Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Friedelsheim will in neuer Saison Defensive stabilisieren

Überschwänglicher Jubel bei Spielertrainer Nicolas Wrede im Spiel gegen Harthausen.
Überschwänglicher Jubel bei Spielertrainer Nicolas Wrede im Spiel gegen Harthausen.

Der TuS Friedelsheim geht in seine zweite Spielzeit in der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt. Sportlich scheint das Team stärker zu sein. Aber es gibt einige Baustellen.

Der TuS Friedelsheim startet in seine zweite Saison in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt in Folge. Die Liga ist sicher nicht schwächer geworden, sodass es schon eine feine Leistung wäre, sollte der TuS den achten Platz aus dem Vorjahr wiederholen können.

Blickt man auf die vergangene Spielzeit, dann fallen einem neben dem sportlich starken Rang acht auch etliche Dinge ein, die nicht optimal liefen. Ein großes Leistungsgefälle im Kader, phasenweise gravierende Unruhen, keine personelle Kontinuität und fehlende Disziplin auf dem Spielfeld, die in zahlreiche Gelben und Roten Karten sowie Zeitstrafen mündete. So wurde aus einer sportlichen Zwei im Jahreszeugnis wohlwollend eine Drei minus, wenn man alle Aspekte einfließen lässt. Insgesamt führt dies dazu, dass es für die Friedelsheimer genug Felder gibt, die beackert werden müssen, damit die Außendarstellung mit dem sportlichen Erfolg mithalten kann.

Wrede nennt das Schlüsselwort

„Das Schlüsselwort für die neue Serie lautet Ruhe. Mehr Ruhe in allen Bereichen. Ich wünsche mir eine Saison, die in ruhigen und geordneten Bahnen verläuft“, erklärt Spielertrainer Nicolas Wrede. Dazu zählen etwa mehr Disziplin, und weniger Fluktuation in der Aufstellung. Das haben die Spieler selbst in der Hand, in dem man am Spieltag zur Verfügung steht – und zwar regelmäßig. 24 Kicker beim Auftakttraining sind ein gutes Zeichen. Gelingt Friedelsheim dies, dann ist es auch leichter, Automatismen einzuschleifen und taktische Vorgaben umzusetzen. Wichtig ist auch, die Defensive zu stabilisieren. Die Anzahl von 77 Gegentoren muss dringend reduziert werden.

Ein anderes Problem spricht der 32-jährige Wrede an: „Sportlich sind wir seit ich da bin immer gewachsen. Erst haben wir uns in der B-Klasse vor dem Abstieg gerettet, dann sind wir Dritter geworden, im Jahr danach souverän als Meister aufgestiegen und jetzt Achter in der A-Klasse“, blickt der Übungsleiter zurück. Mit diesen Schritten habe der Verein nicht mithalten können. „Der TuS muss sich mitentwickeln. Wir brauchen mehr ehrenamtliche Kräfte, quasi eine Mannschaft um die Mannschaft“, betont Wrede. Je mehr mithelfen, desto mehr können Aufgaben verteilt werden und desto geringer wird der Einzelne belastet. Bedauerlich sei, dass das Clubhaus zwar renoviert wurde, aber geschlossen ist.

Spannende Neuzugänge

Sportlich scheint das Team stärker geworden zu sein, weil es kaum namhafte Abgänge verkraften musste, dafür aber etliche gute Akteure verpflichtet wurden. Da ist einmal der defensive Mittelfeldspieler Timo Gehrlein, der lange in der Bezirksliga spielte und in der vergangenen Runde bei der FG 08 Mutterstadt in der Landesliga eingesetzt wurde. Zwar gingen seine Spielanteile deutlich zurück, was aber auch mit Gehrleins Schichtdienst, Blessuren und der großen Konkurrenz auf seiner Position zu tun hatte. „Timo hat ein gutes Auge, kann ein Spiel lesen und wird uns helfen“, ist der Coach sicher. Einen großen Anteil am Transfer habe TuS-Urgestein Patrick Wetzler gehabt.

Geradezu ins Schwärmen gerät Wrede, wenn er von Ilyas Rafia (23), einem 1,95 Meter großen Innenverteidiger spricht. „Er hat in Marokkos Jugend-Eliteliga gespielt, ist passsicher und clever, bereits erstaunlich reif und fleißig“, beschreibt der Übungsleiter den Zugang. Dass Rafia, der zum Krankenpfleger ausgebildet werde, überhaupt für den TuS spielt, ist dem Zufall geschuldet. Laut Wrede habe der in der Bank, in der Antony Violan arbeitet, ein Konto eröffnet. Der technisch gute Außenstürmer Violan ist ein weiterer Neuer für Friedelsheim und hat Rafia den Wechsel schmackhaft gemacht. Beide spielten zuletzt für den SV Schöntal.

Zwei Mittelstürmer geholt

Dazu haben die Schwarz-Weißen zwei Mittelstürmer verpflichtet: Marcel Münch vom TuS Wachenheim, den Wrede als eiskalten und abschlussstarken Stoßstürmer bezeichnet. Ein „Brocken“, den keiner so leicht aus dem Weg räumt. Sein Vater Günter ist der Vorsitzende des TuS. Des Weiteren Fabian Hoffmann vom ASV Maxdorf, der schon mal in Friedelsheim war und als dynamischer, schneller und zweikampfstarker Knipser gelte. Zwei junge Spieler runden den Kader ab. Vom VfL Neustadt kommt Flügelflitzer Talha Gül, der nach schwerer Verletzung wieder Fuß fassen will und von RW Seebach II der ehrgeizige und laufstarke Verteidiger Timo Bräun.

Kapitän bleibt Wetzler, sein Stellvertreter Serdal Cakir. Diese beiden bilden mit Mustapha Labeche, Joshua Eberle und Adriano Quagliata den Mannschaftsrat. Das Auftaktprogramm könnte kaum schwieriger sein. Mit Rot-Weiss Seebach (zu Hause) und TuS Niederkirchen (auswärts) treffen die Friedelsheimer auf zwei Bezirksliga-Absteiger und mutmaßliche Aspiranten für das Aufstiegsrennen. Bis Anfang September kreuzt der TuS zudem die Klingen mit TuS Maikammer, ASV Harthausen und FV Berghausen, drei Teams, die im der vorigen Saison im oberen Drittel platziert waren. „Schwerer hätte es nicht kommen können“, sagt Wrede und bläst die Backen auf. Ziel bleibt trotzdem ein Platz in der oberen Tabellenhälfte.

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