Fussball
TuS Friedelsheim vor dem Aus
Es dürfte der Anfang vom Ende gewesen sein. „Das war ein Debakel“, sagt der erst kürzlich verpflichtete Friedelsheimer Trainer Sven Böhler. Zwar habe seine Mannschaft die erste Chance des Spiels gehabt, aber bereits nach dem 0:1 (8.) verfiel das Team in altbekannte Muster.
„Alles, was wir uns vorgenommen hatten, wurde nach diesem Gegentor über den Haufen geworfen. Da wurden keine Positionen mehr gehalten, von einem Aufbäumen gegen die drohende Niederlage ganz zu schweigen“, verdeutlicht Böhler. Es folgte das 2:0 (23.) und spätestens mit dem dritten Gegentor (38.) brach das Gebilde wie ein Kartenhaus zusammen. Mit dem vierten Treffer der Gastgeber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ging es in die Kabine. Bis dahin hatte der Coach den am Rücken lädierten Mergim Mehmetaj schon auswechseln müssen und durch den Debütanten Stefan Stefanov ersetzt.
„In der Mannschaft stimmt es nicht“, hat Böhler erkannt. Mit drei Toren direkt nach der Pause zog Berghausen auf 7:0 davon und legte in der Schlussphase noch zwei Treffer nach. Da war Friedelsheim nur noch zu zehnt, weil Giovanni Quagliata nach einer Stunde die Rote Karte sah. „Es war ein Tritt nach dem Gegenspieler, der ihn festgehalten hat“, erklärt Böhler. Da auch der Versuch strafbar ist, selbst wenn der Akteur nicht getroffen worden ist, war der Feldverweis folgerichtig. Es war die zweite Rote Karten für einen Spieler des TuS binnen einer Woche.
Wie Böhler informierte, hat Torwart Devran Akkus den Verein in Richtung eines Frankenthaler Klubs verlassen, und bei der Nummer eins des TuS, Philipp Wiebelskircher, stehen in der Winterpause eine Meniskusoperation an. Der Trainingsbesuch sei auf acht Akteure pro Einheit gesunken.
„Ich habe Bedenken, dass wir für die Partie am kommenden Sonntag beim VfB Haßloch elf Mann auf den Platz bekommen“, blickt der Übungsleiter pessimistisch nach vorne. Er habe gehofft, dass sich das Team zusammenreiße und Charakter zeige, auch wenn sportlich der Abstieg kaum zu vermeiden sei, weil die Mannschaft oder das, was von ihr übrig ist, kein A-Klasse-Format besitze.
Wenn man die Gesamtsituation betrachtet, ist ein freiwilliger Rückzug, eine Abmeldung vom Spielbetrieb, wohl alternativlos und die beste Lösung. Und zwar möglichst bald. Ein Hinauszögern würde die Lage nicht verbessern, eher verschlimmern. Das Motto dürfte lauten: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.