Sommerspaziergang Teuflisch schöne Strecke
Es geht los am südlichen Ortsausgang von Wachenheim, wo hinter dem Weingut Bürklin-Wolf ein befestigter Wirtschaftsweg von der Weinstraße abzweigt. Links vom Weg ist nach wenigen Schritten eine schöne Anlage mit Lavendel zu sehen. Rechts liegt dagegen eine braun verfärbte Brachfläche.
Mit Ausblick auf Forst geht es in südöstliche Richtung bis zum Speyerer Weg, dem man nach rechts folgt. Gleich danach nimmt man nach links den unbefestigten Weg. Wo er sich teilt, steht eine kleine Birke. Am Wegrand oberhalb der Böschung blüht Johanniskraut, benannt nach dem Johannistag am 24. Juni. Wie kleine goldgelbe Sonnen trägt die Pflanze ihre getüpfelten Blüten, aus denen strahlenförmig die Staubblätter hervorragen.
Der Blütensaft erinnert an Blut
Der Volksmund nannte das Johanniskraut früher auch Teufelsflucht oder Hexenkraut. Teufel und Hexen sollten schuld an seelischen Erkrankungen sein, gegen die das Kraut verabreicht wurde. Weitere Namen waren Johannisblut oder Herrgottsblut. Sie gehen auf den roten Saft zurück, der beim Zerreiben der Blüten austritt.
Auch Rainfarn und Hundsrose wachsen an der Böschung. Reichlich blüht jetzt die Kugeldistel, ein Bewohner trocken-magerer Standorte. Die Pflanze lockt viele tierische Besucher an. Ihr Status als Neophyt ist umstritten, zumal sie seit Jahrhunderten in Gärten kultiviert wird. Zu bedenken bleibt, dass die Kugeldistel zu starker Ausbreitung neigt und damit andere Pflanzen verdrängen kann.
Selbst seltene Schmetterlinge fühlen sich hier wohl
An der nächsten Weggabelung fällt am Hang gegenüber ein erneuertes Stück Trockenmauer auf. Es geht nun auf den nach rechts abzweigenden Weg. Er ist von Gras bewachsen und führt an niedrigen Grabenrändern mit interessanter Flora entlang. Wilder Majoran, auch Dost oder Oregano genannt, steht in sommerlicher Blütenpracht.
Allein diese rosa bis purpurrot blühende Staude zeigt dem Spaziergänger, wie wichtig Wildpflanzen inmitten der Weinlagen für viele Insektenarten sind. Auch kaum bekannte Schmetterlinge wie die Ackerwinden-Trauereule finden sich hier ein. Der Falter ist tag- und nachtaktiv und misst mit ausgebreiteten Flügeln etwas mehr als zwei Zentimeter.
Wo der Weg endet, geht man auf asphaltierter Strecke links vom Graben weiter, bis man an einem Feldkreuz nach rechts auf den Wirtschaftsweg in westliche Richtung abbiegt. Die zweite Möglichkeit führt wiederum nach rechts in Richtung Goldbach. Hier verläuft der schmale Bach eingefasst und begradigt. Auf dem Brückchen lässt sich besonders an heißen Tagen gut im Schatten der Bäume ausruhen, bevor es über den Speyerer Weg zurück geht.