Bad Dürkheim
Sirenengeheul kurz vor 18 Uhr: Halle in Dürkheimer Weingut Karst in Flammen
Kurz vor 18 Uhr wurden die Dürkheimer von heulenden Sirenen in der Stadt aufgeschreckt. „Vollbrand beim Weingut Karst in den Almen“, lautete der Alarm, der Dürkheims Wehrleiter Karlheinz Bayer im Urlaub erreichte.
Es war deswegen die Aufgabe seines Stellvertreters Markus Lang, den ersten schweren Einsatz der Dürkheimer Feuerwehr in diesem Jahr zu leiten. Eine schwarze Rauchsäule stieg aus Richtung Flugplatz in den Himmel. Die Brücke über der B37 füllte sich schnell mit Schaulustigen. Im Gewerbegebiet Bruch unterbrachen viele ihre Einkäufe, um zu sehen, was los war.
„Es ist nicht so schlimm, wie wir zunächst dachten“, berichtete Lang erleichtert, der 60 bis 70 Einsatzkräfte aus Bad Dürkheim, Freinsheim und Wachenheim zählte. Auch der Rettungsdienst war vorsorglich vor Ort. Verletzt wurde aber niemand. In Flammen stand eine etwa 15 Meter lange Lagerhalle im hinteren Teil des Weinguts Richtung Flugplatz. Die Gästezimmer sowie der 2018 eröffnete Anbau mit Vinothek waren vom Feuer nicht betroffen.
Mit zwei Wasserversorgungsleitungen aus den Almen und dem Bruch war der Brand in einer guten halben Stunde unter Kontrolle. Das Feuer, erzählt Weingutsbesitzer Uli Karst, sei von einem neuen Wohnmobil ausgegangen, das in der Halle stand. „Das muss ein technischer Defekt gewesen sein. Mein Vater und ich wurden darauf aufmerksam, weil es aus dem Inneren des Fahrzeugs auf einmal anfing zu stinken. Als wir die Tür öffneten, ging alles ganz schnell und das ganze Fahrzeug stand in Flammen“, erzählt Karst. Es sei dann auch schnell klar gewesen, dass ohne Hilfe der Feuerwehr nichts auszurichten war. „Aber niemand ist verletzt worden. Alles ist versichert, alles kann ersetzt werden“, betonte er. Sein normales Programm – das Abfüllen der ersten Flaschen des neuen Jahrgangs – könne er in den nächsten Tagen wie geplant angehen.
Die Halle brannte völlig aus. Außer dem neuen Wohnmobil gingen darin auch landwirtschaftliche Geräte in Flammen auf. „Auch einen neuen Schubkarchstand werden wir brauchen“, stellte Karst fest. Die Photovoltaikanlage auf dem Hallendach wurde ebenfalls zerstört. Vor Ort kümmerte sich Jens Rosenthal von den Stadtwerken darum, dass das mit Öl und Benzin kontaminierte Löschwasser nicht unkontrolliert ins Abwasser gelangte. Der für die Feuerwehr zuständige Beigeordnete Karl Brust war ebenfalls vor Ort und lobte die Feuerwehr für ihren Einsatz: „Das haben sie schnell in den Griff gekriegt.“