Bad Dürkheim / Neustadt
Tennisfans stehen in Startlöchern
„Sportliche Betätigung alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands im Freien ist von Montag an auch unter Benutzung von Sportanlagen zulässig“, heißt es in der jüngsten Landesverordnung. Dies betreffe Sportarten wie beispielsweise Rudern, Segeln, Tennis, Luftsport, Leichtathletik, Golf oder Reiten.
„Wir betreiben keinen Kontaktsport und keinen Mannschaftssport wie Fußball oder Handball. Sport ist sehr differenziert zu betrachten. Daher versuchen wir, mit den Behörden und Institutionen ein für alle sicheres Verfahren zu finden, nach dem wir möglichst bald wieder unserem geliebten Tennissport nachgehen können“, so hatte der Präsident des Bayerischen Tennisverbands, Helmut Schmidbauer, zuvor schon für eine Lockerung der seit 17. März geltenden Sportstätten-Sperre wegen der Corona-Krise argumentiert.
Der Präsident des Tennisverbands Pfalz, Wolfgang Eggers (Kaiserslautern), hatte sich ebenfalls „ganz klar“ dafür ausgesprochen, wie im Nachbarland Tschechien das Tennisverbot zu beenden: „Wir sind eine Distanzsportart. Bei einem Einzel sind zwei Leute mit großem Abstand voneinander auf dem Platz. Ein Näherkommen beim Seitenwechsel ist vermeidbar.“ Die Bereiche Umkleiden, Duschen und Gastronomie „müssten natürlich geregelt werden“. Eggers plädiert auch für eine Lockerung bei Sportarten wie Badminton, Tischtennis und Golf. Er wünsche sich, dass „im Sport ein bisschen unterschieden wird“.
Beim TC Wachenheim war der Erste Clubvorsitzende Rüdiger Göbel ein bisschen überrascht über die gute Nachricht. „Wir haben im großen Stil an der Anlage nichts gemacht. Man durfte ja nur allein raus“, erzählt er und erklärt: „Wir müssen uns jetzt erst einmal wieder mit der neuen Situation auseinandersetzen. Ich denke, es wird wohl Mitte Mai werden, bis wir den Platz wieder aufmachen. Wir müssen schauen, dass alle Hygienemaßnahmen stimmen. Auf jeden Fall machen wir nichts Hals über Kopf.“ Göbel hat Hoffnung, dass es noch eine Medenrunde geben wird. „Zeit wäre noch, aber wie und nach welchen Regeln, das muss erst einmal noch beschlossen werden. Doch ich bin guter Dinge.“
Beim TC Friedelsheim ist die Öffnung der Tennisanlage bereits am kommenden Wochenende. „Es ist aber sehr viel Arbeit gewesen, die Anforderungen des Tennisverbands zu erfüllen“, erzählt Klaus-Dieter Pfaff, der Erste Vorsitzende des TC. „Der Spielbetrieb wird immer noch sehr eingeschränkt. Jedes Mitglied bekommt von uns noch ein Hinweisschreiben, was sie machen müssen. Sie sollen wissen, auf was sie sich da einlassen.“
Beim TC Deidesheim liegt alles für die sieben Plätze und die Außenanlage in den Händen von Fachfirmen. TC-Vorsitzende Marianne Stauder: „Die Netze hängt dann unser Platzwart ein. Wir können sofort anfangen.“ Vor allem für die Trainer sei es wichtig, „dass sie wieder Einzelstunden geben und damit wieder Einnahmen erzielen“. Dazu kämen die Kinder und Jugendlichen, die gerade jetzt, da die Schulen geschlossen seien, ungeduldig warteten, bis es weitergehe. „Sie rufen oft an“, erzählt Stauder.
Beim TC Schwarz-Weiß Bad Dürkheim wurde noch nicht so viel gemacht. „Das wäre bis Montag ja, glaube ich, auch eigentlich illegal gewesen“, erzählt Sportwart Nicola Studt auf Anfrage der RHEINPFALZ. Am Montag waren die Plätze in Dürkheim auch noch nicht auf. „Wir müssen uns jetzt erst einmal in der Vorstandschaft zusammensetzen und ein genaues Konzept ausarbeiten. Es muss zum Beispiel erst einmal genug Desinfektionsmittel angeschafft werden.“ Studt macht klar: „Wir wollen die zurückgekehrte Freiheit nicht wieder verlieren. Deshalb muss alles genau passen. Aber generell sind wir auf jeden Fall froh, dass es wieder losgehen kann.“
Jürgen Staab, Vorsitzender des TC Grün-Weiß Neustadt, konnte die Arbeitseinsätze für die Außenanlage des Clubs noch vor der Schließung über die Bühne bringen. Je drei Stunden im Frühjahr und Herbst sollen die Mitglieder für ihren Club arbeiten. Ein Geldbetrag wurde mit dem Mitgliedsbeitrag eingezogen und wird bei entsprechendem Engagement zurückgezahlt. „Rund ein Viertel unserer Mitglieder hilft auf dem Gelände“, sagt Staab. Für den Spielbetrieb mit Einzelpartien sieht er keine Probleme. „Beim Doppel müsste man noch abwarten. Auch die Duschräume und Umkleiden sollten nicht genutzt werden“, überlegt er. Die meisten Hobbyspieler duschten ohnehin nicht im Verein – anders sehe es bei den aktiven Mannschaftsspielern aus. Sie seien nach dem Training richtig „durchnässt“. Staab: „Da geht schon mehr als die Hälfte danach duschen, um sich anschließend noch auf ein Getränk zusammenzusetzen.“ Darauf verzichteten die Spieler gerne, könnten sie nun wieder in Einzelmatches gegeneinander antreten.
„Heiß aufs Spielen sind die Mitglieder, die Plätze sind vorbereitet, aber wir sind alle noch vorsichtig“, sagt Sabine Fromm, die Pressewartin der TA Weisenheim, die im ASV integriert ist. Sie erklärt: „Wir dürfen ja nur Einzel spielen. Und jeder mit seinen Bällen. Wie das funktioniert, da müssen wir uns noch schlau machen.“