Bad Dürkheim Stadt will weitere Parzellen im Fronhof II freigeben

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Im Sommer sollen die nächsten Grundstücke an den Markt gehen, die die Stadt Bad Dürkheim im Neubaugebiet Fronhof II verkauft. Wie viele und welche, entscheidet sich Anfang Februar. Parallel dazu will die Stadt die Kriterien überarbeiten, nach denen diese Grundstücke vergeben werden – vorzugsweise an Familien, am liebsten aus Dürkheim. Generell bleiben der Landkreis und speziell die Kreisstadt und Umgebung bevorzugtes Wohn- und Zuzugsgebiet.

Fürs vergangene Jahr zeichnete sich ein Boom ab: Allein im ersten Halbjahr wurden kreisweit um die Hälfte mehr neue Wohnhäuser und Wohnungen genehmigt als im Vergleichszeitraum 2015. Heuer könnten die Dinge zumindest im hiesigen Raum etwas ins Stocken geraten. Frühestens im Herbst steht im Fronhof II in Bad Dürkheim der nächste bebaubare Boden bereit. Im gesamten Landkreis wurden in den ersten sechs Monaten 2016 nach den Zahlen des Statistischen Landesamts 158 Wohngebäude sowie 265 neue Wohnungen neu genehmigt. Im ersten Halbjahr 2015 waren es 107 Gebäude und 176 Wohnungen. Das entspricht einer Steigerung von 48 beziehungsweise 50 Prozent. Landesweit lag die Zuwachsrate bei 21 Prozent beziehungsweise einem Drittel neuer Wohnungen mehr. Zuletzt ging es in den Langwiesen im Dürkheimer Ortsteil Leistadt recht schnell. Alle neun Bauplätze, die die Stadt dort verkauft hat, sind weg. Insgesamt entstehen auf 2,5 Hektar Fläche am nördlichen Ortsrand, die seit September bebaut werden kann, rund 50 Wohneinheiten, so die Auskunft von Petra Müller im städtischen Bauamt. Im Oktober/November soll dem Erschließungsvertrag mit dem Generalunternehmer zu Folge das Neubaugebiet Fronhof II fertig erschlossen und damit bebaubar sein. Wie schon mehrfach berichtet, werden auf dem 20,8 Hektar großen Gelände geschätzt 370 Wohneinheiten entstehen. Die Nachfrage ist sehr hoch, sagt Müller anhand der Erfahrungen mit den Parzellen in städtischem Besitz. Von den 46 Baugrundstücken seien noch rund 30 verfügbar, die nächsten stehen wohl ab Sommer zum Verkauf. Anzahl und Lage dieser Parzellen sollen nach gestriger Auskunft von Bauamtschef Dieter Petry am 7. Februar im Haupt- und Finanzausschuss festgelegt werden. Danach werde eine Warteliste ins Internet gestellt, auf der man sich bewerben kann. Zugleich will Baudezernent Gerd Ester mit dem Bauausschuss eine Vereinfachung des Kriterienkatalogs für die Vergabe dieser Bauplätze überlegen (siehe Zur Sache). Weitere Baugebiete in Bad Dürkheim sind im Hausener Bruch angedacht, wo gerade die Ausarbeitung eines Bebauungsplans in Auftrag gegeben wurde, sowie an der Seilerbahn in Hardenburg. Eine Zeitschiene lässt sich hier aber noch nicht festlegen. In der Verbandsgemeinde Wachenheim befinden sich drei Baugebiete in Planung beziehungsweise Umsetzung. In Gönnheim ist es der Ruthenweg II mit 26 Grundstücken, die nach Auskunft von Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel voraussichtlich in diesem Jahr erschlossen werden. In Friedelsheim warten Waltershöhe und Schlossgarten mit knapp 50 Bauplätzen auf den rechtskräftigen Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan durch den Ortsgemeinderat. In Wachenheim ist dieser Beschluss für das Neubaugebiet Schwabenbach mit circa 90 Parzellen bereits gefallen. Die Beteiligungsverfahren seien also abgeschlossen, so Bechtel, allerdings hapert es derzeit noch am Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde, der dafür noch geändert werden muss. Im Moment kann Bechtel daher keinen konkreten Zeitpunkt für den Erschließungsbeginn sagen, die Verwaltung gehe jedoch von 2018 aus. Bechtel stellt insgesamt eine sehr große Nachfrage nach Wohnraum in allen Lagen und Orten der Verbandsgemeinde Wachenheim fest, sowohl nach Baugrundstücken, als auch nach Häusern und Wohnungen. So würden auch Baulücken geschlossen und etliche Gebäude saniert. In der Verbandsgemeinde Freinsheim ist derzeit nach Auskunft von Jochen Renner, in der Verwaltung zuständig für Neubaugebiete, Bauleitplanung und Grundstücksangelegenheiten, nur das Gewerbegebiet in Freinsheim mit zehn Bauplätzen aktuell, dessen Erschließung begonnen hat. In den nächsten zwei Jahren seien in Dackenheim zwei weitere Neubaugebiete mit sechs und elf Bauplätzen geplant. Obwohl auch im Freinsheimer Raum die Nachfrage nach Bauland nicht befriedigt werden könne – allein fürs Gewerbegebiet gebe es fünf bis zehn Anfragen pro Woche – seien in den nächsten drei bis fünf Jahren wohl keine weiteren Neubaugebiete vorgesehen, so Renner. Da Baugenehmigung noch nicht Baubeginn bedeutet, hat sich der Boom bei den Neubauvorhaben im ersten Halbjahr bei den Banken wohl noch nicht überall niedergeschlagen. Bei der Sparkasse Rhein-Haardt hielten sich die Darlehenszusagen bei Wohnungsbaukrediten an Privatpersonen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 nahezu unverändert. Nach Angaben von Thomas Mansmann in der Vorstandsassistenz wurden in den ersten sieben Monaten 2015 Baukredite über 128 Millionen Euro zugesagt, 2016 waren es bis 31. Juli 2016 rund 125 Millionen. Anders bei der VR-Bank Mittelhaardt: Sie hatte im ersten Halbjahr 2016 ihr Vergabevolumen an Baudarlehen gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr mehr als verdoppelt, nämlich von rund 1,4 auf 3,2 Millionen Euro, so Heidrun König im Vorzimmer des Bankvorstands. |rcl

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