Freinsheim
Stadtmauer: Sanierung ab 2021
Der Stadtrat hat am Donnerstag beschlossen, einen Zuschussantrag zu den Kosten von einer Million Euro bei der Generaldirektion kulturelles Erbe zu stellen und die Planung für die Instandsetzung des Mauerabschnitts in Auftrag zu geben.
Bürgermeister Matthias Weber (FWG) erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr ein statisch konstruktives Gutachten über den südlichen Teil der alten Befestigungsanlage erstellt wurde. Dabei hatten die Experten den Zustand der Mauer in fünf verschiedene Stufen eingeteilt. So hätten einige Teile der Mauer „erhebliche Mängel“, die schnell behoben werden müssten. Bei den Teilen der Anlage, die „deutliche Mängel“ haben, sollte man nicht zu lange warten. Bei anderen Schäden reiche es, wenn sie mittelfristig angegangen werden, einige Teile der Mauer sind in Ordnung. Der Bachturm und der Bereich zwischen Haintor und Herzogturm gehören zu den Teilen der Mauer, die „erhebliche Mängel“ haben.
Ursprünglich habe man gehofft, dass für alle anstehenden Arbeiten an der südlichen Stadtmauer ein Förderprogramm des Bundes oder des Landes angezapft werden kann, so Weber. Das sei aber nicht möglich. Deshalb werden die Arbeiten nun in Abschnitte aufgeteilt.
Es seien viele Gespräche darüber geführt worden, ob und wie Bund und Land bereit sind, sich finanziell zu beteiligen. Im Mai habe Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, mitgeteilt, dass der Bund beabsichtigt den ersten Abschnitt der Sanierung mit 450.000 Euro zu fördern. Dieser Zuschuss müsse über die Generaldirektion kulturelles Erbe beantragt werden. Nach Angaben des Beigeordneten Willi Simon (FDP) hat das Land angekündigt, einen Zuschuss in etwa der selben Höhe zu gewähren. „Im günstigsten Fall bleibt bei der Stadt ein Eigenanteil von 100.000 Euro“, so Weber.
Am Bachturm sollen die historische Dachkonstruktion und die Fachwerkwände saniert und der Mauerkörper gesichert werden. An dem Mauerstück sind Instandsetzungen vorgesehen. Wie Weber berichtete, werden derzeit an einer privaten Baustelle an der Stadtmauer im Auftrag der Stadt Erprobungen durchgeführt, welcher Mörtel verwendet werden kann und in welcher Technik dieser eingebracht werden soll, so dass man dem historischen Bild nahe kommt. Dafür zahle die Stadt rund 5200 Euro.
Einige Bedenken äußerte der Beigeordnete Jochen Weisbrod (CDU). Die Zuschüsse würden über mehrere Jahre gestreckt ausgezahlt. Damit die Stadt nicht in Vorleistung treten müsse, solle man immer nur dann Arbeiten in Auftrag geben, wenn ein Teil des Zuschusses ausgezahlt ist. Mehrere Ratsmitglieder widersprachen, dass dies in der Praxis nicht möglich sei und dass man Steuerungsmöglichleiten über den Haushalt und die Auftragsvergabe habe.
Für die anstehende Planung sollen 20.000 Euro in den Nachtragshaushalt der Stadt gestellt werden. Der Anteil der Stadt für die Sanierung wird in den Etat des Jahres 2021 aufgenommen.