Bad Dürkheim Super Job

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Noch ist Simon Job ein U15-Spieler und doch hat er schon eine Erfahrung gemacht, die viele Fußball-Profis aus dem Bundesliga-Alltag kennen: Das schmerzende Knie (Morbus Schlatter) forderte eine halbjährige Pause in einer Wachstumsphase. Mit ihr kam die Angst, den Anschluss zu verpassen und unter einem neuen Trainer keine Chance mehr zu bekommen. Simon Job bekam sie. Nach einem gelungenen Auftritt am Wochenende im nordrhein-westfälischen Gevelsberg unter den Augen beispielsweise von DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch darf er sich mit seinem Team jetzt Deutscher Vizemeister im Futsal nennen. Erst im Finale scheiterte das Team an Fortuna Köln. Es ist der bisher größte Erfolg im jungen Leben des Simon Job. Er ist Schüler des Dürkheimer Werner-Heisenberg-Gymnasiums und startete seine „Fußballerlaufbahn“ im Alter von drei Jahren zunächst als Zerstörer. Daheim hatte er bereits sämtliche Deckenleuchten mit dem Ball malträtiert – für seine Mutter Anlass genug, ihn in Seebach bei Rot-Weiss anzumelden. Von dort ging es weiter über Wachenheim, Königsbach, Ludwigshafener SC, VfR Frankenthal bis nach Sandhausen. Dort steht Rechtsfuß Simon im Sommer als Innenverteidiger vor dem Sprung ins B-Juniorenteam, das derzeit in der Oberliga Baden-Württemberg spielt. Übersicht, Passspiel, Spielverständnis und ein guter Schuss – das sind die Dinge, die ihn nach eigenen Angaben auszeichnen. Dreimal pro Woche muss er von seinen Eltern oder durch eine Fahrgemeinschaft mit dem Torhüter des SV Sandhausen, der aus Kirchheim stammt, zum Training gebracht werden. Für sein Alter ist er schon recht gut gebaut. 1,73 Meter groß und 68 Kilo geben ihm für harte Zweikämpfe in diesem Alter die richtige Statur. Kein Wunder, dass er den Bayern-Profi Jerome Boateng als ein Vorbild nennt. Ein heutiger Nationalspieler, für den die DFB-Hallenmeisterschaft im Futsal ein erstes Sprungbrett war, ist der Dortmunder Nationalspieler Julian Weigl. Wie Job wurde Weigl im Alter von 14 Jahren 2010 Vizemeister. Damals mit TSV Rosenheim. Weigl erinnert sich, dass es als Preis zwei Eintrittskarten für den Dortmunder Signal-Iduna-Park gab. Nach dem Futsalturnier landete der heute 21-Jährige bei 1860 München und später beim BVB. Futsal spielte er seither selten. Im Interview mit dem DFB-Presseportal sagte Weigl diese Woche aber: „Futsal ist für die Entwicklung der Technik auf jeden Fall sehr, sehr gut. Man lernt auch auf engeren Räumen fast alle Situationen spielerisch zu lösen. Da er Ball kaum springt, wird man noch mehr gezwungen, flache Pässe zu spielen. Futsal ist eine gute Schule“. Simon Job pflichtet ihm da voll bei. „Es ist schneller, es ist taktischer“, sagt der Dürkheimer, der als Ziel keine Spielklasse nennt: „Das Ziel ist nur, besser zu werden, sich weiterzuentwickeln.“ Bei der Weiterentwicklung hat Job in seiner Zeit als junger Kicker schon riesige Schritte gemacht. Dazu gehört auch das Glück, mit den richtigen Leuten zusammenzuarbeiten. In Wachenheim war das Uwe Gassner, in Königsbach Oliver Handrich, später Christian Schäfer – allesamt selbst sehr gute Spieler. Von ihnen hat der 14-Jährige nach seinen Worten sehr profitiert. In Sandhausen fühlt er sich wohl. An einen Wechsel denkt er nicht. Ihm gefällt, dass es sehr familiär zugeht und man als Nachwuchskicker quasi Seite an Seite mit den Zweitliga-Profis trainiert. Auch auf Schule wird geachtet. So müssen die Jugendspieler halbjährlich ihre Zeugnisse vorlegen, um zu sehen, wo Handlungsbedarf besteht. Zufrieden ist heute auch Vater Jürgen Job, der als Elektromeister in Dürkheim einen eigenen Betrieb führt. Für Fußball hatte er ursprünglich nichts übrig. Sich auf einen Platz zu stellen, kam für ihn früher nicht in Frage. Bis seine Frau, mit der er auch noch eine zwei Jahre ältere Tochter hat, die Initiative ergriff und den kleinen Simon zum Fußball brachte. Heute ist Job ein Fan seines Sohnes und die Wochenenden geprägt von den Fußballterminen des Filius’. Ob er einer derjenigen sein kann, die sich später auf der großen Bühne des Profifußballs zeigen können, ist heute schwer zu prognostizieren. Die Deutsche Vizemeisterschaft im Futsal scheint jedenfalls nicht die schlechteste Visitenkarte zu sein – siehe Julian Weigl.

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