Zwischenbilanz
TuS Friedelsheim: Kleines Polster könnte reichen
In den zurückliegenden Jahren zählten die Friedelsheimer meist zum Mittelfeld der Liga. Aufstiegsambitionen gab es keine, aber auch keine Abstiegssorgen. In dieser Runde aber lief es nicht gut. Aus 14 Partien holte der TuS nur 13 Zähler. Das bedeutet Abstiegsgefahr – eigentlich. Doch den Friedelsheimern kommt vermutlich eine glückliche Konstellation im Kreis Rhein-Mittelhaardt zu Hilfe. Weil es mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Absteiger aus der Bezirksliga gibt und auch aus der A-Klasse wohl nur wenige Teams den Weg nach unten antreten müssen, können die B-Ligisten relativ entspannt der Abstiegsrunde entgegenblicken. Gut möglich, dass es nur eine oder zwei Mannschaften gibt, für die es eine Etage tiefer geht. Schlusslicht Leistadt hat drei Zähler, Friedelsheim neun. Das ist kein Ruhekissen, aber zumindest ein kleines Polster.
Der Auftakt für den TuS ließ schon erahnen, dass es schwierig werden würde. Trotz guter erster Halbzeit gab es bei der TSG Deidesheim II eine 1:4-Pleite. „Da sind wir aber deutlich unter Wert geschlagen worden“, sagt der damalige Coach Tobias Bartnik. Eine Woche später folgte im Nachbarschaftsduell gegen den TuS Wachenheim eine 0:3-Niederlage, ehe bei Rot-Weiss Seebach II mit 1:2 der Kürzere gezogen wurde. Dies war nach Angaben des Übungsleiters allerdings etwas unglücklich, weil das entscheidende Tor erst in der 88. Minute fiel. Nach drei Runden trug Friedelsheim die Rote Laterne des Tabellenletzten. Das 2:1 im Derby gegen den TV Ellerstadt bedeutete den ersten Saisonsieg. „Das war eine unserer besten Vorstellungen. Wir hätten aber angesichts großer Chancen in der ersten Hälfte höher gewinnen müssen“, blickt Bartnik zurück. Eine Trendwende war dieser Erfolg allerdings nicht. Beim TSV Königsbach setzte es eine 0:6-Abreibung und gegen den TuS Niederkirchen verlor Friedelsheim trotz überzeugender ersten 45 Minuten und 1:0-Führung mit 1:5. Zum Abschluss der Hinserie feierte der TuS mit dem 3:1 beim FC Leistadt den zweiten Sieg. Allerdings musste Bartnik in der Halbzeit etwas lauter werden, weil sein Team in Rückstand lag, es an Laufbereitschaft und Kampfgeist mangelte.
Packendes Derby
Die Rückrunde war zunächst ein Spiegelbild der ersten sieben Begegnungen. Gegen Deidesheim, Wachenheim und Seebach gab es erneut drei Niederlagen, dann folgte so etwas wie der bisherige Höhepunkt der Saison – ein 3:3 in einem packenden Derby in Ellerstadt. „Das war eine starke Vorstellung von uns. Die Umstellung auf Dreierkette hat sich in diesem Spiel bewährt“, erinnert sich Übungsleiter Bartnik. Die Friedelsheimer drehten den Rückstand, führten 2:1 und 3:2, mussten sich am Ende aber doch mit einem Zähler zufriedengeben. In einer wechselvollen Partie gewann der TuS danach noch mit 4:3 gegen Königsbach. Der 2:4-Niederlage in Niederkirchen folgte zum Abschluss in einem umkämpften Spiel ein 2:0-Erfolg gegen Leistadt, der für den weiteren Saisonverlauf von großer Bedeutung ist.
Nach fünfeinhalb Runden als Spielertrainer zog sich der inzwischen 40-jährige Spielertrainer Tobias Bartnik, der insgesamt 14 Jahre für den TuS auflief, kurz vor der Winterpause zurück. „Ich brauche eine Pause und muss den Kopf freibekommen. Außerdem spüre ich das Alter“, erklärt der kopfballstarke Innenverteidiger.
Wrede ruft Neustart aus
Nicht ausgeschlossen sei, dass er im Frühjahr doch noch einmal das Trikot der Friedelsheimer anzieht. Nachfolger Wrede hält ihm jedenfalls die Tür offen: „Tobi ist ein wichtiger Mann, der richtig gut kicken kann und viel Erfahrung mitbringt. Er entscheidet, ob und wann er wiederkommen will.“
Der neue Coach hat sich mit Feuereifer in seine Aufgabe gestürzt und den Kader umgekrempelt. „Ich will die Trainingsbeteiligung steigern, wieder mehr Zug in die Truppe bekommen. Es muss den Jungs Spaß machen, aber es ist auch Disziplin nötig“, spricht der 29 Jahre alte Wrede über seine Vorstellungen. Der junge Übungsleiter ruft einen Neustart aus, bezeichnet sich als einen Verfechter des Offensivfußballs und will den Stil des TuS Friedelsheim verändern.