Basketball
TV Bad Bergzabern siegt im Derby bei SG Dürkheim/Speyer
Wow, was für ein Derby! Die Pfälzer Teams lieferten sich ein wahres Offensivfeuerwerk und rangen um die schönsten Treffer. An der Angriffslust lag es nicht, dass die SG TV Dürkheim/BI Speyer II in einem spannenden, schnellen und spektakulären Spiel der Zweiten Basketball-Regionalliga gegen den TV Bad Bergzabern mit 96:103 (47:55) unterlag.
Zum Verschnaufen bot diese packende Partie keinen Raum. Die Fans beider Teams hatten auf der Tribüne ihren Spaß, und auch den Spielern sah man die Freude am Duell der Weinstraßenteams an. Schon der Auftakt hatte es in sich: Nach zehn Minuten stand es in diesem temporeichen Match 27:27. „Wir haben den Ball richtig gut bewegt. Das ist auch immer unser Plan, wenn wir gegen ein Team spielen, das nicht so jung ist wie wir“, sagte Joshua Kreilein, einer der SG-Scharfschützen, nach Abpfiff. „Wir gingen hohes Tempo und passten schnell. Dadurch bekamen wir freie Wurfabschlüsse, die wir hochprozentig nutzten. Bei mir fiel gefühlt jeder Wurf in der ersten Halbzeit. Nach der Halbzeit ging dagegen deutlich weniger – deshalb zog ich mehr zum Korb. Wenn man mit 96 Punkten aber nicht gewinnt, gibt´s natürlich die andere Seite. In meinen Augen haben uns Bergzaberns ´Big-Player´ gekillt. Sie bekamen wir nicht in den Griff. Wir konzentrierten uns oft auf Jeremy Black, was Philipp Behrendt Freiraum gab.“
Kreileins Einschätzung spiegelte den Spielverlauf wider. Die beiden Zwei-Meter-Männer punkteten unter dem Korb oder schufen Raum für ihre Distanzschützen. „Natürlich ärgert uns die Niederlage. Doch ich fand es auch beeindruckend, wie stark wir nach einem 14-Punkte-Rückstand im Schlussviertel zurückgekommen sind. Wir hatten bis zur letzten Minute eine tolle Energie“, ergänzte Oskar Humpert, einer der jungen Wilden im SG-Team, der über 20 Punkte erzielte. „Um´s Haar hätte unser starkes Comeback noch zum Sieg geklappt. Doch leider trafen wir am Ende die Dreier nicht mehr so wie zuvor.“
Die Dreipunktewürfe prägten den „Pfälzer Rausch“: 13mal trafen Dürkheims „Dreier“, zehnmal waren die Südpfälzer erfolgreich. Einer davon war Martin Langenfeld, der in der zweiten Halbzeit mit seinen Würfen von der 6,75-Meter-Linie dem Derby eine entscheidende Richtung gab. Auch Jan Wroblewski, Jeremy Black und Andrej Schmid trafen wichtige Dreier. Ihre Treffer bedeuteten zwischenzeitlich die 94:80-Führung (37.). „Puh, das war zuweilen ein wildes Run-and-Gone-Match mit verschiedenen Läufen auf beiden Seiten. Das machte richtig Spaß! Zwar lief bei uns mit 96 Gegentreffern defensiv nicht alles optimal. Wenn man aber 103 Punkte erzielt, dann ist doch alles gut“, erklärte Langenfeld, Bergzaberns Topscorer. „Die SG hat ein junges und super-fittes Team. Wir haben richtig stark dagegengehalten, immer wieder den freien Raum für den Abschluss gefunden. Das war das Beste von uns in dieser Runde!“
Als alle schon von einer Vorentscheidung ausgingen, schlug die SG von Trainer Carlos Hidalgo Guijo zurück. Aus einem 14-Punkte-Rückstand drei Minuten vor Schluss machten die Gäste noch ein 99:96. Mit 40 Sekunden Restzeit und Ballbesitz hatten sie die Wende in der Hand, doch in den Schlusssekunden fehlte das Spielglück. „Uns fehlte die richtige Energie in der Defensive, die wir für einen Sieg gegen so einen starken Gegner benötigt hätten“, erklärte Hidalgo Guijo. „Wir belohnten unsere gute Offensivleistung nicht, weil unsere Verteidigung zu offen war. Die Abwehr ist das A und O, will man Spiele gewinnen.“
Spielmacher Paul Stupperich, der 27 Punkte erzielte, stimmte zu: „Wir haben schon vor der Halbzeit zu viele Gegentreffer kassiert. 55 Punkte waren zu viel. Da ist es schwer, erfolgreich zurückzukommen.“ Die zweite Halbzeit ging sogar knapp an die SG. „Wir haben das Match lange offen gestaltet, weil wir hochprozentig getroffen haben. Doch wir bekamen unterm eigenen Korb den Gegner nicht in den Griff.“
Ganz anders war die Stimmung bei Bergzaberns Philipp Behrendt. Der 2,08-Meter-Spieler genoss nach dem Derby „sein Siegerbier“. „Wir haben die letzten Wochen hart trainiert und den Derbysieg uns redlich verdient“, sagte der Center. „Das zweite Spiel in einer Woche über 100 Punkte – es läuft wieder bei uns. Andrej Schmid haben wir zu unserem 100-Punkte-Mann gekürt. Zum zweiten Mal in Folge erzielte er den besonderen Treffer!“
So spielten sie
TV Bad Bergzabern: Langenfeld (24 Punkte), Black (19), Behrendt (16), Schmid (12), Wroblewski (12), Tübel (8), Jäger (6), Reimisch (4), Bergmann (2), Reisberger, Krahn, Michel.
SG TV Dürkheim/BI Speyer II: Stupperich (27 Punkte), Kreilein (23), Humpert (21), Lange (8), Skiba (7), Grimley (5), Becht (3), Hillmer (2), Leopold, Ludwig.