Bad Dürkheim Tradition und Moderne

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Das Abschlusskonzert des ehemaligen Kreischorverbands Neustadt am Sonntagabend in der Dürkheimer Burgkirche geriet zur eindrucksvollen Darstellung einer Chormusikszene, die traditionelle und moderne Chöre in einem abwechslungsreichen Programm vereinte.

Nach 65 Jahren seines Bestehens ist der ehemalige Neustadter Verband im neuen Kreischorverband Vorderpfalz aufgegangen. Doch so ganz ohne ein eigenständiges Konzert wollten die Sänger nicht abtreten. Daher fanden sich an diesem Abend noch einmal zehn Gesangvereine zu einem Benefizkonzert für das Hospiz in Bad Dürkheim zusammen. Ihr Programm gestalteten sie an diesem Totensonntag mit besinnlichen Liedern. Als gastgebender Verein sang der Gesamtchor der Dürkheimer Liedertafel unter der Leitung von Sieglinde Hammann zum Auftakt die vierstimmigen Motette „Cantate Domino“ des italienischen Barockkomponisten Giuseppe Ottavio Pitoni, gefolgt von dem „Ave Maria“ des schwäbischen Theologen und Komponisten Aemilian Joseph Rosengart. Den Freinsheimer Gesangverein leitet Maria Mattern, die mit ihrem gemischten Chor den christlichen Choral „Näher, mein Gott, zu Dir“ einstudiert hatte, an den sich das „Vater unser“ der Sängerin Hanne Haller anschloss. Johannes Kalpers ist nicht nur ein exzellenter Opernsänger, sondern auch ein gefragter Chorleiter, den der MGV Rödersheim für seine Chöre verpflichten konnte. So klang das „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy der Swinging Voices wunderbar strahlend und farbenreich. Aber auch der Männerchor des MGV Rödersheim, dem die dienstältesten Sänger angehören, wusste mit seinen reifen Stimmen zu beeindrucken. Der christliche Liedermacher Manfred Siebald hat mit seinem poetischen Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ einen festen Platz in Liederbüchern verschiedener christlicher Konfessionen. Die in Budapest geborene Neustadterin Magdy Mikaelberg Spanyi stellte zusammen mit einer Vertonung von Psalm 23 und „Lobet den Herrn der Welt“ den gemischten Chor des MGV Frohsinn Lindenberg vor. Dass sich mit einem modernen Repertoire auch heute noch viele Menschen für die Chormusik begeistern lassen, bewies der junge Chor „Chorlorado“ des Gesangvereins Weidenthal. Leiter Peter Clemens präsentierte mit einem deutschen und zwei englisch gesungenen Titeln ein ausdrucksvolles Stimmungsbild. Zu lauten Bravo-Rufen der Zuhörer forderte der Auftritt der Sängervereinigung Haßloch unter der Leitung von Bernd Camin heraus. Mitreißend interpretierte der Chor drei Gospeltitel. Viel Beifall gab es aber auch für den klassischen Hymnus des Männerchors Esthal, der von Dorina Schmidt geleitet wird. Sie betreut auch den Frauenchor Cantilena Frankeneck, der mit einer modernen Version des Kyrie eleison aufhorchen ließ und bei „Halleluja“ in der Version von Leonhard Cohen zu swingen begann. Geradezu tobende Begeisterung rief der Vortrag des ebenfalls von Dorina Schmidt geleiteten gemischten Chors Vocal Cords des MGV Esthal beim Publikum hervor, obwohl er ohne Bässe auskommen musste. „Die sind bei der freiwilligen Feuerwehr und mussten ausrücken, um ein Feuer im Tal zu löschen“, erklärte die engagierte Chorleiterin, für die es nach 25-jähriger Tätigkeit das letzte Konzert war.

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