Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Trio „Baroque for You“ mit Brillanz und Ausdruckskraft

Alexander von Heißen begleitet Sopranistin Sibylla Elsing am Cembalo.
Alexander von Heißen begleitet Sopranistin Sibylla Elsing am Cembalo.

Mit „Musik zum Aufatmen“ veranstaltete der Förderverein zur Erhaltung der Protestantischen Kirche Wachenheim das zweite Livekonzert in Corona-Zeiten. Am Sonntag stellte das kreative Trio „Baroque for You“ ein anspruchsvolles Programm vor.

Als Mitglieder des preisgekrönten Instrumentalensembles „4 Times Baroque“ waren Jan Nigges und Alexander von Heißen bereits 2018 zu Gast in Wachenheim. Inzwischen bilden sie mit der jungen Koloratursopranistin Sibylla Elsing ein Trio, das sich Werken der Barockzeit verschrieben hat.

Das Konzert begann mit dem beeindruckenden Flötensolo „Engels Nachtegaeltje“ von Jacob van Eyck, einem niederländischer Glockenspieler und Blockflötenvirtuosen. Der engelsgleiche Gesang der Nachtigall erfüllte den Kirchenraum mit hellen melodischen Tönen, die immer schneller aufeinander folgten und von Jan Nigges höchst meisterhaft vorgetragen wurden. Als Solist und Orchestermusiker gastierte er häufig bei renommierten Klassik-Festivals.

Warmer Klang der Traversflöte

Das „Plaudite Cantate“ des römisch-bologneser Komponisten Horatio Tarditi gehört zum Liedrepertoire von Sibylla Elsing. Mit ihrem glasklaren Sopran interpretierte sie das geistliche Lied mit besonderer Brillanz. Im vorigen Jahr hat sie ihr Bachelor-Studium an der Folkwang Universität der Künste mit Bestnote abgeschlossen und nun den Masterstudiengang begonnen. Seit 2018 steht sie regelmäßig auf der Bühne und war unter anderem als Papagena und Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte zu hören.

Georg Friedrich Händel hat zahlreiche herausragende Kammermusik-Werke geschrieben, darunter die Sonate in G-Dur für Traversflöte und Bassocontinuo HWV 363. Ein wunderbares Werk, das dem Zuhörer die volle Ausdruckskraft von Händels Schaffen offenbart. Die hölzerne Traversflöte hat einen warmen Klang und gilt als Vorgängerin der heutigen Querflöte. Das zarte Continuo-Spiel von Alexander von Heißen rundete den kunstvollen Vortrag von Jan Nigges perfekt ab.

Höchstgeschwindigkeit am Cembalo

Bei der Cembalo-solo-Bearbeitung „Vo' fa guerra“ von William Babell aus der Händel-Oper „Rinaldo“ zeigte Alexander von Heißen dem gebannten Publikum, wie sich das Instrument mit Höchstgeschwindigkeit spielen lässt. Seine Interpretation verwandelte die Barockkomposition in ein begeisterndes, rockig klingendes Konzertstück. Als Kontrast dazu besang Sibylla Elsing mit der zauberhaften Arie der Romilda aus der Händel-Oper „Xerxes“ eine idyllische Natur, von Flöte und Cembalo gefühlvoll begleitet.

Auch Georg Philipp Telemann war ein deutscher Komponist des Barocks. Durch neue Impulse prägte er die Musik seiner Zeit. Im letzten Teil des Konzerts stand zunächst seine dreisätzige Sonate in C-Dur TWV41 aus den „Essercizi musici“ auf dem Programm des Trios. Das Stück gehört zu den heute populärsten Instrumentalwerken Telemanns für Altblockflöte und Basso continuo.

Abschluss mit Flötensoli

Zum Abschluss erfreute die junge Koloratursopranistin das begeisterte Publikum mit „O wer kann die Liebe sagen“ aus der geistlichen Kantate „Daran ist erschienen die Liebe Gottes“, gefolgt von der Arie der Rodisetta „Mich tröstet die Hoffnung“, aus der Oper „Der geduldige Sokrates“, jeweils begleitet von Flötensoli. Für ihre herausragende Darbietung erhielten die jungen Künstler lebhaften Applaus, für den sie sich mit einer Zugabe bedankten.

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