Bad Dürkheim Turmschreiberei soll auferstehen
Um die Deidesheimer Turmschreiberei, das erstmals 1978 verliehene Literaturstipendium, ist es in den letzten Jahren sehr ruhig geworden. Nach achtjähriger Pause soll nun aber 2018 im Dichterturm im Schlossgarten wieder Leben einkehren. Die Deidesheimer „Stiftung zur Förderung der Literatur in der Pfalz“ will demnächst den oder die 13. Turmschreiber/in ernennen. Dies bestätigte Stadtbürgermeister Manfred Dörr, der zugleich Vorsitzender der Stiftung ist.
„Uns liegen eine Reihe von Bewerbungen vor“, erklärte Dörr auf Nachfrage. An den Modalitäten des mit 7500 dotierten Preises, der im Grunde ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium ist, hat sich dabei nichts geändert. Das örtliche „Dienstzimmer“ ist der Turmschreiberturm im Schlosspark, in dem der Turmschreiber bzw. die Turmschreiberin auch ihre Sprechstunden abhält. Neben dem Preisgeld und dem vierwöchigen Freiaufenthalt in Deidesheim gehört ein Deputat von drei Flaschen Wein pro Tag zum Stipendium. Die Auszeichnung schließt außerdem die Verleihung eines Ehren-Rebstockes im Prominentenwingert „Paradiesgarten“ ein, in dem Rebstöcke an verschiedene Persönlichkeiten aus der ganzen Welt vergeben wurden. Dafür soll der Preisträger „literarisch-pfalzbezogen“ arbeiten und ein Buch verfassen, dessen Thema aber freigestellt ist. Während diese Regelungen schon in der Vergangenheit bestanden, ist die „Turmschreiberei“ rechtlich in den vergangenen beiden Jahren neu geordnet worden. Dabei wurde die 1978 gegründete und ursprünglich von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, dem Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Deidesheim und dem Südwestrundfunk getragene Literaturstiftung in die ebenfalls in Deidesheim beheimatete Frank-Leydn-Stiftung eingegliedert. Bisherige Turmschreiber waren Wolfgang Altendorf (1978), Rudolf Hagelstange (1980), Ludwig Harig (1982), Herbert Heckmann (1987), Walter Helmut Fritz (1991), Manuel Thomas (1992), Hans-Martin Gauger (1996), André Weckmann (1998), Emma Guntz (2001), Fanny Morweiser (2003) und Bernd Kohlhepp (2006), die bis auf Gauger auch alle ihrer Publikationspflicht nachgekommen sind. Als bislang letzte Preisträgerin fungierte 2010 dann eine Seiteneinsteigerin: die frühere Deutsche Weinkönigin Katja Schweder, die sich mit „Die Weingeister und ihre Gefährten“ aus dem „Amt“ verabschiedete.