Bad Dürkheim Sportliche Intensivstation

Fast eine neue Mannschaft: Abteilungsleiter Michael Schier (links) und Trainer Jens Andrä (rechts) mit den Neuzugängen (hinten v
Fast eine neue Mannschaft: Abteilungsleiter Michael Schier (links) und Trainer Jens Andrä (rechts) mit den Neuzugängen (hinten von links) Necip Han Karaoglan, Biagio Tarantini, Tayfun Mizrak, Marcelo Andrä, (vorne von links) Viet-Than Pham, Daniele Scalia, Damian Mainle und Hussein Mamo.

«GÖNNHEIM.» Die Saison in der Fußball-C-Klasse Rhein-Mittelhaardt Mitte beginnt am 4. August. Auch für den TV Gönnheim. Das wichtigere Datum für den neuen Trainer Jens Andrä ist allerdings der 31. August. Bis dahin können neue Spieler verpflichtet werden. Für die Gönnheimer eine Galgenfrist.

Nach den Unruhen Ende der vergangenen Runde hat ein Großteil der Spieler den Klub verlassen. Das Häuflein der Verbliebenen, ein paar neue Kicker und einige Spieler, die sich für Notfälle bereithalten, was neudeutsch als „stand by“ bezeichnet wird, bilden das Team. „Ein bunter Haufen“, so beschreibt der 51-jährige Andrä die Ansammlung derer, die kicken wollen. Der in einem Kommunikationsunternehmen beschäftigte Coach wird gute Argumente finden müssen, um auf den letzten Drücker den Kader aufzurüsten. „Bisher sind wir ungefähr 16 Mann. Inklusive der Akteure, die helfen wollen, kommen wir auf 20“, verdeutlicht Andrä. Der Trainer scheint schwierige Fälle magisch anzuziehen. Der TV Gönnheim ist nicht der erste Klub von der sportlichen Intensivstation, den er betreut. Stand heute geht es weiter. Und das ist in Gönnheim die gute Nachricht. Warum sich ein Coach eine derart schwierige Aufgabe antut, ist bei Andrä auch eine Frage der Verbundenheit zu Verein und Ort. „Ich bin gebürtiger Gönnheimer, meine Familie hatte hier früher eine Metzgerei und ich wohne seit 2014 wieder in meinem Geburtshaus“, erzählt Jens Andrä, der sich selbst als „die letzte Hausgeburt in der Gemeinde“ bezeichnet. Nach vierjähriger Trainerpause war nie geplant, ein solches Himmelfahrtskommando zu übernehmen. Einen Klub zu trainieren, der eine stabiles Fundament hat, das hätte ich mir vorstellen können“, sinniert Andrä. Im Leben lässt sich aber nicht alles planen. Am Stammtisch habe einer erzählt, dass der TVG in 60 Jahren immer eine Mannschaft stellte. Das sollte auf jeden Fall so bleiben. Dass 16 Mann und ein paar Nothelfer nicht reichen, weiß der Übungsleiter. „Wir sind weiter auf der Suche nach Akteuren. Ich kenne die Jungs, die beim SV 1911 gespielt haben und bin mit ihnen in Kontakt getreten. Da sind gute Typen dabei. Vielleicht entwickelt sich etwas“, hofft Andrä. Vorbereitungsspiele gibt es keine, weil Urlauber und Schichtarbeiter den Kreis dezimieren. „Wer Bereitschaft signalisiert hat, ist auch regelmäßig im Training“, freut sich der Coach, der im Moment mehr Gespräche führt, als er auf dem Platz Anweisungen gibt. Zur Not könne man auch mit acht Mann üben. Oft sei das Training dann sogar fordernder. „Der TV Gönnheim wird definitiv beginnen“, verspricht Andrä. Anfragen bei der Konkurrenz, ob sie bereit ist, die ersten Partien zu verlegen, seien abschlägig beschieden worden. Also muss der TVG am Sonntag im Heimspiel gegen den ASV Harthausen II ran. Zweieinhalb Wochen nach Vorbereitungsbeginn am 16. Juli. „Ich bin zwar ehrgeizig, aber irgendeine Position als Ziel auszugeben, wäre unseriös. Wichtig ist, dass wir es schaffen, regelmäßig aufzulaufen und zusätzliche Spieler zu akquirieren“, betont Andrä, dessen Sohn Marcello ebenfalls zum Team zählt. Bis Ende August sieht er die Punktspiele eher als Testpartien mit Wettbewerbscharakter, weil etliche Akteure in Urlaub sind, andere Trainingsrückstände aufarbeiten müssen. Bei der Frage, was mit Spielern wie Dirk Harz, Jascha Prinz, Zaher Rostamzada, Markus Hammer, Gerhard Kautz oder Patric Hennig sei, die zum Saisonausklang in Königsbach eingesprungen sind, damit überhaupt gespielt werden konnte, winkt der Trainer ab. „Es war eine schöne Aktion. Sie haben dem Verein sehr geholfen, und dafür sind wir ihnen dankbar“, sagt Andrä. Es sei aber klar gewesen, dass es eine einmalige Sache ist. Daran habe sich nichts geändert. Also muss der TVG sehen, dass er die Vorrunde übersteht, um möglicherweise in der Winterpause einen erneuten Versuch der Kadervergrößerung zu starten. Wechselübersicht Neuzugänge: Biagio Tarantini (TuS Altrip), Mamoudou Diallo, Viet-Tian Pham (beide ESV Ludwigshafen), Hussein Mamou (TuS Friedelsheim), Tayfur Mizrak (ASV Fußgönheim), Necip Han Karaoglan (RW Seebach), Marcello Andrä (BSC Oppau), Daniele Scaria (Ludwigshafener SC), Christoph Keipert (ASV Birkenheide), Christian Best, Sven Amann (beide eigene Alte Herren). Abgänge: Daniel Heck (ASV Harthausen), Marcel Beck (RW Seebach), Marius Heil, Harald Daitsche, Marcel Lautenschläger, Marc-Sven Kusmagk (alle ASV Maxdorf), Christopher Kropp, Michael Kropp, Julius Weihl, Dominic Schön, Nils Stetter, Jens Stetter, Oliver Bangert, Leven Tunchyuz, Fabian Hügel, Alexander Teuber, Michael Markgraf, Patrick Kraft, Patrick Christ, Klaus Zidek (alle Ziel unbekannt).

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