Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Termine, Digitalisierung und Vollzugsdienst

Wie bürgernah ist die Wachenheimer Verwaltung?
Wie bürgernah ist die Wachenheimer Verwaltung?

Bürgerfreundliche Verwaltung ist ein Stichwort im Wahlkampf in der Verbandsgemeinde Wachenheim. Aber was verstehen Amtsinhaber Torsten Bechtel (CDU) und die Herausforderer Jochen Kappel (FWG) sowie Andreas Schäffling (parteilos, für die SPD) darunter?

„Die Öffnungszeiten im Rathaus wurden in den vergangenen acht Jahren erweitert. Wir haben eine Online-Terminvergabe eingeführt, und uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht, um die Digitalisierung umzusetzen“, sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wachenheim. Und noch eine Sache ist Bechtel wichtig: „Das Rathaus ist offen. Das war es auch in Corona-Zeiten – soweit es ging. Das offene Haus ist unser Prinzip.“ Und er betont: „Sie können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansprechen – auch den Bürgermeister.“

Herausforderer Kappel hat ein anderes Bild: „Wenn jemand einen direkten und persönlichen Kontakt hat, dann klappt es mit dem Draht zur Verwaltung in Wachenheim. Aber wer den Kontakt nicht hat, muss einen Termin buchen.“ Er habe das getestet und „den frühsten Termin zu Arbeitszeiten eines Normalbürgers“, er meint den späten Nachmittag, im März bekommen. Dies sei für ihn nicht bürgernah. „In anderen Verbandsgemeinden ist das anders“, findet er. Erweiterte Öffnungszeiten seien etwa durch Änderung der Personalpläne zu erreichen, auch durch Verkürzung der Termine ließe sich steuern.

Auch Herausforderer Andreas Schäffling kritisiert: „In Bürgergesprächen wurde mir immer wieder gesagt, dass vieles viel zu lange dauert. Es geht darum, Bedarfe flexibler zu gestalten, eine bürgernahe, bürgerfreundliche Verwaltung zu installieren. Ich kann mir vorstellen, dass man die Öffnungszeiten an einem zweiten Tag verlängert“, sagt er. „Es wird immer einen direkten Kontakt unter meiner Führung geben“, ergänzt er.

Digitalisierung in der Verwaltung

Für Kappel geht es mit der Digitalisierung in der Verwaltung noch nicht schnell genug: „Schön ist, dass mit den Heimarbeitsplätzen angefangen wurde, aber das ist noch lange nicht ausgereift, weil den Mitarbeitern zu Hause nicht alle Daten zur Verfügung stehen. Ich denke, dass ich besonders mit meiner beruflichen Erfahrung der vergangenen 20 Jahre die Prozesse beschleunigen kann.“ Es gebe ein Dokumentenmangement, das gerade neu aufgerollt werde, betont Bechtel. „Wir haben zudem einen Digitalisierungsbeauftragten.“

Als weiteren Erfolg in den vergangenen acht Jahren verbucht er die Schaffung einer Stelle beim Ordnungsamt, die sich unter anderem um den ruhenden Verkehr kümmert. „Es gab früher nur zwei 450-Euro-Kräfte, die nach dem ruhenden Verkehr geschaut haben und den anderen Dingen, die ein Ordnungsamt zu tun hat.“

„Den Vollzugsdienst aufzustocken, finde ich immer den schlechtesten Weg“, sagt Herausforderer Schäffling. Was Strafzettel angeht: „Da bin ich der letzte, der das gerne möchte.“ Er regt ein Anwohnerparksytem an. „Das könnte die Parkplatzsituation an Wochenenden etwas entzerren.“

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