WACHENHEIM
Tischtennis: Der oberste Regelhüter
„Ich habe mir, als eine Amtsübernahme ins Gespräch kam, schon noch mal Bedenkzeit erbeten“, erklärt Ott. Am Ende sagte der 64-Jährige der kommissarischen Übernahme bis zum nächsten Verbandstag im kommenden Jahr zu, da er helfen wollte. Die langjährige Erfahrung im Schiedsrichterwesen habe bei den PTTV-Verantwortlichen den Ausschlag für Ott gegeben. „Ich habe schon etwas Erfahrung im Organisieren. Als Erster Vorsitzender des TuS Wachenheim habe ich bei solchen Sachen natürlich schon einen Hintergrund“, erklärt Ott. Er wolle jedoch nicht auf Dauer als Obmann fungieren, könne sich aber ab dem Verbandstag 2022 durchaus wieder vorstellen, als Besitzer im Schiedsrichter-Ausschuss tätig zu werden.
Helmut Ott wurde in Neustadt geboren, lebt aber bereits seit 30 Jahren in Wachenheim. Die gesamte Familie – Ott ist verheiratet und hat zwei Kinder – ist beim TuS Wachenheim engagiert. Neben Ott, der Vorstandsvorsitzender ist, ist seine Frau Patricia Abteilungsleiterin bei den Turnern. Seine Tochter Sabrina Wehrhahn leitet Trainingsgruppen im Fitnessbereich, Sohn Michael ist, wie Vater und Schwester, bei den TuS-Tischtennisspielern aktiv.
Als Unparteiischer in Bundesligen im Einsatz
Helmut Ott, der mittlerweile Rentner ist, und in seinem Berufsleben im Mess- und Eichwesen tätig war, blickt bereits auf zwölf Jahre als TuS-Vorstand zurück. Auch ist er bereits seit vielen Jahren Schiedsrichter beim PTTV und dort sowohl als Tisch- als auch als Oberschiedsrichter tätig. „Ich habe sogar mal vor vielen, vielen Jahren als Tischschiedsrichter ein Spiel in der 1. Bundesliga gezählt. Das wurde damals in Landau ausgetragen und sogar im Fernsehen übertragen“, erzählt Ott. Viele weitere hochklassige Spiele habe er in den Bundesligen geleitet, der Einsatz in der deutschen Eliteklasse sei jedoch ein einmaliges Erlebnis geblieben.
Zu seinem zeitraubenden Vorstandsjob kommt nun auch noch die Aufgabe des Schiedsrichter-Obmanns hinzu. „Das bedeutet für mich, Lehrgänge, Fort- und Ausbildung zu organisieren. Auch die Aufstellung der Schiedsrichter für die Spiele und Turniere müssen erstellt werden“, erklärt Ott. Dabei gebe es etliche Faktoren zu berücksichtigen. „Ganz so einfach ist gerade die Spieleinteilung nicht. Da muss auch beachtet werden, dass nicht immer dieselben Personen bei den immer gleichen Vereinen eingesetzt werden. Es müssen aber auch Fahrtwege bedacht werden. Die Schiedsrichter haben auch eine Anzahl von Mindesteinsätzen, es gibt mehrtägige Turniere, und es muss auch das Material für die Spiele ausgegeben werden“, sagt der Wachenheimer, der von viel Organisationsaufwand spricht. „Am Anfang ist das schon eines dickes Brett, auch wegen der ganzen Unwegsamkeiten. Man sieht jetzt schon, dass auch immer mal wieder Spiele ausfallen“, fügt Ott an.
Viele Gespräche bei Nachfolgersuche nötig
Als ein wichtiges Ziel nennt der Schiedsrichter-Obmann außerdem, bis zur nächsten Wahl im Jahr 2022 einen geeigneten Nachfolger für das Amt zu finden. Aber auch das Schiedsrichterwesen in der Pfalz in geordneten Bahnen zu halten, hat er sich vorgenommen. „Wir haben schon Leute, die wir für das Amt motivieren können. Intern haben wir uns bereits eine Liste mit Namen gemacht, aber noch mit niemandem gesprochen“, sagt Ott, der keine Kandidaten verlautbaren will.
Dazu seien viele Gespräche notwendig, unter anderem, um den jeweiligen Kandidaten die Aufgaben vermitteln zu können. Ebenfalls wichtig sei es, dass eine entsprechende Regelkunde vorhanden ist. „In meinem Amt bin ich jetzt der oberste Regelhüter beim PTTV. Da muss man dann auch zu seinen Entscheidungen stehen können. Das ist nicht immer ein einfacher Job, denn man muss auch mal zu Fehlentscheidungen stehen“, erklärt Ott.
Einwurf: Vereine sind dankbar
Mehr Helmut Otts wird es brauchen. Denn durchaus ist zu erwarten, dass so manches Funktionärsmitglied eines Verbands oder Vereins wegen des Coronavirus und seiner Begleitumstände von seinem Amt zurücktreten wird. Da sind dann auch Personen von Nöten, die sich wie Ott auch in zwei Ämtern engagieren. Das tut dem Sport gerade in einer Phase, in der vieles durcheinander läuft, gut, weil Personen in Doppelfunktion durchaus über reichlich Erfahrung verfügen. Das kann auch Verknüpfungen zwischen Vereinen und Verbänden herbeiführen, die positiv sind.
Die Brücke zu weiteren engagierten Mitgliedern des Vereins, die dem Verband dann hilfreich sein können, können über Personen in Doppelfunktion geschaffen werden. Ein Rücktritt, der negativ wirkt, kann so auch ins Positive umgekehrt werden.