Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Spielbank investiert in die Zukunft

Spielbank-Geschäftsführer Michael Seegert vor dem neuen Automatenbereich im Kurhaus.
Spielbank-Geschäftsführer Michael Seegert vor dem neuen Automatenbereich im Kurhaus.

Mit 70 Mitarbeitern ist die Spielbank ein wichtiger Arbeitgeber in Bad Dürkheim. Knapp eine Million Euro hat das Unternehmen investiert, um die Spielsäle im Kurhaus auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei reagiert das Casino auch auf einen Trend. Das Schwesterhaus in Bad Neuenahr soll nach der verheerenden Flut an anderer Stelle wieder öffnen.

„Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen“, sagt Spielbank-Chef Michael Seegert und deutet in die neu gestalteten Spielsäle im Kurhaus. Wo früher dunkles Holz dominierte, wirkt alles hell und freundlich. Stilistisch habe sich der Architekt an der Gestaltung der Räume im westlichen Kurhaus orientiert, sagt Seegert. Knapp eine Million Euro hat das Unternehmen dafür ausgegeben.

Aus Sicht des Spielbank-Chefs hat sich die Investition gelohnt: „Ich komme viel rum und kenne viele Spielbanken. Die Dürkheimer ist jetzt eine der schönsten in Deutschland.“ Seegert ist Geschäftsführer der Spielbank Bad Neuenahr, zu der auch das Dürkheimer Casino gehört sowie die Spielbank Mainz mit den Standorten in der Landeshauptstadt, Trier und Bad Ems.

In automatische Kassentresore investiert

Die Erlaubnis für das Haus in Dürkheim war Ende 2021 ausgelaufen. Ein neues Standortkonzept war Teil der Bewerbung um eine neue Konzession. Ein Knackpunkt: der Bau eines separaten Abrechnungsraums, den es bislang in der Kurstadt nicht gab. „Wir haben das alles im laufenden Betrieb hingekriegt“, freut sich Seegert. Außerdem hat die Spielbank in automatische Kassentresore investiert. „Jetzt entspricht alles höchsten Sicherheitsstandards“, sagt der Geschäftsführer. Vom Einsatz modernster LED-Leuchten verspricht er sich zudem „enorme Energieeinsparungen“.

Geplant worden sei für die nächsten 15 Jahre, sagt Seegert. Die neue Erlaubnis gilt für zehn Jahre, für weitere fünf gibt es eine Option. Das Angebot für die Gäste hat die Spielbank erweitert. Neu ist ein Automatenbereich im Saal. Darauf ist Seegert besonders stolz: „Das sind die modernsten Spielautomaten, die es auf dem Markt gibt. Die Animationen sind fantastisch. Mit den alten Daddel-Automaten hat das nichts mehr zu tun.“ Der bisherige Automatensaal gegenüber des Kurhauses bleibt erhalten und wird im Herbst renoviert. Mit der Aufhebung zwischen klassischem Spiel- und Automatenbereich reagiert die Dürkheimer Spielbank auf einen Trend in der Branche: „In Las Vegas gibt es nur noch das Mixed Gaming. Jeder Trend aus den USA kommt auch in Deutschland an“, weiß Seegert. Besonders Video-Spieler fänden sich in den Automaten wieder, ist er sicher.

Mitarbeitersuche gestaltet sich schwierig

Sein Haus hat schwierige Monate hinter sich: Während der beiden Lockdowns war das Casino über Monate geschlossen, dennoch konnten die 70 Mitarbeiter gehalten werden.

Mittlerweile sei das Geschäft wieder sehr gut angelaufen. So gut, dass er die Belegschaft gerne aufstocken würde, „wenn alles läuft“ – allerdings sei es schwer, Mitarbeiter zu finden, die die Arbeitszeiten bis spät in die Nacht und am Wochenende akzeptierten. Sorgen bereiten Seegert die aktuellen Preissteigerungen und die damit verbundene Mehrbelastung der Bürger. „Das wird sich irgendwann im Budget für Freizeit und Spiel niederschlagen.“

Ehrgeizige Pläne für Bad Neuenahr

Dennoch will die Gesellschaft weiter investieren: in den Standort am Nürburgring, vor allem aber in Bad Neuenahr. Vor einem Jahr hatte die Flut im Ahrtal das Kurhaus zerstört, in dem die Spielbank seit 1948 untergebracht war. Nur, weil die Verantwortlichen umsichtig gehandelt und das Gebäude rechtzeitig geräumt hatten, kam dort niemand zu Schaden. „Für uns war klar, dass wir nie zurück ins Kurhaus gehen können. Das steht mitten im Überschwemmungsgebiet. Man kann es nicht verantworten, dort wieder öffentlichen Betrieb zuzulassen“, betont Seegert. Das Casino soll nun ins ehemalige Bahnhofsgebäude außerhalb des Gefahrenbereichs ziehen. „Ein wirklich repräsentativer Standort – aber auch der einzige, der infrage kam“, berichtet Seegert.

Auf 8,1 Millionen Euro beziffert Seegert den Schaden, der der Spielbank bei der Flut entstanden ist. Ein Teil wurde von der Versicherung erstattet. Der Zeitplan für die Arbeiten am neuen Domizil ist ehrgeizig: Bis Ende des Jahres soll der Betrieb wieder laufen. Ein großes Problem sei im Ahrtal, dass kaum die nötigen Sachverständigen zu bekommen seien. Der Wiederaufbau sei ein schwieriges Unterfangen, hat der Spielbankchef beobachtet, der auch von wachsender Unzufriedenheit und gar Resignation unter den Flutopfern berichtet.

Termin

Die Spielbank feiert die Umgestaltung mit einem Jackpot-Weekend bis 3. Juli. Unter anderem gibt es ein Glücksrad und Begrüßungssekt

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