die Verantwortlichen alle Abteilungen im Blick haben müssten.

Schlechter Zustand des Platzes weiteres Problem

Die Summe all dieser Schwierigkeiten, zu denen sich der schlechte Zustand des Sportplatzes gesellt, ließ die Führung der Fußballabteilung das Handtuch werfen. „Eine Hau-Ruck-Aktion wie im vergangenen Sommer kommt für mich nicht noch einmal in Frage“, betonte Andrä und stellte sein Amt zur Verfügung. Auch Spielleiter Schier trat zurück. Kein Trainer, kein Spielleiter und keine funktionierende Mannschaft – da war das Abmelden des Teams die einzig logische Entscheidung. Schließlich ist völlig offen, wann wieder Fußball gespielt werden kann und welche Bedingungen, wie zum Beispiel das Einhalten der Hygienevorgaben, erfüllt werden müssen. Andrä hatte früh durchblicken lassen, dass er nicht bereit sei, die Verantwortung bei einem Wiederbeginn mit Auflagen zu übernehmen.

Damit endet vorerst das Kapitel Fußball beim TV Gönnheim. Seit der Jahrtausendwende spielte die Mannschaft zunächst in der B-Klasse, zwischen 2003 und 2008 sogar fünf Jahre lang in der A-Klasse, zeitweise als Spielgemeinschaft mit dem SV 1911 Bad Dürkheim. 2011 stiegen die Gönnheimer in die C-Klasse ab, der sie neun Jahre lang angehörten.

Eine Rückkehr in den Spielbetrieb ist jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen. „Wenn Fußball wieder in geregelten Bahnen gespielt werden kann, kann ich mir das vorstellen“, blickt Christine Kirsch nach vorne. Ihr Wunsch: Mit über die Region verstreuten ehemaligen Gönnheimer Spielern eine neue Mannschaft bilden.

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