Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Strukturentwicklung in Wachenheim: „Was wollen wir?“

Ein Stück als Parkplatz? Vielleicht auch ein Hotel an dieser Stelle? Übers Oberstnest wird in Wachenheim öfter mal diskutiert.
Ein Stück als Parkplatz? Vielleicht auch ein Hotel an dieser Stelle? Übers Oberstnest wird in Wachenheim öfter mal diskutiert.

Soll das Gelände Am Oberstnest in Wachenheim eine Naturfläche werden oder zumindest zum Teil ein Parkplatz? Über diese und weitere Fragen hat der Ausschuss für Strukturentwicklung am Dienstag kontrovers diskutiert.

Die Mitglieder des Ausschusses hatten im vergangenen Jahr beschlossen, dass zur Zukunft des Oberstnests sowie einiger Liegenschaften im Stadtkern – wie Stadthalle, altes Postgebäude und Rathausplatz – ein Wettbewerb ausgeschrieben werden soll. Ob dabei nur Ideen gefragt sind oder auch Vorschläge zur Realisierung vorgelegt werden sollen, blieb offen.

„Für Wachenheim fehlt ein Konzept, wollen wir etwas für die Stadt, wollen wir etwas für Tourismus, wollen wir eine Schlafstadt sein, wo wollen wir hin“?, so Beigeordneter Manfred Bühler (FDP) zunehmend erregter. „Bevor wir einen Wettbewerb ausschreiben, müssen wir uns einigen, wo Wachenheim hingehen soll“, sagte auch Reinhard Seitz (CDU). „Wir müssen überlegen, wo die Stadt hin will“, stimmte die Beigeordnete Sonja Teschner (Grüne) zu.

Zu schade für Parkplätze?

Zumindest zum Oberstnest sind die Vorstellungen konträr. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) hatte sich schon in früheren Sitzungen dafür ausgesprochen, einen Teil der Fläche als Parkplatz zu nutzen. Parkplätze will auch Dorothea Geibel (FWG), allerdings will sie eine Tiefgarage über der dann gebaut werden könne. Was? „Dafür gibt es 1000 Ideen!“ Offen ließ sie, ob diese Tiefgarage am Oberstnest oder am Standort der Stadthalle sein soll. Parkplätze seien unbedingt erforderlich, waren sich Johannes Wolf (CDU), Walter Disteldorf (CDU) und Arnold Nagel (FWG) einig.

Ganz anders sehen das die Grünen: „Ich möchte keine Parkplätze im Ort, wer nach Wachenheim kommen will, soll die Bahn nehmen“, so Bernd Kohlenbach (Grüne). Das Oberstnest solle zu einer Grünfläche werden. „Ich will nicht, dass dort geparkt wird“, so Kohlenbach. Das Oberstnest sei zu schade für Parkplätze, meinte Petra Herriger (Grüne). „Eine grüne Gemeinschaftsfläche für Interaktion“, so ihre Vorstellung. Autos sollen am Alten Galgen bleiben. „Das Oberstnest als Naturfläche“, möchte Teschner.

Nach Überzeugung von Bechtel gehen die Ideen der Grünen „etwas an der Realität vorbei“. So würden Familien nicht vom Bahnhof bis zum Schwimmbad laufen. Auch müsse man an Menschen denken, die nicht gut zu Fuß sind. Zudem werde für die Feuerwehrleute beim Feuerwehrhaus Parkfläche benötigt. „Wir sind die grünste Stadt in der Gegend“, so Bechtel. Er und Disteldorf gaben zu bedenken, dass Grünflächen gepflegt werden müssen.

Dass die Stadthalle keine Zukunft hat und abgerissen werden soll, das ist fast der einzige Punkt, bei dem man sich einig ist. Grundsätzlich einig ist man sich auch, dass Raum für Veranstaltungen benötigt wird. Weiter geht die Einigkeit allerdings nicht. Wolf und Bühler regten an, zu prüfen, ob die in der Stadt vorhandenen Veranstaltungsräume ausreichen, wenn man sie intensiver nutzt. Kohlenbach, Disteldorf und Teschner plädierten für einen Neubau mit einem Veranstaltungsraum, eventuell in flexibler Größe, sowie mit Geschäften und „ansprechender Gastronomie“.

„Das ist ein sehr bunter Strauß“, kommentierte Bauamtsleiter Stefan Schneider die Diskussion. Als Grundlage für einen Wettbewerb sei er etwas „zu bunt“. Auf Vorschlag von Bechtel einigte man sich darauf, dass alle politischen Gruppierungen des Stadtrats ihre Vorschläge schriftlich vorlegen. Außerdem soll ermittelt werden, wie groß der Raumbedarf für Vereine und Veranstaltungen ist und was an Räumen zur Verfügung steht.

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