Spiel des Tages
SV Seebach verliert gegen TSG Deidesheim 2:3
In der deutschen Fußball-Bundesliga fallen pro Spiel durchschnittlich 3,2 Tore. Im Meisterwasental, wo am Samstag der SV Rot-Weiß Seebach das Nachholspiel der Bezirksliga Vorderpfalz gegen die TSG Deidesheim mit 2:3 verlor, gab es demnach eine höhere Anzahl an Treffern. Angesichts der Anzahl an Torchancen hätten es sogar noch deutlich mehr sein können, eigentlich sogar müssen.
„Wenn das Spiel beispielsweise 7:6 ausgegangen wäre, hätte das auch dem Spielverlauf entsprochen“, meinte Deidesheims Trainer Martin Kremer, der sich nach dessen zweitem Punktspiel als TSG-Coach über den zweiten Sieg freuen durfte, zu der Partie. Seebachs Coach Jan-Marvin Dell stimmte diesem Kommentar bedingungslos zu.
Oberligaerfahrung fehlt
Beim Blick auf die Anfangsformationen war dies allerdings nicht zu erwarten gewesen. Dell musste mit dem erkrankten Jason Harrison seinen Topstürmer ersetzen und Kremer die beiden oberligaerfahren Angreifer Eric Veth und Steffen Burnikel ersetzen. Darüber hinaus war der Seebacher Bruno Oliveira Ribeiro angeschlagen und nahm deshalb zunächst auf der Ersatzbank Platz.
Lediglich elf Minuten waren gespielt, als die Rot-Weißen einen weiteren Spieler ersetzen mussten. Für den verletzten Ricardo Wronski kam Robin Schwehm auf den Platz. „Robin ist auch nicht völlig fit, hat sich aber durchgequält. Er ist ein Vorbild“, lobte Dell.
Als Schwehm eingewechselt wurde, sah es danach aus, als sollten die Seebacher einige deftige Klatsche bekommen, denn da führten die spielfreudigen Gäste bereits mit 2:0. In der dritten Minute verwertete der als Ersatz für Veth nominierte Christian Schubing eine Rechtsflanke von Nino Schlosser per Kopfball, sieben Minuten später Lars Kullmann, den Kremer am Samstag als zweiten Stürmer nominierte, indem er einen Konter erfolgreich abschloss. In der 16. Minute traf Schlosser mit einem Schuss aus spitzem Winkel den linken Pfosten des Seebacher Tores.
Alter Fehler
Nachdem bis dahin alles nach einem deutlichen Deidesheimer Erfolg ausgesehen hatte, sahen die 60 Zuschauer danach sich aufbäumende Gastgeber. „Es war wie am vergangenen Sonntag gegen Erlenbach. Nach einer klaren und verdienten Führung haben wir nachgelassen und dem Gegner dadurch ermöglicht, wieder ins Spiel zu kommen“, ärgerte sich TSG-Coach Kremer.
Die Seebacher erspielten sich fortan Riesenchancen, die sie jedoch größtenteils kläglich vergaben. Die besten der ersten Hälfte boten sich Rémi Jahnel, der aus kurzer Distanz über das Tor schoss (22.), und Patrick Bauer, der nach einem leichtfertigen Ballverlust des Deidesheimers Yunus Altas freistehend zum Schuss kam, aber das TSG-Gehäuse aus wenigen Metern verfehlte (35.).
In der 53. Minute wurden die Seebacher für ihr Engagement belohnt. Nach einem Ballverlust der Gäste in der Offensive landete der Befreiungsschlag auf der rechten Seite bei Jahnel, der zum 1:2 traf. Lediglich vier Minuten später stellte jedoch Kullmann nach Vorlage von Aleksandar Kovacevic den Deidesheimer Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.
Zu spät
Der erneute Seebacher Anschlusstreffer kam zu spät, um der fairen Begegnung noch eine Wende zu geben. Diesen erzielte der noch bei den A-Junioren einsatzberechtigte Fabian Wenz in der 87. Minute mit einem kraftvollen Schuss von rechts ins linke untere Eck.
Dell, der während der gesamten Spielzeit selbst auf dem Platz stand, vermutet nicht, dass die siebte Niederlage in Folge seine Mannschaft demoralisiere. „Die Spieler wissen auch, dass wir nach vielen Spielen gegen Spitzenteams ab jetzt mit dem 1. FC 08 Haßloch, Queichhambach, Niederkirchen und dem BSC Oppau nacheinander vier direkte Konkurrenten im Abstiegskampf als Gegner haben und glauben deshalb weiterhin an ihre Chance, den Klassenerhalt zu schaffen“, äußerte er zuversichtlich.