Wachenheim Splitterbombe: Möglicherweise Entschärfung statt Sprengung

Bevor es mit den Arbeiten an der B271-Anschlussstelle weitergeht, muss zunächst eine Bombe entfernt werden.
Bevor es mit den Arbeiten an der B271-Anschlussstelle weitergeht, muss zunächst eine Bombe entfernt werden.

[Aktualisiert: 19.33 Uhr] Die am Dienstag bei Wachenheim gefundene Weltkriegs-Bombe wird entschärft oder gesprengt. Wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) auf Anfrage mitteilt, strebt der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz am Freitag zunächst eine Entschärfung an. Wenn das nicht geht, wird die Bombe kontrolliert gesprengt.Es handelt sich laut Behörde um eine amerikanische Splitterbombe 20 lb mit einem Kopfzünder. Wann genau sie abgeworfen wurde, kann der Kampfmittelräumdienst nicht sagen. Laut ADD sucht eine Fachfirma das Gelände bei Wachenheim nach weiteren Bomben ab, weil dieses Modell in einem Cluster von sechs Bomben abgeworfen wurde. Bis zum Donnerstagabend sind allerdings keine weiteren Sprengkörper gefunden worden.

Sollte die Bombe gesprengt werden, wird sie dazu in eine Grube gelegt. Anschließend wird die Bombe mit sogenannter „Vernichtungsladung“ belegt und mit Sand bedeckt. Deswegen sollte es nach Einschätzung des Kampfmittelräumdiensts, der mit vier Mann vor Ort sein wird, auch keine große Lärmbelastung geben. Möglicherweise seien aber leichte Erdbewegungen wahrnehmbar. Die Einleitung der Detonation erfolgt laut ADD auf Knopfdruck aus einer geeigneten Deckung heraus. Nach einer Sprengung werden die Überreste geborgen.

Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte werden ab Freitag, 10 Uhr, das betroffene Gebiet mit einem Durchmesser von 300 Metern absperren. Wenn der Verkehr unterbrochen und das Gelände abgesucht wurde, kann der Kampfmittelräumdienst mit seiner Arbeit beginnen. Weil niemand im betroffenen Gebiet wohnt, muss niemand sein Zuhause verlassen.

Durch den Bombenfund in Gönnheim im Dezember 2018 sei in der Verbandsgemeinde Wachenheim eine gewisse Erfahrung vorhanden, sagt Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Weil dieses Mal niemand evakuiert werden muss, sei diese Bombenentschärfung oder Sprengung für die Verbandsgemeinde weniger aufwendig als damals. „Wir nehmen es aber genauso ernst und und werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass sich keiner in diesem Radius aufhält“, so Bechtel. Im Einsatz sind deswegen etwa 40 Wehrleute aus der ganzen Verbandsgemeinde. Außerdem werden mindestens zwei Drohnen und sechs Helfer eingesetzt, um sicherzustellen, dass sich niemand im Evakuierungsgebiet aufhält. Der Kommunale Vollzugsdienst des Kreises wird ebenso vor Ort sein wie Polizei und Wachenheimer Verwaltung . „Wir müssen 18 Kontrollpunkte besetzen“, beschreibt Bechtel die Aufgaben für die Einsatzkräfte. Die Straßen werden nach Einschätzung von Bechtel etwa zwei Stunden gesperrt bleiben. Betroffen ist die B271 zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim (Umleitung: von der B271 aus Süden über die Anschlussstelle Deidesheim auf die L516 in Richtung Bad Dürkheim bis K 7 und zurück auf die Anschlussstelle B 271 - Bad Dürkheim Süd). Auch die L 525 zwischen Friedelsheim und Wachenheim ist voll gesperrt (Umleitung: von Friedelsheim über die L 527 in Richtung Süden nach Niederkirchen und weiter über die L 527 nach Deidesheim und über die L 516 nach Wachenheim).

Die Bombe war am Dienstag nahe der B271 gefunden worden. Dort soll eine kreuzungsfreie Anschlussstelle entstehen. Der Landesbetrieb Mobilität habe das Gelände untersucht, bevor schweres Gerät den Boden bearbeiten sollte, so Bechtel.

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