Kreis Bad Dürkheim
Tödliche Gefahr für Tiere: Gummibänder auf dem Acker
Viele Vögel, gerade auch junge Störche, sterben Jahr für Jahr an unverdaulichen Kunststoffen, die in ihren Körpern keinen Platz mehr für Nahrung lassen, berichtet die Kreisverwaltung. Das bedeute, ein junger Vogel verhungere mit vollem Magen. „Solche Meldungen häufen sich immer wieder, vor allem wenn auf den Feldern in der Vorderpfalz Frühlingszwiebeln oder Radieschen geerntet werden“, schreibt die in Bad Dürkheim ansässige Behörde.
Das Gemüse werde mit Gummibändern gebündelt, viele Hunderte dieser Ringe landeten dabei oftmals achtlos auf dem Acker – so wie in Fällen in der Verbandsgemeinde Freinsheim und in Haßloch im vergangenen Jahr. „Dabei müssten sie zwingend auf dem Feld eingesammelt werden“, betont die Verwaltung.
Verschlimmert werde die Lage dadurch, dass Landwirte unverkaufte Ware von Supermarktketten zurücknehmen müssten und diese „Reste“ mitsamt Gummibändern als Dünger auf dem Feld landeten.
Fatale Verwechslung
Für Störche und andere Vögel sei die bei manchen Landwirten übliche Praxis fatal: Für die Tiere sehen die Gummibänder wie Würmer, also proteinreiche Nahrung aus. Ausgewachsene Störche können die Gummibänder wieder auswürgen – ihr Nachwuchs kann das nicht und verendet qualvoll. Auch viele andere Vögel fressen die vermeintlichen Würmer und leiden unter den Folgen bis hin zum Verhungern.
Eine andere Folge von Plastikabfall, der sich ebenfalls immer wieder in den Nestern der Störche findet, ist, dass sich Jungtiere in Schnüren, Netzteilen oder Bändern verheddern und teils tödliche Verletzungen erleiden. Folienstücke können zudem zu Staunässe oder einem stark veränderten Mikroklima im Nest führen, was ebenfalls eine Gefahr für den Nachwuchs sein kann.
Andere, nicht abbaubare Kunststoffe wiederum, die in Form von Folien, Handschuhen, Bändern oder Bindeschläuchen auf den Feldern und Weinbergen liegen bleiben, gelangen in den Boden, in Wasserkreisläufe und schließlich als Mikroplastik in Lebensmittel und damit in die Körper der Menschen.
Was jeder Einzelne tun kann
Die Untere Abfallbehörde geht laut Kreis weiterhin rigoros gegen illegale Abfallablagerungen vor. Sie hat im vergangenen Jahr Verfügungen erlassen und dafür gesorgt, dass die Verursacher die auf den Feldern liegenden Gummiringe und Abfälle aufsammeln müssen. „Es ist klar, dass sich ein Großteil der Landwirte und Winzer an die Regeln hält und im Sinne der Nachhaltigkeit arbeitet. Ein kleiner Teil reicht aber aus, um großen Schaden zu verursachen. Darum ist es wichtig, immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen“, heißt es von Seiten der Behörde.
Auch jeder Einzelne könne dazu beitragen, dass weniger Plastik und Gummiringe die Umwelt verschmutzten. So sollten Gummiringe nicht im heimischen Kompost oder Biomüll landen. „Wer beim Spaziergang Gummibänder auf dem Weg findet, kann sie einstecken und daheim entsorgen. Damit nicht der nächste Jungstorch mit vollem Magen verhungert“, so der Kreis.