Bad Dürkheim
„Tasso“-Wirtinnen machen schweren Herzens dicht
Wer in Bad Dürkheim „mal wieder griechisch essen“ gehen wollte, der landete in der Vergangenheit sehr oft bei „Tasso“. Für viele Dürkheimer war das Restaurant in der Nähe des Riesenfasses in der Weinstraße Nord der Treffpunkt, wenn es darum ging, kulinarische Urlaubserinnerungen aufzufrischen. Die Mitglieder zahlreicher Vereine aus der Region werden sich an fröhliche Weihnachtsfeiern erinnern. Nun ist nach 26 Jahren Schluss, eine Ära geht zu Ende.
„Das Lokal war sehr groß und wir hatten coronabedingt monatelang geschlossen. Meine Tochter Anastasia ist momentan gesundheitlich etwas angeschlagen, und ich bin auch nicht mehr die Jüngste. Deshalb haben wir uns schweren Herzens zurückgezogen“, sagt Seniorchefin Maria Kavvadia. Nach dem Lockdown sei es nicht einfach gewesen, geeignete Mitarbeiter zu finden. Die 66-Jährige und ihre Tochter wollen sich zunächst eine Auszeit gönnen – eine Rückkehr in die Gastronomie ist aber nicht ausgeschlossen. „Ich erinnere mich sehr gern an die Zeit im Lokal und werde die Gäste sehr vermissen. Viele sind sehr enttäuscht, dass wir geschlossen haben“, sagt Kavvadia. „Viele ehemalige Gäste rufen bei uns an und fragen, wie es uns geht. Das ist ein sehr schönes Gefühl, wir haben hier sehr viele Freunde.“
Kennengelernt in der Straßenbahn
Angefangen hat für die Familie Kavvadia alles in den 1970er-Jahren in Lambsheim. Anastasius (Tasso) und Maria lernten sich in Ludwigshafen in der Straßenbahn kennen, 1971 heirateten die beiden und führten ihr erstes Restaurant. Nach einem Zwischenstopp in Maxdorf begann ihre gastronomische Erfolgsgeschichte in Bad Dürkheim. Zunächst führten sie ein Restaurant am Amtsplatz, dann zog es sie in das Restaurant „Rauchfang bei Tasso“. Im Jahr 2000 wurde das Lokal in der Weinstraße Nord 48 von der 48-jährigen Tochter Anastasia übernommen und in „Lefkada bei Tasso“ umbenannt. Nach dem überraschenden Tod ihres Vaters im Jahr 2012 trug sie die alleinige Verantwortung.
Künftig zwischen Kreta und Kurstadt aufteilen
„Meine Tochter Anastasia hat das Lokal mit meiner Unterstützung fast zehn Jahre in Eigenregie geführt und das ganz toll gemacht“, sagt die Seniorchefin. Sie will nun das Leben genießen und ihre Zeit im Wechsel auf der Insel Kreta und in der Kurstadt verbringen. „Die Zeit in Bad Dürkheim war sehr schön und ich werde künftig auch weiterhin hier wohnen“, sagt Kavvadia.
Laut Dietmar Lutz, Verpächter des Lokals, wird im „Tasso“ nach einer Kernsanierung wohl Anfang 2022 ein asiatisches Restaurant eröffnen – mit Sushi- und Grillspezialitäten auf der Karte.